Brian Hodge – Nightlife

„Skullflush“ nennt sich eine neue Droge, die scheinbar aus dem Nichts ihren Weg vom Regenwald hinein ins glitzernde Nachtleben von Miami gefunden hat – und mit Nachdruck auf sich aufmerksam macht. Denn diese Droge ist anders; sehr viel anders sogar. Wer eine Prise „Skullflush“ konsumiert, wird nie mehr der Gleiche sein. Denn das grüne Pulver aus dem Regenwald kann mehr als nur kurze Phasen der Freude schenken. Vielmehr verwandelt es normale – oder auch weniger normale – Menschen in reißende Bestien; Kreaturen, die nur noch einen Daseinszweck kennen: Dem Töten. Ein Strudel aus Zufällen sorgt dafür, dass der Journalist Justin Trent eines Abends Bekanntschaft mit dem grünen Pulver schließt. Ganz zu schweigen von Tony Mendoza, seines Zeichens Drogendealer und für jede Gewalttat zu haben. Und als Justin ihm das Skullflush entwendet, bevor es weiteres Unheil anrichten kann, zückt Mendoza natürlich die Waffen – bereit, seinem Gegner eine Kugel zwischen die Augen zu jagen und wieder in den Besitz der Droge zu kommen.

Eine ungeheuer spannende Geschichte, die mich schon nach den ersten Seiten in ihren Bann gezogen hat. Die Charaktere sind sehr detailreich, werden psychologisch hervorragend ausgeleuchtet, und die ganze Situation und die Abläufe sind (soweit es das phantastische Element zuläßt) realistisch und logisch dargestellt. Man bekommt einen Einblick in den Alltag von Dealern und Drogenbossen, in ihre Motive, Methoden und gelegentlich auch ihre Skrupel.

In den Händen eines anderen Autors wäre die Story um die geheimnisvolle Droge aus dem Urwald zu einer splattrigen Pulp-Story ohne viel Tiefgang geworden. Doch Hodge lässt sich glücklicherweise nicht auf diesen Fehler ein und verleiht seinen Hauptpersonen Tiefe und eine Vergangenheit. Ohnehin wird Zwischenmenschliches sehr groß geschrieben in „Nightlife“. Aber ganz ohne Tempo und Dramatik kommt das Werk dann nun doch nicht aus. Mit einem erstaunlichen Gespür für perfekte Übergänge wechselt Hodge mehrmals auf drastische Art und Weise zwischen Zart und Hart. Alles in allem kann man dem Festa-Verlag also mal wieder dazu gratulieren, ein weiteres Horror-Kleinod ausgegraben und an die deutschen Horrorfans weitergereicht zu haben.

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