F. Paul Wilson – Mitternachtsmesse

Ein Vampirroman der ganz andern Art. Definitiv kann man alle erotischen und liebevollen Vorstellungen bezüglich Vampire hier vergessen. Brutal, stinkend unzivilisiert und mit einer Rangordnung und verschiedenen Variationen (fliegend, verwildert, „normal“) schildert F. Paul Wilson ein Endzeitdszenario, dass man sich durchaus gut vorstellen kann. Allerdings konnte mich dieser Roman nicht wirklich fesseln, denn irgendwie waren mir dann doch zuviele positive Zufälle dabei. Man merkt dem Roman an, dass der Autor die drei Hauptprotagonisten Joe, seine Nichte und die Nonne bis zum Schluss erhalten will. Wie durch ein Wunder überleben sie immer wieder brenzlige Situationen während andere wie die Fliegen sterben. Die Grundidee fand ich super und auch die ursprüngliche Art der Vampire haben mir sehr gut gefallen, es war mal etwas anderes als diese ganzen TeenieVampire die unsere Medien überschwemmen. Auch könnte ich mir dieses Werk gut verfilmt vorstellen. Der Autor hat durchaus das Talent einen Film im Kopf zu erzeugen auch wenn es beim Lesen etwas langatmig war. Viele Handlungsorte gab es nicht, da sich die Haupthandlung rund um die Kirche abspielt und bis auf eins zwei kleine Ausflüge bleibt der Leser samt den Figuren an einem Ort gefangen. Dies führte bei mir ein wenig zu Desinteresse und so zog sich für mich das Buch ein wenig in die Länge. Dennoch war es interessant mal Vampire aus einer anderen Sicht zu sehen, aber um mich wirklich an sich zu binden fehlte mir ein guter Spannungsbogen. Die Handlung plätscherte vor sich hin und wurde mit der Zeit ziemlich vorhersehbar. Dennoch ist es ein guter Roman der durchaus eine interessante Sicht auf die Untoten bietet.

Jan Oldenburg – Fantastik AG

Ein uralter Dozent, ein luschiger Dauerstudent im 37. Semester des Fachs Fantastik und ein Hörsaal, der tief in den Eingeweiden der Uni verborgen ist, bilden den Ausgang dieser sehr vergnüglichen Geschichte, die zahlreiche amüsante Parallelen zu „unserer“ Welt aufweist.

Die Sparpolitik zwingt die Hochschulleitung dazu, den Studiengang Fantastik zu schliessen.
Als der Professor sein Postfach in der Uni nun endgültig leeren muss, fällt aus den Unterlagen ein Blatt Papier auf den Boden – eine handgezeichnete Karte der Fernen Länder. Jenes Gebietes also, dass im Studienfach Fantastik neben angewandter Magie eines der hauptsächlichen Lehrinhalte bildet.
Doch leider ist alles nur theoretischer Natur, da eigentlich keine neuzeitlichen Augenzeugenberichte mehr den Lehrstoff untermauern können.
Die Fantastik ist ein totes Studienfach, oder nicht?

Der Besitz der Karte und vor allem die Abweichungen selbiger vom Original, bringen den Professor auf eine Idee – er bereitet eine Expedition in die Fernen Länder vor. Nicht zuletzt, um deren Existenz zu beweisen und somit den Studiengang am Leben zu erhalten.
Theodor, der ewige Student, soll ihn begleiten. Es gibt ja auch sonst niemanden. So brechen sie denn auf und erst einmal in die Uni ein, denn der Zugang zu den Fernen Ländern befindet sich – dem Professors zu Folge – im Hörsaal 043a.

Ein entrückter Held mit Hang zum Selbstmord aus Verkennung der Situation, eine listige alte Zyklopen-Omi mit Kultstatus, ein geschrumpfter Riese, der weiterhin mit der Zerstörung ganzer Städte und Landstriche droht, obwohl er kaum mehr einen Meter groß ist und viele weitere Figuren wie Elfen, Nymphen, Zwerge und Feen bevölkern die Fernen Länder.
Aber etwas läuft ganz und gar falsch hier, denn längst sind die Fernen Länder in der Hand eines totalitären Systems – der Fantastik AG, die ein großes, geheimes Ziel verfolgt und dabei mit Merchandising und aggressivem Marketing arbeitet.
Es kommt, wie es kommen muss – der Professor und sein ewiger Student müssen die Welt retten.

