Richard Laymon – Die Insel

Nach der Explosion einer Yacht finden sich ein paar Urlauber als Gefangene auf einer Insel wieder. Bald mal passieren alarmierende Dinge und es stellt sich heraus, dass die Explosion kein Unfall war. Erzähler ist ein 18jähriger, der die Geschhnisse in Tagebuchform aufzeichnet.
Hörte sich für mich recht interessant an und war das auch, allerdings mit ein paar Schwächen.

1) Die ständigen Wiederholungen der sexuellen Phantasien des 18jährigen Erzählers werden bald mal langweilig.
2) Das Buch ist in Tagebuchform geschrieben, was vor allem im späteren Verlauf die Erzählung ein wenig schwer glaubhaft macht. Wer nimmt sich die Zeit, in einem Tagebuch auf die schon 100mal erwähnten körperlichen Vorzüge einer Frau hinzuweisen, wenn gerade alarmierende Dinge passiert sind?
3) Einige der Handlungen der Personen sind schwachsinnig. Leser machen sich schnell ein Bild von Buchcharakteren, und wenn die nicht ständig am oberen Rand ihrer Leistungsfähigkeit agieren, werden sie unglaubwürdig. Ich hoffe, ich verrate damit nicht zuviel, aber als Beispiel möchte ich anführen, dass ein halbwegs intelligenter Mensch, der sich an zwei gefährliche schlafende Personen anschleicht, NIEMALS im Raum bleiben würde, wenn eine der beiden aufwacht und den Typen auffordert, näherzukommen. Speziell dann, wenn er das, was er haben will, schon hat.

Als positiv hab ich wiederum den flüssigen Schreibstil empfunden. Ich war bald mal durch mit dem Ding. Die Geschichte hat mich zumindest soweit gefesselt, dass ich das Buch nicht weggelegt habe.

Drei Sterne, weil’s mir im Großen und Ganzen doch Lesevergnügen bereitet hat. Wer aber die Beschreibung sexueller Gewalt selbst in Romanform inakzeptabel findet oder eine Abenteuer-Kriminalgeschichte nicht laufend von den feuchten Phantasien eines 18jährigen unterbrochen haben möchte sowie unsinniges Verhalten von Romanfiguren nicht akzeptiert, wird mit diesem Buch keinen Spaß haben.

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