Filme

Green Room

Die Punk-Rock-Band Ain’t Rights tourt mit mäßigem Erfolg durch die Gegend. Den Großteil ihrer Gage investiert die Truppe in Benzin für den Band-Bus, um von einem Gig zum nächsten zu fahren. Gerade, als sowohl Geld als auch Sprit wieder einmal knapp werden, können die Ain’t Rights ein Konzert in einem abgelegenen Schuppen an Land zu ziehen, der von einem zwielichtigen Publikum besucht wird: Vor der Bühne stehen vor allem Neo-Nazis. Doch Punk ist Punk und die Band eröffnet ihr Konzert einfach mal provokant mit dem Protestsong „Nazi Punks Fuck Off“ von den Dead Kennedys. Dafür werden sie zwar mit einigen Bierflaschen beworfen, doch der Rest des Abends verläuft halbwegs friedlich – bis die Band unfreiwillig Zeuge eines Mordes hinter der Bühne wird. Gemeinsam mit der Skin-Braut Amber verschanzen sie sich backstage, denn Nazi-Anführer Darcy hat nicht vor, unerwünschte Zeugen lebend davonkommen zu lassen…

Mit seinem schnörkellosen Rachethriller „Blue Ruin“ hat sich Jeremy Saulnier vor wenigen Jahren zur neuen Hoffnung des amerikanischen Indie-Genrekinos aufgeschwungen. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen an seinen nächsten Film, denen der Regisseur mit „Green Room“ nun tatsächlich gerecht wird: Der Punks-Vs.-Neonazis-Thriller ist erneut geradlinig-effektives, extrem unterhaltsames Spannungskino!

Martyrs

Die zehn Jahre alte Lucie wird in einem Schuppen gefangen gehalten und gequält, doch eines Tages gelingt ihr die Flucht. Auch ein Ortwechsel in ein Waisenhaus lässt sie den Schrecken nicht vergessen. Das traumatisierte Mädchen leidet unter Albträumen. Mit Anna findet sie eine gleichaltrige Vertraute, bei der sie sich in Sicherheit fühlt. Fast zehn Jahre danach spuken die Dämonen ihrer Vergangenheit aner immer noch im Kopf von Lucie herum. Zusammen mit ihrer Freundin Anna spürt sie in der Hoffnung auf einen Abschluss die Familie auf, die ihr all das Leid zugefügt hat. Doch als die beiden der Wahrheit näherkommen, wird der Albtraum plötzlich wieder zur Realität und die jungen Frauen schlittern in eine Spirale aus Gewalt…

Man mag „Martyrs“ (von 2008) für ein mieses Stück Scheiße oder für ein transzendentales Meisterwerk halten, aber eines lässt einen der schockierend-konsequente Film ganz sicher nicht: kalt. Nicht umsonst gilt Pascal Laugiers tabubrechender Schocker zu den verstörendsten Filmen aller Zeiten neben weiteren bahnbrechenden Werken wie „A Serbian Film“ oder „Die 120 Tage von Sodom“. Schon bei den ersten Gerüchten einer US-Neuauflage gingen die Fans deshalb in den Internetforen auf die Barrikaden, weil sich einfach niemand vorstellen konnte, dass der Plot in Hollywood auch nur annähernd so radikal umgesetzt werden könnte wie in Frankreich. Nun ist das Remake der Brüder Kevin Goetz und Michael Goetz tatsächlich da – und die Skepsis stellt sich wenig überraschend als absolut berechtigt heraus.

The Faculty

Eine High School, wie es sie in jeder amerikanischen Kleinstadt gibt. Die Schüler spalten sich in kleine Grüppchen auf. Die Lehrer haben – abgesehen von wenigen Idealisten – die Lust an ihrem Beruf verloren und ihre Demotivation überträgt sich auf die Schüler. Urplötzlich beginnen jedoch die Lehrer sich seltsam zu verhalten, als seien sie von etwas besessen. Schon nach kurzer Zeit wirkt sich dieser Befall auch auf die Schüler aus. Das Trinkwasser scheint im Zusammenhang mit den mysteriösen Vorgänge eine entscheidende Rolle zu spielen.

Eine sechsköpfige Gruppe von „Normalverbliebenen“ macht sich auf die Suche nach der Ursache und hegen schon bald einen furchtbaren Verdacht: Außerirdische haben die Kontrolle über die Schule übernommen. Die einzige Möglichkeit, diesem Spuk ein Ende zu bereiten, ist, den Anführer der Aliens unschädlich zu machen. Doch wie soll dieser gefunden werden?

Ende der Neunziger löste Wes Cravens Scream eine wahre Welle an Teen-Horrorfilmen aus, in denen sich amerikanische Jugendliche mit maskierten Bösewichtern herumplagen mussten. Doch nicht nur der Name des genreprägenden Regisseurs – Craven ersann in den Achtzigern auch die Killerikone Freddy Kruger – wurde als entscheidender Faktor für die Überflutung der Kinosäle mit einfallslosen Epigonen gewertet. Die qualitative Ausnahmestellung von Scream wurde insbesondere auch mit dem Drehbuch des Debütanten Kevin Williamson verknüpft. Dieser spielte mit einer ungeahnten Leichtigkeit mit Genreklischees und wandelte so auf dem schmalen Grat zwischen Parodie und klassischem Slasherkino.

Maleficent

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Dornröschen. Als Walt Disney sich in den späten 50er Jahren der Grimm´schen Fabel annahm, wurde der Zeichentrickfilm sofort ein Welterfolg, der sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Insbesondere die Figur der bösen Hexe Malefiz konnte sich in den Kanon der bekanntesten Disney-Figuren einreihen und ist bis heute ein viel zitierter Kinderschreck. Mit „Maleficent – Die Dunkle Fee“ liefert Disney nun eine alternative Version dieser Geschichte.

Dabei wird die Geschichte von Dornröschen kurzerhand vom Kopf auf die Füße gestellt. So werden wir Zeuge, wie die junge, gutherzige „Maleficent“ unbekümmert im Wald-Königreich aufwächst und ein glückliches und unbeschwertes Leben vor sich glaubt. Als jedoch eine böse Macht den Wald angreift, wird sie zur Hüterin aller Wesen des Waldes ernannt und verfügt fortan über große Zauberkräfte. Doch damit nicht genug. „Maleficent“ verliebt sich und wird wenig später auf grauenvolle Weise betrogen. Ihr Werdegang zur bösen Hexe mit einem Herz aus Stein scheint somit vorbestimmt. Doch „Maleficent – Die Dunkle Fee“ hat im Laufe seiner Handlung noch die eine oder andere Überraschung für seine Zuschauer parat.