Jan Oldenburgs „Fanstastik AG“ habe ich in Nullkommanix ausgelesen. Die Helden sind liebenswert, die Dialoge witzig und die Parallelen zu realen Aspekten, Systemen, Geschäftsgebahren großer Konzerne, Mitmenschen und Fernsehsendungen würzen das ganze augenzwinkernd ab. Da gibt es Akademiker, die nach ihrem Studium keinen Beruf finden und eine Imbiss-Bude am Bahnhof eröffnen müssen, oder auch Mitläufer, die so ans System angepasst sind, dass sie sich sogar ihre spitzen Elfenohren kupieren lassen.
Jeder kennt doch mindestens einen Berufsdauerlächler mit inhaltlich unverbindlichen Aussagen aus seinem eigenen Umfeld, oder?
Selbst die hirnverdampfenden TV-Serien haben es bis in die Fernen Länder geschafft mit Sendungen wie etwa der Talent-Casting-Show „Wähl den Superwichtel“ oder schlimmerem.

Trotz der witzigen Ideen und Schauplätze hat das Buch in der zweiten Hälfte auch deutliche Längen und die Handlung verliert etwas an Tempo und Übersichtlichkeit.

Der Cliffhanger am Ende (gemeiner wie genialer Einfall) lässt dennoch auf eine baldige Fortsetzung hoffen.

Richard Laymon – Die Insel

Nach der Explosion einer Yacht finden sich ein paar Urlauber als Gefangene auf einer Insel wieder. Bald mal passieren alarmierende Dinge und es stellt sich heraus, dass die Explosion kein Unfall war. Erzähler ist ein 18jähriger, der die Geschhnisse in Tagebuchform aufzeichnet.
Hörte sich für mich recht interessant an und war das auch, allerdings mit ein paar Schwächen.

1) Die ständigen Wiederholungen der sexuellen Phantasien des 18jährigen Erzählers werden bald mal langweilig.
2) Das Buch ist in Tagebuchform geschrieben, was vor allem im späteren Verlauf die Erzählung ein wenig schwer glaubhaft macht. Wer nimmt sich die Zeit, in einem Tagebuch auf die schon 100mal erwähnten körperlichen Vorzüge einer Frau hinzuweisen, wenn gerade alarmierende Dinge passiert sind?
3) Einige der Handlungen der Personen sind schwachsinnig. Leser machen sich schnell ein Bild von Buchcharakteren, und wenn die nicht ständig am oberen Rand ihrer Leistungsfähigkeit agieren, werden sie unglaubwürdig. Ich hoffe, ich verrate damit nicht zuviel, aber als Beispiel möchte ich anführen, dass ein halbwegs intelligenter Mensch, der sich an zwei gefährliche schlafende Personen anschleicht, NIEMALS im Raum bleiben würde, wenn eine der beiden aufwacht und den Typen auffordert, näherzukommen. Speziell dann, wenn er das, was er haben will, schon hat.

Als positiv hab ich wiederum den flüssigen Schreibstil empfunden. Ich war bald mal durch mit dem Ding. Die Geschichte hat mich zumindest soweit gefesselt, dass ich das Buch nicht weggelegt habe.

Drei Sterne, weil’s mir im Großen und Ganzen doch Lesevergnügen bereitet hat. Wer aber die Beschreibung sexueller Gewalt selbst in Romanform inakzeptabel findet oder eine Abenteuer-Kriminalgeschichte nicht laufend von den feuchten Phantasien eines 18jährigen unterbrochen haben möchte sowie unsinniges Verhalten von Romanfiguren nicht akzeptiert, wird mit diesem Buch keinen Spaß haben.

Tim Curran – Nightcrawlers

Es ist Nacht und es regnet in Strömen. Die Arbeitsbedingungen auf dem Gelände der alten Ezren Farm waren verdammt ungemütlich. Bisher hatte das Team um Lou Kenney 8 Skelette gefunden und es werden immer mehr. Was ist hier passiert? Wieso lagen die Überreste in diesem Brachland? ‚ Plötzlich verschwindet einer der Polizisten. Kenney beschließt umgehend einen Suchtrupp zusammenzustellen und sich auf den Weg zu Ihrem verschollenen Kameraden zu machen. Was er und sein Team in dieser Nacht zu Tage fördert, hätte er lieber nicht gesehen.

