Ryan C. Thomas – Der Sommer Als Ich Starb

„Der Sommer als ich starb“ von Ryan C. Thomas beginnt harmlos und seicht. Roger und Tooth sind schon lange Freunde. Roger ist nun jedoch auf dem College und beide Freunde merken, dass sich ihre Leben zukünftig verändern werden. Dieser Sommer könnte der letzte sein…  Die beiden Hauptprotagonisten  befinden sich im Wald und schießen auf Bierdosen, als sie den schrecklichen Schrei einer Frau vernehmen. Sie sind hin- und hergerissen, der Schrei war unmissverständlich. Die Frau, die ihn ausgestoßen hat Todesangst. Zum Leidwesen der beiden Freunde entscheiden sich beide tatsächlich dazu, der Frau zu helfen, auch wenn sie sich selbst fürchten vor dem Grund, der diesen Schrei ausgelöst hat… Kurz darauf befinden sie sich in Gefangenschaft und sehen ihrem nahen, schmerzhaften Tod entgegen. Ihr Peiniger lässt ihnen keine Hoffnung und schon bald entwickelt sich ein Crescendo aus Folter, Verstümmelung und Mord…

“Der Sommer, als ich starb” stürzt den Leser zusammen mit zwei Charakteren, die gut geschildert, aber ehrlicherweise auch nicht wirklich besonders sind, in die dunklen Abgründe eines Psychopathen und dessen Vorstellung von Gerechtigkeit. Roger muss mit ansehen, wie sein bester Freund sowie eine Ihnen unbekannte Frau gefoltert werden und wird auch selbst Bestandteil dieser Gewaltorgie. Es scheint keinen Ausweg aus dieser Hölle zu geben und als der Mann schließlich noch eine vierte Person einführt schwindet jegliche Hoffnung.

Thomas hat hier ein wirklich gutes Horrorbuch geschrieben, dass definitiv in die Schublade Splatter und Gore einzuordnen ist. Trotzdem vergisst er inmitten all dieser Gewalt seine Charaktere nicht. Es gibt teilweise etwas unlogische Momente und manche Entwicklungen haben mir persönlich nicht wirklich gefallen, jedoch ist das Ganze dennoch rund und schmackhaft für jemanden, der ab und an gerne mal in diese Abgründe der Menschheit blickt und mit dem Lesen der letzten Seite froh ist, dies nie selbst erleben zu müssen.

Der Schluss des Buches hat mir ausserordentlich gut gefallen. Realistisch und wie ich finde intelligent löst der Autor seine Geschichte auf und lässt den Leser mit Eindrücken zurück, die dann erstmal verarbeitet werden müssen. Generell ist das große Plus dieser Geschichte, dass hier kaum übertrieben wird. So ungern man dies denken möchte: Genau das könnte in diesem Moment wirklich irgendwo passieren. Man stehe den armen Seelen bei, die dort involviert sind. Alles in allem wurde ich hervorragend unterhalten… Wie ich im Internet nachlesen konnte war die Veröffentlichung des Festa-Verlages nicht die Erstauflage… Das Buch ist in dieser Form anscheinend früher schon einmal veröffentlicht worden… Da ich mir hierüber allerdings nicht wirklich sicher bin (im Internet kursieren aber auch unterschiedliche Coverabbildungen) möchte ich mich hierüber nicht aus dem Fenster lehnen…

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