Die 5. Welle

Cassie Sullivan (Chloë Grace Moretz) ist ein All-American-Girl das mit ihrem kleinen Bruder Sammy und ihrer Familie irgendwo in den Vereinigten Staaten lebt. Eines Tages erscheint am Himmel ein Raumschiff und bald zeigt sich, dass Die Anderen – so werden die Aliens von den Menschen genannt – nichts Gutes im Sinn haben. In mehreren Angriffswellen wird nahezu die gesamte Menschheit ausgelöscht und mit der bevorstehenden 5. Welle sollen die letzten Überlebenden vernichtet werden. Cassie flieht mit ihrer Familie in ein Flüchtlingscamp und wird dort von ihrem Bruder getrennt. Nachdem ihr Vater ermordet wird, macht sie sich auf die Suche nach Sammy.

Das Buch – Teil einer Trilogie, deren letzter Band 2016 erscheinen wird – erhielt in den USA durchwegs sehr gute Kritiken. So lobte die renommierte New York Times den Roman als eines der besten Jugendbücher des Jahres 2013, das für junge Leser und Erwachsene gleichermaßen ansprechend ist. Leider ist der Film meilenweit davon entfernt und hinterlässt den Kinobesucher ratlos und gelangweilt.

Der Cast macht zu Beginn noch Hoffnung, denn niemand Geringerer als Hit Girl Chloe Grace Moretz übernimmt die Hauptrolle. Ihre Filmrollen mögen nicht immer Glücksgriffe gewesen sein, aber ihre Leistungen waren meist überzeugend, egal ob im amerikanischen Mainstream oder in einer europäischen Arthouse-Produktion unter der Regie von Olivier Assayas. Sie liefert eine solide Leistung und bemüht sich redlich, doch an eindimensionalen Charakteren scheitert auch die beste Schauspielerin.

Wer nun glaubt, dass zumindest die Spezialeffekte über die Story und Inszenierung hinwegtrösten wird enttäuscht sein, denn diese sind zwar ganz passabel, doch sind 90 Prozent davon bereits im Trailer zu sehen und allzu vertraut.

Cabin Fever 3


Marcus (Mitch Ryan) steht am Vorabend seiner Hochzeit mit seiner reichen Verlobten. Grund genug für seine Freunde Dobs (Ryan Donowho), Josh (Brando Eaton) und Penny (Jillian Murphy) nochmal die Sau rauszulassen. Zusammen wollen sie den Junggesellenabschied auf einer Yacht feiern und steuern eine scheinbar verlassene Insel in der Karibik an. Dort angekommen schlagen sie ihre Zelte auf und beginnen sich zu betrinken.Die Partystimmung könnte nicht besser sein, doch als Josh und Penny mal kurz schwimmen und tauchen entdecken sie auf dem Meeresgrund lauter tote Fische. Kurz nach diesem Schock bekommt Penny auch schon einen seltsamen Hautausschlag und wir sind schon mittendrin in „Cabin Fever 3 Patient Zero“ und werden einmal mehr mit diesem fleischfressenden Baterium konfrontiert. Dort – so scheint es – hat alles angefangen, denn auf dieser Insel, an der unsere vier Freunde gestrandet sind, ist ein ominöses Forschungslabor mit diesem Patient Zero Porter(Sean Astin), der von dem skrupellosen Dr. Edwards (Currie Graham) festgehalten wird. Man sucht einen Impfstoff und dadurch wurde Porter zum Versuchskaninchen, den er ist der bislang einzige Virusträger, bei dem die auffressende Krankheit nicht ausbricht. Natürlich suchen die vier Urlauber bald Hilfe und hoffen darauf, dass diese verlassen aussehende Forschungsstation die Lösung ist, aber damit sind sie schief gewickelt…

Wenn man die Fortsetzungen von erfolgreichen neuen Horrorfilmen ansieht, dann darf man nicht unbedingt Meisterwerke erwarten. Meistens kopieren oder variieren diese Nachzügler noch einmal das Erfolgsrezept des ersten Teils und schon „Cabin Fever 2“ war um einiges schwächer als das Original von Eli Roth, das im Wald spielte. Jetzt hat man die Story auf eine Insel verlagert, aber mehr als durchschnittliche Genreunterhaltung kommt dabei nicht auf. Von den vier jungen Protagonisten ist vielleicht die Figur des Dobs am interessantesten, aber sie wird nicht weiterentwickelt. Ganz gut gelungen ist der Plot am Ende der Story, der einen perfiden Plan sichtbar werden lässt. Ein gewisse Kurzweil ist gegeben, denn die 95 Minuten vergehen wie im Flug, Langeweile tritt nicht auf – alles wird kurz und knackig präsentiert. Trotzdem will der Film von Kaare Andrews zu keiner zeit richtig zünden.

Als bekennender Fan des ersten Cabin Fever war die Enttäuschung um den zweiten Teil sehr groß. Dieses sinnlose Schulball-Gemetzel war uns dann doch etwas zu viel Ekel-Klamauk. Demnach waren wir auch sehr skeptisch, was den dritten Teil der Reihe anging, denn grade Horrorfilm-Reihen werden mit der zunehmenden Anzahl an Sequels meist immer schlechter. Von Cabin Fever 3 Patient Zero war ich letztendlich absolut positiv überrascht, obwohl es sich bei den Protagonisten immer noch um recht dämlich agierende, unreife Blödel-Twens handelt.