Tim Curran hat mit dieser Geschichte so ziemlich alles richtig gemacht. Sie ist von Beginn an spannend und der Leser kommt kaum zum Luftholen. Es ist ein blutiger, actionreicher und lebensbedrohlicher Horror.

Curran lässt zu Beginn der Geschichte nichts anbrennen und nach einer kleinen Einleitung zu dem aktuellen Stand auf den Feldern der Ezren-Farm, wird direkt zu den ersten Vorfällen umgeschwenkt, bei denen der Leser seine Fantasie freien Lauf lassen kann und der Horror beginnt. Der erste Polizist verschwindet und die Suchmannschaft wird losgeschickt. An dieser Stelle schnellt die Spannung nach oben. Es ist wirklich beeindruckend wie schnell alles geht. Der Wechsel zwischen den Beteiligten während der Erzählung nimmt den Ereignissen zwar etwas Geschwindigkeit, doch keineswegs etwas vom Horror. Es ist beklemmend, brutal und beängstigend.

Nach diesen Geschehnissen wird es etwas ruhiger in der Geschichte und die Spannung entspannt sich auf physische Ebene etwas, allerdings werden langsam die Hintergründe zu den Ereignissen gelüftet, ganz langsam bekommt der Leser einen Einblick, allerdings wird nicht alles vollständig erklärt. Der Leser darf noch etwas mit seiner Fantasie spielen.
Nach der Hälfte überschlagen sich dann die Ereignisse. Es wird zu einem Actionfeuerwerk. Es ist erdrückend. Es ist dunkel. Sie sind überall. Sechs Leute gehen rein. Wie viele kommen raus? Das muss dann wohl der gewillte Leser selbst herausfinden.

Nightcrawlers ist eine wirklich gute Erzählung. Die Atmosphäre ist düster und beklemmend, so wie man es erwartet und wie es wirklich ‚Spaß‘ macht. Sie ist spannend, schnell, tödlich, brutal, mysteriös, alt und böse, aber auch überraschend, denn nicht immer ist alles so wie man es sich denkt. Curran hat alles richtig gemacht.

Bryan Smith – Verkommen

Als Jessica ihren Vergewaltiger Hoke in einem verlassenen Waldstück hinrichten will erscheint plötzlich eine Gruppe degenerierter Hinterwäldler. Sie verschleppen Hoke und jagen Jessica, die sich den mordlüsternen Gestalten entziehen kann. Was Jessica nicht weiß, ist, dass die Einwohner von Hopkins Bend eine verschworene Gemeinschaft sind und die inzestuösen Bewohner suchen dringend nach Frischfleisch für den großen Festtagsschmaus. Das müssen auch Megan Phillips und ihr Freund Pete Miller feststellen, als sie an einem Rastplatz nahe Hopkins Bend halt machen. Pete gerät in die Fänge der pervers veranlagten Familie Preston und wird auf dem Anwesen der Sippe in einen Zwinger gesperrt, in dem bereits ein Opfer der Prestons auf den großen Festtagsschmaus wartet. Megan gelingt zunächst die Flucht, die jäh endet, als Deputy Hal sie aufgreift. Doch das Gesetz in Hopkins Bend ist alles andere als ein Freund und Helfer. Auch für Megan beginnt ein Alptaum von beispielloser Grausamkeit. Währenddessen macht Hoke die Bekanntschaft mit dem sinistren Garner, der von sich behauptet die Kinchers, eine rückständige Familie von schrecklichem Aussehen, verflucht zu haben. Und dann ist da noch Abby Maynard, eine junge Frau, die von ihrer Familie verachtet wird, weil sie als einzige noch keine Kinder bekommen hat. Stoisch erträgt sie die Demütigungen ihrer Mutter und ihrer Schwester, bis sie eines Tages den Entschluss fast zu fliehen. Helfen soll ihr ausgerechnet die Beute, die für den großen Festtagsschmaus herhalten soll.

