Brian Hodge – Nightlife

205„Skullflush“ nennt sich eine neue Droge, die scheinbar aus dem Nichts ihren Weg vom Regenwald hinein ins glitzernde Nachtleben von Miami gefunden hat – und mit Nachdruck auf sich aufmerksam macht. Denn diese Droge ist anders; sehr viel anders sogar. Wer eine Prise „Skullflush“ konsumiert, wird nie mehr der Gleiche sein. Denn das grüne Pulver aus dem Regenwald kann mehr als nur kurze Phasen der Freude schenken. Vielmehr verwandelt es normale – oder auch weniger normale – Menschen in reißende Bestien; Kreaturen, die nur noch einen Daseinszweck kennen: Dem Töten. Ein Strudel aus Zufällen sorgt dafür, dass der Journalist Justin Trent eines Abends Bekanntschaft mit dem grünen Pulver schließt. Ganz zu schweigen von Tony Mendoza, seines Zeichens Drogendealer und für jede Gewalttat zu haben. Und als Justin ihm das Skullflush entwendet, bevor es weiteres Unheil anrichten kann, zückt Mendoza natürlich die Waffen – bereit, seinem Gegner eine Kugel zwischen die Augen zu jagen und wieder in den Besitz der Droge zu kommen.

Eine ungeheuer spannende Geschichte, die mich schon nach den ersten Seiten in ihren Bann gezogen hat. Die Charaktere sind sehr detailreich, werden psychologisch hervorragend ausgeleuchtet, und die ganze Situation und die Abläufe sind (soweit es das phantastische Element zuläßt) realistisch und logisch dargestellt. Man bekommt einen Einblick in den Alltag von Dealern und Drogenbossen, in ihre Motive, Methoden und gelegentlich auch ihre Skrupel.

In den Händen eines anderen Autors wäre die Story um die geheimnisvolle Droge aus dem Urwald zu einer splattrigen Pulp-Story ohne viel Tiefgang geworden. Doch Hodge lässt sich glücklicherweise nicht auf diesen Fehler ein und verleiht seinen Hauptpersonen Tiefe und eine Vergangenheit. Ohnehin wird Zwischenmenschliches sehr groß geschrieben in „Nightlife“. Aber ganz ohne Tempo und Dramatik kommt das Werk dann nun doch nicht aus. Mit einem erstaunlichen Gespür für perfekte Übergänge wechselt Hodge mehrmals auf drastische Art und Weise zwischen Zart und Hart. Alles in allem kann man dem Festa-Verlag also mal wieder dazu gratulieren, ein weiteres Horror-Kleinod ausgegraben und an die deutschen Horrorfans weitergereicht zu haben.

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Christina Stein – Wonderland

wonderlandSie machen eine Reise ins Paradies und landen in der Hölle auf Erden: in Thailand. Eigentlich war ein perfekter Urlaub geplant, doch als Lizzy am Morgen nach einer Strandparty aufwacht, ist sie gefangen. Mitten im Dschungel, mit ihren besten Freunden – und mit Jacob, einem unbekannten Jungen, der sie auf diese Strandparty in der riesigen Villa eingeladen hatte. Keiner kennt ihn. Nun sind sie alle in einem Reality Game gelandet, in dem es nur verlieren oder gewinnen gibt. Es gibt keinen Ausweg.
Lizzy wollte mit ihren Freunden Urlaub in Thailand machen. Sommer, Sonne, Strand und Palmen. Auf Einladung von Jacob, dem Jungen, den sie zufällig treffen, landen sie in einer riesigen Villa am Strand. Am Morgen nach der Strandparty wachen die Freunde auf und sind auf einmal gefangen. Gefangen mitten im Dschungel. In einer Art Bunkeranlage aus der es keinen Ausweg gibt. Die Freunde sollen sich opfern oder ein Opfer bestimmen. Alle paar Tage soll jemand geopfert werden. Sie können nur verlieren oder gewinnen. Sie wissen nicht, wie sie aus diesem Reality Game wieder hinaus kommen können. Sie wissen nicht, wie und warum sie in diesem Reality Game gelandet sind. Sie wissen nicht, wer der Drahtzieher ist.

Abgesehen vom Schreibstil konnte mich das Buch in allen Punkten überzeugen. Viele Andeutungen und wechselnde Perspektiven sorgen für jede Menge Spannung. Nach und nach erfährt man etwas mehr über die verschiedenen Jugendlichen. Trotz verschiedener Perspektiven und Rückblicke werden eigentlich nur Liz und Jacob als Charaktere richtig vertieft. Die übrigen Protagonisten blieben relativ blass, was mich aber nicht großartig gestört hat. Viele kleine Andeutungen laden zum Miträtseln ein. Der Spannungsbogen wird bis zur letzten Seite hoch gehalten und lässt den Leser kaum zu Atem kommen. Man fliegt nur so durch die Seiten. Ich habe das Buch an einem Tag durchgelesen, da ich es nicht mehr aus der Hand legen wollte. Zum Ende hin verspricht das Buch mit einem aufregendem Showdown noch einmal Hochspannung. Die Auflösung am Schluß hat mir sehr gut gefallen. Insgesamt ist „Wonderland“ von Christina Stein ein lesenswerter und spannender Jugend-Thriller, den ich gerne weiterempfehlen werde.