The Seasoning House

Die taubstumme Angel muss während des Balkankrieges mit ansehen, wie eine Gruppe von Soldaten ihre Mutter brutal ermordet. Angel wird daraufhin in ein abgelegenes Bordell verschleppt, in dem der Zuhälter Viktor seine Mädchen als menschliche Ware zur Verfügung stellt, gefoltert und vergewaltigt zu werden. An der hübschen Angel findet Viktor allerdings Gefallen und gibt ihr den Auftrag, die anderen Mädchen mit Drogen gefügig zu machen. Auch trifft sie auf ein Mädchen, das die Gebärdensprache beherrscht und ihr erstmals Hoffnung auf Flucht verschafft. Doch als Goran, der Mörder ihrer Mutter, in dem Bordell auftaucht, keimt in Angel unbändige Wut auf und sie schwört Rache. Dabei nutzt sie ihren Vorteil, dass sie sich in dem Kerker am besten von allen auskennt…

Obowohl „The Seasoning House“ in der ersten Stunde auf unglaublich intensive Art und Weise das Leid der jungen, zur Prostitution gezwungenen, Mädchen zeigt, ist er dabei tatsächlich niemals voyeuristisch oder selbstzweckhaft inszeniert. Die langen, zum Großteil dialoglosen Kamerafahrten durch das „Seasoning House“ führen dem Zuschauer auf sehr respektvolle und fast schon künstlerische Art und Weise die Grausamkeit vor Augen, der die Mädchen täglich ausgesetzt sind. Dabei ist die Inszenierung und somit das Tempo des Films angenehm langsam und wird nur gelegentlich durch hektische Rückblicke, die das Grauen des Krieges zeigen, durchbrochen.

Der Film wird während der gesamten Laufzeit getragen von der unglaublichen Rosie Day, die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten erst 17 Jahre als war, und im Vorfeld der Dreharbeiten von Regisseur Paul Hyett mit Horrorstreifen wie „Martyrs“ (den Rosie ausgerechnet an Weihnachen mit ihren Eltern (!) in den DVD-Player einlegte), vorbereitet wurde. Eine ähnliche Grundstimmung wie sie bei „Martyrs“ vorherrschte, verbreitet auch „The Seasoning House“, wozu zum einen das intensive Schauspiel von Rosie Day (von der wir auf jeden Fall mehr sehen wollen…am liebsten natürlich im Horror-Genre), aber auch die unglaublichen Gewaltszenen beitragen.

„The Seasoning House“ zeigt Gewalt, die wirklich weh tut. Neben der körperlichen Gewalt, die den Mädchen widerfährt, zeigt „The Seasoning House“ in einer kurzen Einstellung am Anfang und dann vor allem im ultra-brutalen Finale, einige der realistischsten und schmerzhaftesten Effekte, die man je bestaunen durfte. Das Gezeigte erinnert an die Effekte aus Schockern wie „Eden Lake“, für die zufälligerweise Erstlings-Regisseur Hyett auch verantwortlich zeichnete. Ich war teilweise wirklich schockiert und mir ist die Kinnlade runtergefallen, was ich absolut positiv meine. Es grenzt wirklich an ein kleines Wunder, dass es „The Seasoning House“ unbeschadet durch die FSK-Prüfung geschafft hat.

Paranorman

Eigentlich wäre Norman lieber ein ganz normales Kind. Aber er kann Tote sehen und mit ihnen reden. In seiner Kleinstadt Blithe Hollow  als „der Geisterfreak“ bekannt, führt er ein gelangweiltes Dasein als Außenseiter. Doch dann wird das verschlafene Nest von einem alten Hexenfluch heimgesucht und von Zombies ins Chaos gestürzt. Wegen seiner besonderen Fähigkeiten sieht Norman sich unversehens vor der Aufgabe, den Fluch aufzuhalten. Dazu muss er das sagenumwobene Geheimnis um die Hexe von Blithe Hollow lösen…

Ein ausgezeichneter Animationsfilm, voll von schwarzem Humor und makaberem Witz! Dabei können schon mal verweste Zombie-Arme und -Köpfe durch die Gegend fliegen. Die gruseligen Stellen sind aber so stark übertrieben, dass ihr viel zu lachen habt. Daneben vermittelt Normans Abenteuer mit den lebenden Toten eine wichtige Botschaft: Angst zu haben ist nichts Bedrohliches, solange man sich von ihr nicht zu falschen Handlungen leiten lässt.

Ähnlich wie der herausragende Film Coraline ist ParaNorman mit einem aufwendigen Puppentrick in Stop-Motion-Technik und in 3-D hergestellt. An einem echten Filmset modelliert ein Animator Millimeter um Millimeter jede Bewegung der kostümierten, formbaren Püppchen. Die einzelnen Aufnahmen der Bewegungen werden am Computer zu einem fließenden Animationsfilm verarbeitet. Mit dieser aufwendigen Methode dauert die Produktion von ein bis zwei Filmminuten ungefähr eine ganze Woche lang. Und wer ParaNorman gesehen hat, weiß: Jede Minute davon lohnt sich!

The Descent

Die Höhlensysteme sind die letzten schwarzen Flecken unseres Planeten. Was man da wohl findet? Sämtliche verdrängten Ängste, wenn man Pech hat. Mit „The Descent“ wird nun erstmals im großen Stil dieses regelrecht unausgeleuchtete Terrain für den Horrorfilm vermessen. Die unterirdischen Arterien bilden ein Abenteuergelände, in dem extreme Enge und monströse Abgründe direkt aufeinander folgen können. Ein idealer Ort des Schreckens also, Klaustrophobie und Höhenangst liegen nur einen Schritt auseinander.

Regisseur Neil Marshall versteht sich gerade in der ersten Hälfte der düsteren Kletterpartie auf den Horror der Auslassung. Doch der suggestive Minimalismus à la „Blair Witch Project“ wendet sich bald in ein durchkomponiertes Höllentableau, für das der Brite mit sicherer Hand Anleihen bei unzähligen Klassikern des Genres vornimmt. Marshall selbst bezeichnet sein Werk als „Deliverance goes underground“. „Deliverance“, das ist der englische Originaltitel von „Beim Sterben ist jeder Erste“, John Boormans Survivalschocker aus dem Jahr 1972. Darin geht es um eine Gruppe Städter, die bei einer Kanutour durchs amerikanische Hinterland von Hillbillys gejagt werden.

Wie sein Landsmann Boorman wählte auch Marshall für sein Horrorszenario Amerika als Setting. „The Descent“ wurde zwar zum Großteil in den schottischen Highlands gedreht, soll aber im Appalachengebirge North Carolinas spielen.