Auf gut 380 Seiten entfesselt der Autor Bryan Smith einen Alptraum von beklemmender Intensität. Sex, Gewalt und Tod sind die Eckpfeiler der Geschichte, zwischen denen sich die Protagonisten bewegen. Insgesamt fünf Handlungsstränge müssen parallel verfolgt werden, was jedoch kein Problem ist, denn Smith hat die Figuren sehr lebendig charakterisiert. Dabei wird jeder Protagonist mit einer anderen schrecklichen Facette von Hopkins Bend konfrontiert. Doch wo andere Autoren andeuten und wegblenden, hält Bryan Smith gnadenlos drauf. Alles was passiert wird detailliert beschrieben und wer allzu zart besaitet ist, sollte die Finger von dem Buch lassen. Häufig werden Bücher und DVDs aus werbetechnischen Gründen mit ausdrücklichen Warnungen versehen, in diesem Fall wäre ein solcher Button absolut gerechtfertigt, denn die Lektüre dieses Romans ist erst ab 18 Jahren empfehlenswert. Smith bedient sich darüber hinaus eines minimalistischen Schreibstils, bei dem er sich nicht allzu lange mit Nebensächlichkeiten und Landschaftsbeschreibungen aufhält. Der Autor kommt schnell zur Sache und fährt große Geschütze auf, um den Leser zu schocken. Bryan Smith schreibt so rasant und kurzweilig wie Richard Laymon, inklusive dessen Vorliebe für derben Sex. Die Figuren aus ‚Verkommen‘ sind gewöhnliche Menschen, die aus heiterem Himmel in extreme Situationen geraten und Smith zeigt dem Leser, was solche Erfahrungen aus einem Menschen machen können. Der Roman ist darüber hinaus gespickt mit überraschenden Wendungen und knallharter Action, ausgestattet mit einem Finale, an dem Quentin Tarantino seine helle Freude haben würde. Mit „Verkommen“ bekommt der Leser einen Horror-Trip der Superlative serviert, der in keiner ernstzunehmenden Horror-Sammlung fehlen sollte.

Brian Hodge – Nightlife

„Skullflush“ nennt sich eine neue Droge, die scheinbar aus dem Nichts ihren Weg vom Regenwald hinein ins glitzernde Nachtleben von Miami gefunden hat – und mit Nachdruck auf sich aufmerksam macht. Denn diese Droge ist anders; sehr viel anders sogar. Wer eine Prise „Skullflush“ konsumiert, wird nie mehr der Gleiche sein. Denn das grüne Pulver aus dem Regenwald kann mehr als nur kurze Phasen der Freude schenken. Vielmehr verwandelt es normale – oder auch weniger normale – Menschen in reißende Bestien; Kreaturen, die nur noch einen Daseinszweck kennen: Dem Töten. Ein Strudel aus Zufällen sorgt dafür, dass der Journalist Justin Trent eines Abends Bekanntschaft mit dem grünen Pulver schließt. Ganz zu schweigen von Tony Mendoza, seines Zeichens Drogendealer und für jede Gewalttat zu haben. Und als Justin ihm das Skullflush entwendet, bevor es weiteres Unheil anrichten kann, zückt Mendoza natürlich die Waffen – bereit, seinem Gegner eine Kugel zwischen die Augen zu jagen und wieder in den Besitz der Droge zu kommen.

Eine ungeheuer spannende Geschichte, die mich schon nach den ersten Seiten in ihren Bann gezogen hat. Die Charaktere sind sehr detailreich, werden psychologisch hervorragend ausgeleuchtet, und die ganze Situation und die Abläufe sind (soweit es das phantastische Element zuläßt) realistisch und logisch dargestellt. Man bekommt einen Einblick in den Alltag von Dealern und Drogenbossen, in ihre Motive, Methoden und gelegentlich auch ihre Skrupel.

In den Händen eines anderen Autors wäre die Story um die geheimnisvolle Droge aus dem Urwald zu einer splattrigen Pulp-Story ohne viel Tiefgang geworden. Doch Hodge lässt sich glücklicherweise nicht auf diesen Fehler ein und verleiht seinen Hauptpersonen Tiefe und eine Vergangenheit. Ohnehin wird Zwischenmenschliches sehr groß geschrieben in „Nightlife“. Aber ganz ohne Tempo und Dramatik kommt das Werk dann nun doch nicht aus. Mit einem erstaunlichen Gespür für perfekte Übergänge wechselt Hodge mehrmals auf drastische Art und Weise zwischen Zart und Hart. Alles in allem kann man dem Festa-Verlag also mal wieder dazu gratulieren, ein weiteres Horror-Kleinod ausgegraben und an die deutschen Horrorfans weitergereicht zu haben.

Christina Stein – Wonderland

Sie machen eine Reise ins Paradies und landen in der Hölle auf Erden: in Thailand. Eigentlich war ein perfekter Urlaub geplant, doch als Lizzy am Morgen nach einer Strandparty aufwacht, ist sie gefangen. Mitten im Dschungel, mit ihren besten Freunden – und mit Jacob, einem unbekannten Jungen, der sie auf diese Strandparty in der riesigen Villa eingeladen hatte. Keiner kennt ihn. Nun sind sie alle in einem Reality Game gelandet, in dem es nur verlieren oder gewinnen gibt. Es gibt keinen Ausweg.
Lizzy wollte mit ihren Freunden Urlaub in Thailand machen. Sommer, Sonne, Strand und Palmen. Auf Einladung von Jacob, dem Jungen, den sie zufällig treffen, landen sie in einer riesigen Villa am Strand. Am Morgen nach der Strandparty wachen die Freunde auf und sind auf einmal gefangen. Gefangen mitten im Dschungel. In einer Art Bunkeranlage aus der es keinen Ausweg gibt. Die Freunde sollen sich opfern oder ein Opfer bestimmen. Alle paar Tage soll jemand geopfert werden. Sie können nur verlieren oder gewinnen. Sie wissen nicht, wie sie aus diesem Reality Game wieder hinaus kommen können. Sie wissen nicht, wie und warum sie in diesem Reality Game gelandet sind. Sie wissen nicht, wer der Drahtzieher ist.

Abgesehen vom Schreibstil konnte mich das Buch in allen Punkten überzeugen. Viele Andeutungen und wechselnde Perspektiven sorgen für jede Menge Spannung. Nach und nach erfährt man etwas mehr über die verschiedenen Jugendlichen. Trotz verschiedener Perspektiven und Rückblicke werden eigentlich nur Liz und Jacob als Charaktere richtig vertieft. Die übrigen Protagonisten blieben relativ blass, was mich aber nicht großartig gestört hat. Viele kleine Andeutungen laden zum Miträtseln ein. Der Spannungsbogen wird bis zur letzten Seite hoch gehalten und lässt den Leser kaum zu Atem kommen. Man fliegt nur so durch die Seiten. Ich habe das Buch an einem Tag durchgelesen, da ich es nicht mehr aus der Hand legen wollte. Zum Ende hin verspricht das Buch mit einem aufregendem Showdown noch einmal Hochspannung. Die Auflösung am Schluß hat mir sehr gut gefallen. Insgesamt ist „Wonderland“ von Christina Stein ein lesenswerter und spannender Jugend-Thriller, den ich gerne weiterempfehlen werde.

Wade H. Garrett – Ein Blick In Die Hölle Buch 1

Der „Racheengel“ Seth hat nur eines im Sinn: Vergeltung an Kriminellen, die nicht oder nicht ausreichend für ihre Taten gebüßt haben. Hierfür hat er sich seine eigene private Folterkammer erschaffen. Der Ort ist die Hölle auf Erden. Eine Hölle aus der es kein Entkommen gibt und in der die Qualen niemals enden. Seinen Neuzugang nennt er Dicky. Er ist aus einem ganz bestimmten Grund in der Hölle gelandet, doch bevor Seth ihm verrät was er Besonderes für ihn geplant hat, erzählt er ihm die Geschichten der anderen Opfer.

Schon die ersten 50 Seiten sind unfassbar brutal und blutig. Seth verübt krasse Folterszenen und bestraft so die Menschen, bei denen er denkt, dass sie das Gesetz nicht hart genug bestraft hat. Das erschreckende bei der Folter ist, dass er sie so foltert, dass sie möglichst große Schmerzen haben, aber auch möglichst lange überleben, zur Not versucht er sie ein Stück weit zu heilen. Natürlich geht es nicht nur um Folter, sondern Seth erzählt seinen Opfern auch, warum er andere gefangen genommen hat und wie er dabei vor gegangen ist. Dadurch erfährt man sehr viel Opfer, was super interessant war.

Hier wird detailliert beschrieben, wie ein „Racheengel“ mit Verbrechern abrechnet, indem er sie jahrelang unvorstellbaren Torturen aussetzt. Nichts wird ausgespart und der Protagonist bekommt im Laufe der Geschichte auch keine Gewissensbisse oder fängt an, an sich zu zweifeln. Hier zieht der Hauptakteur seine Bestrafungen kompromisslos und ohne Anflug von Reue konsequent bis zum bitteren Ende durch und wird als sehr intelligenter und konsequent (im wahrsten Sinne des Wortes) handelnder Mensch beschrieben.