Im Zentrum steht die traumatisierte Sarah (Shauna MacDonald), die ein Jahr zuvor bei einem Autounfall Mann und Kind verloren hat und nun ausgerechnet unter der Erde ihr Weltvertrauen zurückgewinnen will. Vorbereitet wurde die Exkursion von der toughen Juno (Natalie Mendoza) – die bei der Organisation allerdings vom Ehrgeiz getrieben wurde, eine Höhle zu erkunden, die auf keiner Karte verzeichnet ist. Verkompliziert wird die Situation noch durch den Umstand, dass die eine mit dem Gatten der anderen vor dessen Tod eine Affäre hatte. Die Höhlentour erscheint so als Abstieg in die eigenen Abgründe.

Eine Kolonie kalkweißer Kreaturen haust in der Höhle. In der ewigen Nacht haben sich ihre Sinnesorgane zu Rudimenten zurückentwickelt, alles Restzivilisatorische ist sowieso aus ihrer Lebenswelt getilgt.

Marshall bezieht sich gerne auf den Kannibalen-Trash oder auf psychotische Parallelwelten. So wie jene, welche die Heldin des Films in einem Bad aus Blut versinken lässt. Da steht sie dann wie einst Brian De Palmas „Carrie“ – durch die Taufe im Blut.

„The Descent“ ist ein exzellenter Schocker, extrem perfide in seiner Erzählweise, aber weitgehend frei von Zynismus. Neil Marshall beherrscht die Kunst, das Schwarz der Leinwand als bedrohliche Projektionsfläche in Szene zu setzen. Mit jedem Flackern der Fackeln und Funzeln werden die Urängste der Zuschauer heraufbeschworen. „The Descent“ ist ein Lichtspielwerk und einer der packensten Horrorfilme die ich in den vergangenen Jahren genießen durfte.

Pacific Rim

Eine außerirdische Invasion völlig unerwarteten Ursprungs bricht über die Menschheit herein: Nicht aus dem All kommen die Feinde, sondern aus den Tiefen des Pazifischen Ozeans. Die monströsen Kreaturen, auch Kaiju genannt, attackieren weltweit Küstenstädte und dabei kommen Millionen von ums Leben. Um die Kaiju zu besiegen, entwickeln Wissenschaftler überdimensionale Maschinen namens „Jaeger“. Jeweils zwei Piloten müssen diese gigantischen Roboter steuern, indem sie ihre Gehirne miteinander und mit der Maschine verknüpfen. Der Pilot Raleigh Becket (Charlie Hunnam) erzielt bei der Bekämpfung der Kaiju besonders gute Erfolge und zunächst scheint es, als würde die Verteidigungsstrategie aufgehen. Doch dies ist ein Irrtum, denn die Aliens gewinnen bald erneut die Oberhand und das nicht länger erfolgversprechende Jaeger-Programm soll eingestampft werden. Einzig Marshall Stacker Pentecost (Idris Elba) glaubt noch an die Roboter und holt Becket zurück, der nach einem folgenschweren Kampfeinsatz die Einheit verlassen hat. Zusammen mit der unerfahrenen Pilotin Mako Mori (Rinko Kikuchi) soll er „seinen“ Jaeger in ein letztes Gefecht führen, um die Menschheit vor dem Untergang zu bewahren. Denn obwohl die Kaiju übermächtig scheinen, so gibt es doch noch eine Möglichkeit, sie zu überlisten…

Hardcore

Henry wacht eines Tages in Russlands Hauptstadt Moskau auf und muss feststellen, dass seine Frau und Schöpferin vom psychopatischen Akan entführt wurde, einem tyrannischen Kriminellen mit einer telekinetischen Gabe. Jetzt hat Henry nur noch ein Ziel: seine Frau zu finden und Akan zu töten, denn den Cyborg verbindet nicht nur eine gemeinsame Vergangenheit mit der Frau. Seine einzige Hilfe im Kampf gegen Akan und seine Söldner ist dabei der kämpferische Jimmy. Genau wie im 2014 erschienenen deutschen Horrorfilm First Person Shooter sieht der Zuschauer Hardcore ausschließlich aus der Perspektive von Cyborg Henry. So fühlt sich der Film wie ein Ego-Shooter an. Ein Großteil der Szenen wurde mit GoPro-Kameras gedreht. Um die Post-Produktion von Hardcore finanzieren zu können, wurde ein Crowdfunding in die Wege geleitet. Der Film entfaltet sich im Zeitraum eines einziges Tages in Moskau.

Seine Premiere feierte Hardcore 2015 auf dem Toronto Film Festival, wo der Actionfilm sich zu einem der populärsten gezeigten Werke entwickelte. Die Verleih-Firmen Lionsgate, Universal und STX Entertainment lieferten sich daraufhin einen harten Kampf um die Rechte für den Vertrieb des Films, wobei STX schließlich mit einem Gebot von 10 Millionen Dollar als Sieger aus dem Bieterkrieg hervorging.

Bevor er Hardcore drehte, der in den USA unter dem Titel Hardcore Henry vermarktet wurde, schuf Regisseur vor allem Musikvideos. Bereits diese Videos filmte er im selben Stil, also schnell, actionreich und aus der ersten Perspektive gesehen. Hardcore wurde sein erster inszenierter Spielfilm.

Schauspieler Sharlto Copley bezeichnete Hardcore im Nachhinein als den herausforderndsten Dreh seiner Karriere und zeigte sich von der Arbeit der Stuntmänner beeindruckt, die das Set mit insgesamt nur fünf Stichen bei zu nähenden Verletzungen und einem abgebrochenen Zahn verließen.

Martyrs

Martyrs ist kein schöner Film. Martyrs macht keinen Spaß, ist nicht gerecht, unbequem und spielt mit den Erwartungen der Zuschauer. Dennoch -oder deswegen- ist Martyrs mehr Horrorfilm als vieles was sonst diesen Stempel aufgedrückt bekommt.

Die Handlung beginnt damit, dass ein Mädchen aus einer kargen Lagerhalle flieht. Sie ist verletzt und wurde, wie man schnell erfährt, schwerstens misshandelt. Die Täter bleiben verschwunden und auch die Hintergründe vorerst im Dunkel. Das verängstigte Kind, Lucie, lebt fortan im Waisenhaus, wo sie sich mit Anna, einer anderen Waisen, anfreundet.

15 Jahre später: Eine scheinbar normale Familie wird von der nun erwachsenen Lucie in ihrem Haus getötet. Sie glaubt in ihnen die Täter ihrer Kindheit zu erkennen. Anschließend bittet sie Anna um Hilfe, die zwar über diese Tat schockiert ist, aber sich auf den Weg macht ihrer Freundin zu helfen. Noch während Lucie wartet, wird sie von einer bizarren, mit Narben übersäten, nackten Frau angegriffen, die sie mit einem Messer verletzt. Dies ist nur eine überraschende Wendung, die der Film nimmt. Es sei hier nur verraten, dass am Ende alles einen Sinn ergibt und dennoch Platz für Interpretationen bleibt. Das Ende selbst wartet mit einer Pointe auf, die einem zu denken gibt, bleibt dabei aber auch zweideutig, da wir als Zuschauer auf eine bestimmte Frage keine Antwort erhalten, sondern nur anhand einer Reaktion auf dem Bildschirm erahnen können, wie diese Antwort aussehen könnte. (Ich würde hier gerne mehr dazu sagen, möchte aber niemanden vorzeitig die Spannung nehmen)

Andere Drehbuchautoren hätten mit der Handlung wohl 2-3 Filme gestrickt. Wenn nach einer guten halben Stunde, die Täter gerichtet wurden, fragt man sich kurz, was jetzt noch passieren soll, aber Langeweile kommt über die ca. 90 min nicht auf. Trotz einiger Überraschungen bleibt alles stimmig. Das gilt auch für die Gesamtatmosphäre:  die Bilder sind in kalten Tönen gehalten und Humor sucht man vergeblich.

In Martyrs wird gefoltert, geschlitzt und getötet, aber die Gewalt verkommt nie zum Selbstzweck. Obwohl mit körperlicher Brutalität nicht gegeizt wird, ist es vor allem die nachvollziehbare seelische Grausamkeit, die Martyrs von vermeintlich ähnlichen Filmen wie Hostel abhebt und damit realistischer macht. Selbst wenn ein menschlicher Kopf mit einem Hammer zertrümmert wird, fühlt man sich hin- und hergerissen, weil die Rollen von Täter und Opfer verschwimmen. Ob der Film alleine deswegen „anders“ ist, weil er aus Frankreich stammt, sei dahingestellt. Fest steht jedoch, dass es wenig vergleichbare Werke gibt. Er ist härter als viele andere Streifen, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Er ist intelligenter als andere Filme, ohne damit zu prahlen und obwohl Martyrs nicht billig wirkt, ist zu bezweifeln, dass er für ein breites Publikum ausgelegt ist.

Godzilla

1999: Bei Bohrungen auf den Philippinen werden Überreste gigantischer Kreaturen gefunden. Etwas entkommt. Kurz darauf kommt es in dem japanischen Atomkraftwerk, bei dem der Amerikaner Joe Brody (Bryan Cranston) beschäftigt ist, zu einer Katastrophe. 15 Jahre später ist die Großstadt rund um das Kraftwerk als atomar verseuchtes Sperrgebiet deklariert. Doch Brody glaubt die offizielle Version des Grundes für das Unglück nicht (es soll ein Erdbeben gewesen sein). Als sein beim Militär beschäftigter Sohn Ford (Aaron Taylor-Johnson) nach Japan reist, um seinen Vater zur Heimkehr in die USA zu bewegen, wird er von diesem zu einem letzten Trip in die gesperrte Zone überredet. Dort erkennt Joe Brody die gleichen Warnzeichen wie vor 15 Jahren und bald bricht auch schon das Chaos über die Gegend herein. Ein Monster, das kurz darauf auf den Namen Muto getauft wird und sich von Atomkraft ernährt, hinterlässt eine Schneise der Zerstörung. Während das Monster gen Hawaii zieht, sucht das US-Militär verzweifelt nach einem Weg es zu stoppen. Ichiro Serizawa (Ken Watanabe), der die Urzeitmonster seit Jahrzehnten erforscht, glaubt die einzige Lösung zu kennen: ein sagenumwobenes weiteres Monster und Mutos natürlicher Feind: Godzilla!

From Dusk Till Dawn

From Dusk Till Dawn beginnt an einer verlassenen texanischen Wüstenstrasse in einem Geschäft mit dem wohlklingenden Namen „Benny´s World Of Liquor“, das sich innerhalb von guten zehn Minuten in ein Schlachthaus verwandelt, welches von dem berüchtigten Gangster Seth Gecko (Clooney) zynisch „Benny´s World Of Blood“ getauft wird. Gecko hat sich nämlich mit seinem Bruder Richie (Tarantino), der mit ihm schon so einige krumme Dinger gedreht hat, und zwei Geiseln in der Ecke des Ladens verschanzt, als ein Cop in die Tür tritt. Zunächst läuft alles noch nach Plan, und der Besitzer des Spirituosenhandels spielt das Spiel mit…bis der psychopathische Richie ein geheimes Warnzeichen erkannt haben will, und dem ahnungslosen Gesetzeshüter eine Kugel in den Kopf schießt. Jetzt gerät die Situation außer Rand und Band, was bei den Schwerverbrecher-Brüdern bedeutet, dass keine Gefangenen gemacht werden und der Laden am Ende in Flammen steht.
Da es aber inzwischen die gesamte Polizei des Landes auf die Geckos abgesehen hat, heißt die Devise ab nun: „Bloß schnell verduften!“
Für die Flucht ist auch schon alles organisiert, die Beiden müssen nur noch jemanden finden, der sie über die mexikanische Grenze bringt, wo sie sich mit ihrem Kontaktmann Carlos (Cheech Marin) in einer heruntergekommenen Bar mit dem Namen „Titty-Twister“ verabredet haben…
Also schnappen sie sich in einem Motel den vom Glauben abgefallenen Priester Jacob Fuller (Keitel) mitsamt seiner Tochter Kate (Lewis) und seinem Sohn Scott (Ernest Liu) als Geiseln und lassen sich in dessen Wohnmobil an das heißersehnte Ziel bringen.