Edward Lee – Shifters

Locke, ein mittelloser Dichter, frisch von seiner Verlobten verlassen, gerät in einen Strudel von Verdächtigungen, nachdem er immer wieder in Verbindung mit bestialischen Morden in seiner Umgebung gebracht wird. Das Böse, scheinbar in Gestalt einer Rothaarigen, bestraft die Sünder der Stadt. Auch Locke erhält ein sündiges, unmoralisches Angebot. Er soll für den mysteriösen Lehte ein privates Gedichtband schreiben und ist der Verlockung erlegen…

Das Buch beginnt wie Kannibalin versus Dracula und geendet hat es in verstörender, unwirklicher, perverser, stark gewalttätiger Darstellung von Szenen, wie man sie sich vielleicht in der Hölle vorstellt. Positiv überrascht hat mich der anspruchsvolle, gehobene Schreibstil, den ich bei einem Buch von Edward Lee wahrlich nicht für möglich gehalten hätte. Vermischt wird dieses aber mit bekannten Obszönitäten die nur schwer verdaulich sind was man mögen muss oder eben nicht…

Poetischer Exorzismus! Verstörender Horror, der einem den Magen umdrehen kann. Eben genau so wie Horror einfach sein muss…

Valerie Loe – Im Zeichen des Lotus

Penelope 22 Jahre alt befindet sich im Irland des Jahres 2016 auf der Flucht… als sie von einem seltsamen Wesen den sogenannten Nimh nieder gerungen wird entfesselt sie bei dem Versuch Kräfte aus Ihren Fingerspitzen welche die Angreifer mit rotem Nebel verbrennen und Penelope gleichzeitig stärken worauf sich seltsame Risse auf Ihrer Haut bilden… Penelope plagen Alpträume von den Monstern… Sie verspürt den Drang zu jagen und hat seltsame Träume über Ihre Ausbildung in einer Kampfarena die sie allerdings nicht zuordnen kann… Penelope grübelt warum niemand sonst ausser ihr anscheinend die Nimh sehen kann und entdeckt dass sie verfolgt wird… ein mysteriöser schwarzer Schatten der ebenfalls nach Blumen duftet… Penelope denkt darüber nach dass sie nicht die einzige Jägerin ist die auf der Suche nach den Nimh ist… Sie bereitet sich erneut auf die Jagd vor…
Was für ein Einstieg… ich habe mich auf die Leserunde beworben… weil mir eigentlich einfach nur das Coverbild des Buches gefallen hat… Der Blick der jungen Frau mit den roten Haaren umgeben von Sternenglanz oder auch Schneeflocken haben mich sofort angesprochen… Ich muss sagen das ist eines der schönsten Buchcover die ich in den letzten Monaten oder sogar Jahren zu sehen bekommen habe und war deswegen auch auf den Inhalt sehr gespannt… Ich muss sagen ich habe etwas vollkommen anderes erwartet das meine ich allerdings im positiven Sinn… Ich dachte es ginge wieder mal um eine Fantasygeschchte die in vergangenen Jahrhunderten in einem Paralelluniversum spielt (was ich an sich nicht schlimm finde)… aber was Autorin Valerie Loe hier abgeliefert hat, hat mich einfach nur umgehauen… von der ersten Seite an habe ich mich in der Story wohlgefühlt und man konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen… Ich habe mich sofort in die Geschichte fallen lassen können und mich dort pudelwohl gefühlt… die Beschreibung der Örtlichkeiten und der Protagonisten fand ich wunderbar… Ich persönlich bin jemand… der sich mit mehreren paralellen Erzählsträngen schwer tut… aber „Im Zeichen des Lotus“ hat mich einfach nur begeistert… nein es hat mich eigentlich sehnsüchtig zurückgelassen weil die Geschichte viel zu schnell vorbei war… Ich habe mich immer wieder an Underworld erinnert gefühlt was definitiv als grosses Lob zu sehen ist was nicht bedeutet dass hier irgendetwas abgekupfert ist… Wer auf düstere Geschichten steht die einen schnell in seinen Bann ziehen ist bei Valerie Loe genau richtig und ich werde mir definitiv die Fortsetzung der Geschichte nicht entgehen lassen… Ich bin selbst überrascht da ich eher im Bereich Horror/Thriller unterwegs bin… aber „Im Zeichen des Lotus“ hat die Spannungskurve angezogen und ich will definitiv mehr davon…