Da sich die Fullers mit den Gangstern während der Fahrt einigermaßen arrangieren können, lädt sie Seth in der Bar auf einige Drinks ein. Dass die Familie dieses Angebot besser abgelehnt hätte, zeigt sich später am Abend, wenn nach einigen Streitigkeiten mit dem Personal die ersten Tropfen Blut fließen und sich einige der Anwesenden überraschenderweise in Vampire verwandeln.
Nun heißt es: Kämpfen und versuchen bis zum Sonnenaufgang durchzuhalten…

The Green Inferno

Bereits im Jahr 2007 erschien Eli Roths letzter filmischer Regie-Beitrag in Form von „Hostel 2“, und doch ist sein Name gefühlt ständig da, wenn man sich in den aktuellen Breitengraden rund um das Genre des Horrorfilms umsieht. Er wechselte eben nur die Position, vom Regisseur zum Produzenten, Autor und Schauspieler, und versorgte das Publikum in diesen Funktionen u.a. mit „Der letzte Exorzismus“, „Aftershock“, „The Sacrament“ oder der TV-Serie „Hemlock Grove“. Nach diesen und mehr, hat Roth nun aber den Weg zurück zur Regie eines Kinofilms gefunden, und der „Hostel“-Regisseur präsentiert mit „The Green Inferno“ einen Kannibalenfilm. Und wenn der in seinen bisherigen drei Kino-Regiearbeiten schon nicht für Zimperlichkeiten bekannte Mann sich einem derartigen Thema verschreibt, kann man als Zuschauer wohl in etwa abstecken, in welche Richtung dies gehen dürfte. Schließlich ist das vor allem durch italienische Beiträge in den 1970er und 80er Jahren geprägten Splatterfilm Sub-Genres des Kannibalenfilms, wohl eines der kontroversesten und härtesten Genres, in dem man sich ausprobieren kann. Voll von eimerweise Kunstblut und nackter Haut.

Vorwiegend unbekannte Jungschauspieler reisen als blauäugiger Weltverbesserer-Trupp nach Südamerika, um sich an die Gerätschaften der Holzfäller im Regenwald zu ketten, und via Livestream im Internet über den Protest gegen die Ausbeutung der Urvölker und Abholzung deren Wälder zu berichten. Bevor es jedoch soweit ist, präsentiert uns Roth eine typische Einführungsphase, in der wir die Figuren und Motivationen kennen lernen. Dies funktioniert ganz nach bekanntem Schema, und irgendwie kommen einem die Figuren so direkt bekannt vor. Da hat man den pummeligen Kumpel-Typen, genau wie das egoistische Arschloch oder die zickige Blondine. Und die Heldin ist natürlich noch jungfräulich, wohnt aber mit der Campusmatratze zusammen. Kennt man, funktioniert, und Roth spielt dies auch offenkundig sehr bewusst so aus. Schließlich ging es beim Kannibalenfilm nie um tief gezeichnete Charaktere, und es ging hier ja augenscheinlich um eine Hommage und mögliche Renaissance des Genres. Dementsprechend geht der Trip zur Rettung der Wälder natürlich auch alsbald schief, und der Trupp aus der „zivilisierten Welt“ bekommt es mit den menschenfressenden Eingeborenen zu tun. Roth ist also wieder bei seiner Lieblingsbeschäftigung angekommen, und schickt junge Amerikaner in einen Höllentrip im Ausland. Diesmal sind es halt rot bemalte südamerikanische Kannibalen, anstatt osteuropäischer Folterknechte.

Zusammenfassend erschafft Eli Roth mit „The Green Inferno“ zwar keinen massenkompatiblen, aber zumindest einen für die Masse kompatibleren Kannibalenfilm. Das Ganze vor einer unwirklichen, aber ungemein schönen Naturkulisse der Regenwälder, die einen extremen Kontrast mit dem Schrecken bilden.

Sucker Punch

Babydoll wird von ihrem sadistischen Stiefvater in die Nervenheilanstalt von Brattleboro, Vermont, geschickt, wo sie einer Lobotomie unterzogen werden soll. Um mit der Situation besser umgehen zu können flüchtet die Hauptfigur von Sucker Punch in eine fantastische Vorstellungswelt, in der sie fortan ums Überleben kämpfen muss. Ihr zur Seite stehen weitere Insassen der Nervenheilanstalt, mit denen sie sich angefreundet hat. Schon bald plant Baby Doll die Flucht aus dieser alternativen Realität, doch dazu muss sie fünf Objekte stehlen, um der Gefangenschaft eines verrückten Unbekannten zu entgehen. Parallel dazu tickt auch in der realen Welt die Uhr, denn es bleiben Baby Doll nur fünf Tage, bis sie ihr Schicksal ereilen wird. Doch dann beginnen in Sucker Punch die Grenzen zwischen Traum und Realität zu verschwimmen.

Planet Terror

Die Story von Robert Rodriguez’ „Grindhouse“-Beitrag „Planet Terror“ ist dem Genre gerecht simpel: Ein Virus verwandelt alle, die mit ihm in Berührung kommen in deformierte Irre. Die sind nicht besonders schön anzusehen, haben Lust auf Menschenfleisch und sind darüber hinaus auch noch ansteckend. Pech für ein kleines Kaff, das nach und nach im Sicko-Chaos versinkt. Eine Gruppe Überlebender – die Stripperin Cherry (Rose McGowan), die eigentlich Stand Up Comedian werden will, der undurchsichtige Gunslinger Wray (Freddy Rodriguez), die Krankenschwester Dakota Block (Marley Shelton), die ihr Handwerk mit spitzen Spritzen sehr gut versteht sowie eine Handvoll weiterer Exoten schlagen sich nach besten Kräften durch das Endzeitszenario.

Death Proof

Ein Frauenwochenende soll das werden, was Jungle Julia (Sydney Tamiia Poitier) mit ihren nicht minder attraktiven Freundinnen Arlene (Vanessa Ferlito) und Shanna (Jordan Ladd) geplant hat – Männer unerwünscht. Ok, so ganz ohne geht es auch nicht: Um dem Trip einen zusätzlichen Kick zu verpassen, kündigt Radiomoderatorin Julia in ihrer Sendung an, dass der Mann einen Lapdance von ihrer Freundin Arlene bekommen wird, der ein bestimmtes Gedicht exakt vorträgt. Der erste Bewerber um den lukrativen Lapdance ist der äußerst eigenwillige Stuntman Mike (Kurt Russell). Er hängt in derselben Bar am Tresen bei Wasser und Virgin Pina Coladas ab. Eine furchteinflößende Gesichtsnarbe hat den Haudegen entstellt, was Arlene trotz reichlich Alkohol im Blut deutliches Unbehagen bereitet, als Stuntman Mike das Versprechen eingelöst haben will. Arlenes schlechte Gefühl ist berechtigt, entpuppt sich der Fremde doch schon bald als psychopathischer Killer… 14 Monate später heftet sich Mike in Lebanon, Tennessee, an die Fersen eines weiteren Mädelsgespanns. Doch Kim (Tracie Toms), Zoe (Zoe Bell), Abernathy (Rosario Dawson) und Lee (Mary Elizabeth Winstead) wissen, wie Frau sich zu wehren hat…

Die Idee klang so verwegen wie vielversprechend: Die Kult-Regisseure Quentin Tarantino und Robert Rodriguez (From Dusk Till Dawn, Sin City) taten sich zusammen, um das Grindhouse-Schmuddelkino der 70er Jahre wieder auferstehen zu lassen. Ein klassisches Double Feature, unterbrochen durch wahnwitzige Fake-Trailer, sollte es sein. An der filmischen Qualität mangelte es dem Projekt Grindhouse auch keineswegs, die hohen Erwartungen in dieser Hinsicht wurden erfüllt, nur das Marketing war von vorn bis hinten ein Desaster, was letztlich zu Tarantinos erstem Flop führte. Das begann mit der Entscheidung, die Filme in Europa nicht in einer Doppelvorstellung zu zeigen, und damit den Sinn und Zweck des Ganzen ad absurdum zu führen, und endete in den Legenden, denen zufolge viele der offenbar einfältigen US-Besucher nach dem ersten Film des Doppels bereits aus Unwissenheit den Saal verließen – ohne den Tarantino-Teil überhaupt zu Gesicht bekommen zu haben. Für die europäische Auswertung wurden sowohl Tarantinos „Death Proof“ als auch Rodriguez’ Planet Terror um rund 30 Minuten aufgeblasen, um kommerziell zu retten, was zu retten ist. Den Anfang macht „Quentin Tarantinos Death Proof – Todsicher“ (ein Titel wie ein verzweifelter marketing-technischer Hilfeschrei). Doch die 113-Minuten-Version zeigt Tarantino in Hochform, wobei die Dialoglastigkeit ein Massenpublikum aber wohl dennoch abschrecken wird.

The Raid

Im indonesischen Martial-Arts-Actionfilm The Raid versucht ein SWAT-Team Tama Riyandi, den Boss eines riesigen Drogenkartells, festzunehmen. Das Problem: Dieser hält sich im obersten Stockwerk eines riesigen Appartmenthauses in Jakarta auf. Um zu ihm durchzudringen, muss sich das SWAT-Team erst durch unzählige Stockwerke voller Drogendealer und Krimineller durchkämpfen, deren Loyalität zu ihrem Boss nur vom Hass auf die Polizisten übertroffen wird.

Angeführt wird das 20 Mann starke SWAT-Team, zu dem auch der Neuling Rama gehört, von Sergeant Jaka. Schnell und lautlos gelingt es ihnen, das Gebäude zu infiltrieren – bis sie im sechsten Stock einen Fehler machen. Ein Kind sieht das SWAT-Team, kann entkommen und Tama warnen. Dieser geht in die Offensive und verspricht jedem, der einen der SWAT-Polizisten tötet, eine üppige Belohnung.

In den USA trägt der indonesische Film The Raid (OT: Serbuan Maut) den Titel The Raid: Redemption. Hintergrund ist nicht, wie man zuerst vermuten könnte, ein US-Remake, sondern dass The Raid schon jetzt als Trilogie ausgelegt ist. Dieser Plan wurde auch dadurch bestätigt, dass The Raid nach seiner Premiere auf dem Toronto International Film Fest als neuer Stern am Actionhimmel gefeiert wurde. The Raid 2, der im Januar 2014 auf dem Sundance Filmfestival seine Premiere feierte, schließt dabei direkt an die Handlung von The Raid an.

Auch wenn der Film indonesische Stars hat und in Jakarta spielt: Der Regisseur und Drehbuchautor Gareth Evans ist Brite. Seine filmischen Wurzeln liegen jedoch in Asien. Bereits während seines Studiums in Cardiff drehte er den japanischsprachigen Kurzfilm Samurai Monogatari mit Gaststudenten aus Tokio. Besonders angetan hat es ihm die indonesische Kampfsportart Silat, mit der sich auch die SWAT-Einheiten in The Raid ihre Gegner vom Hals halten. Bereits in seinem vorherigen Film Merantau wurde Silat gekämpft. Der Star in beiden Filmen ist der Silat-Meister Iko Uwais, den Evans während der Dreharbeiten an einer Kampfsportdoku kennenlernte.

The Raid 2

Mit seinem brachialen, in seiner Wahlheimat Indonesien gedrehten Martial-Arts-Kracher „The Raid“ hat der Waliser Gareth Evans 2011 den innovativsten Actionfilm des angebrochenen Millenniums rausgehauen: Eine intensivere Leinwanderfahrung als diese 100 Minuten, in denen sich der junge Rekrut Rama nahezu ohne Verschnaufpause durch die Flure eines von Syndikat-Schergen besetzten Hochhauses in Jakarta prügelt, kann man sich kaum vorstellen. Dabei ist die Idee, die gesamte Handlung in einem einzigen Gebäude anzusiedeln, nur aus der Not heraus entstanden: Ursprünglich hatte Evans nämlich ein auch räumlich ausuferndes Gangster-Epos verfasst, für dieses aber einfach nicht das nötige Budget zusammenbekommen. Nun ist die Filmgeschichte voll von Projekten, bei denen man sich auch Jahrzehnte später noch fragt, wie sie wohl ohne aufgezwungene finanzielle oder technische Kompromisse ausgesehen hätten, aber dieses Mal bekommen wir tatsächlich eine Antwort: Nach dem Erfolg von „The Raid“ fiel das Geldeinsammeln plötzlich sehr viel leichter und so konnte Evans seine ursprüngliche Vision als „The Raid 2“ nun doch noch in die Tat umsetzen: Dabei pulverisiert der Filmemacher nicht nur erneut die Grenzen dessen, was bisher als physisch machbar erachtet wurde, er merzt auch den einzigen Makel des Vorgängers aus und präsentiert im zweiten Anlauf neben einer weltrekordverdächtigen Anzahl an „What the Fuck“-Momenten auch eine mitreißende Story.

Noch in derselben Nacht der Geschehnisse aus „The Raid“ wird Rama (Iko Uwais) für seine nächste Mission angeheuert: Der Polizei-Rekrut soll einen Politiker-Sprössling zusammenschlagen, um sich anschließend nach seiner Verurteilung im Knast das Vertrauen von Uco (Arifin Putra), dem Sohn des mächtigen Syndikat-Bosses Bangun (Tio Pakusodewo), zu erschleichen. Statt wie geplant ein paar Monate bekommt der junge Familienvater jedoch gleich zwei Jahre aufgebrummt – aber nicht einmal das lässt ihn an seiner Mission zweifeln: Nach seiner Freilassung nimmt Rema wie geplant eine Stellung in Banguns Organisation ein. Nun muss er mit der ständigen Furcht leben, aufzufliegen und bekommt es obendrein mit scharenweise konkurrierenden Gangstern und korrupten Polizisten zu tun…

The Tournament

Alle sieben Jahre wird an einem geheim gehaltenen Ort ein besonderer Wettbewerb ausgetragen, der Millionenumsätze generiert. 30 der abgebrühtesten Profikiller treffen bei einem gnadenlosen Shoot-out aufeinander. Es gibt lediglich eine Regel: Töte oder stirb! Wer nach 24 Stunden alleine übrig bleibt, den erwarten zehn Millionen Dollar Preisgeld. Organisiert wird das illegale Spektakel, das diesmal im britischen Middlesbrough stattfindet, von dem skrupellosen Geschäftsmann Powers (Liam Cunningham), der die Action per Dauer-Live-Schaltung aus allen Winkeln der Stadt direkt an seine Spieltische überträgt, an denen eine Handvoll Verrückter aus der ganzen Welt Millionenbeträge auf den Sieger setzt. Zu den Favoriten zählen der ultra-sadistische Texaner Miles Slater (Ian Somerhalder), die chinesische Attentäterin Lai Lai Zhen (Kelly Hu), der knallharte Russe Yuri Petrov (Scott Adkins) und natürlich der Titelverteidiger Joshua Harlow (Ving Rhames), den die Ermordung seiner schwangeren Frau wieder ins Spiel getrieben hat. Der Täter soll sich seinen Informationen zufolge im Teilnehmerfeld befinden. Nachdem bereits einige ins Gras beißen mussten, betritt ein neuer Akteur das Feld. Allerdings ist der schwer versoffene Pater Joseph Macavoy (Robert Carlyle) unfreiwillig auf die Spielfläche gedrängt worden…

Steigern lässt sich die Idee eines Killer-Turniers aus Scott Manns Langfilm-Debüt „The Tournament“ eigentlich nicht mehr (selbst wenn der Plot so ähnlich schon in dem B-Reißer „Mean Guns“ mit Christopher Lambert verbraten wurde). Das ist bereits auf dem Papier so absurd, dass es ohne einen Meter Film gesehen zu haben, schon Spaß macht. Dieses unausgesprochene Versprechen löst der Regisseur konsequent von Minute eins an ein. Ohne Schnörkel zeigt der Prolog, der das Finale des Turniers vor sieben Jahren in Brasilien noch einmal aufrollt, welche Gangart hier gefahren wird. Mit einem spektakulären „Blutrutschen-Move“ sicherte sich der von Ving Rhames (Pulp Fiction,Mission: Impossible) gespielte Joshua Titel, Ruhm und Geld. Explodierende Gliedmaßen, ausgepresste Gedärme, satte Kopfschüsse… für zarte Gemüter empfiehlt sich „The Tournament“ überhaupt nicht.

Diesen knallharten Splatter-Actionstil schmeckt Regisseur Mann mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor ab. Ein Oneliner reiht sich an den nächstes, wobei es der Untertreibung des Jahres gleichkäme, diese als zynisch zu beschreiben. Besonders die offen zur Schau gestellte Blasphemie in den Szenen mit Pater Macavoy ist pure Provokation. Wer sich daran nicht stößt, hat eine ganze Menge zu lachen. Denn Robert Carlyle (Trainspotting, The Beach, Ganz oder gar nicht) gibt als Säufer des Herrn eine erinnerungswürdige Vorstellung ab. Das Zusammenspiel mit seiner ungleichen Leinwandpartnerin Kelly Hu (Terminator: Die Erlösung, X-Men 2), die gemeinsam für das Vorantreiben der Story verantwortlich sind, klappt auch prima.

Gänsehaut

Mit „Willkommen im Haus der Toten“ begann 1992 die Gruselbuchserie „Gänsehaut“ des amerikanischen Schriftstellers R.L. Stine. Im Lauf der Jahre entwickelte sich daraus das nach der „Harry Potter“-Saga zweiterfolgreichste Kinder- und Jugendromanfranchise der Welt, das bisher 70 reguläre „Goosebumps“-Bücher (so der Originaltitel), 13 Bände aus der Spin-off-Reihe „Gänsehaut HorrorLand“ und 15 sogenannte Abenteuer-Spielbücher umfasst, in denen der Leser an bestimmten Wendepunkten der Handlung unter verschiedenen Optionen auswählen kann, wie es mit der Geschichte weitergehen soll. Zwischen 1995 und 1998 entstanden zudem 74 Folgen einer „Goosebumps“-Fernsehserie (deutscher Titel: „Gänsehaut – Die Stunde der Geister“). Schon vor der Jahrtausendwende wurde auch daran gedacht, die beliebte Mischung aus verschmitztem Humor und kindertauglichem Monstergrusel ins Kino zu bringen: Tim Burton sollte produzieren, seine „Ed Wood“-Drehbuchautoren Scott Alexander und Larry Karaszewski wurden mit dem Skript beauftragt. Das Projekt kam zunächst zwar nicht zustande, aber die damals ausgeheckte Grundidee blieb erhalten, als mehr als 15 Jahre später endlich Nägel mit Köpfen gemacht wurden: In Rob Lettermans 3D-Gruselkomödie „Gänsehaut“ wird der schaurige Schabernack in eine amüsante selbstreflexive Rahmenhandlung verpackt und eine fiktionalisierte Version des Autors R.L. Stine selbst mitten hineingeworfen in den spaßigen Kampf gegen die populärsten und prägnantesten seiner Kreaturen.

Hier soll es speziell um den ersten wichtigen Teil meiner Hobbys gehen… um Filme.

Regelmäßig und gerne lasse ich mich in die Welt der bewegten Bilder entführen und möchte euch hieran teilhaben lassen… viel Spaß.


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