Wade H. Garrett – Ein Blick In Die Hölle Buch 1

Der „Racheengel“ Seth hat nur eines im Sinn: Vergeltung an Kriminellen, die nicht oder nicht ausreichend für ihre Taten gebüßt haben. Hierfür hat er sich seine eigene private Folterkammer erschaffen. Der Ort ist die Hölle auf Erden. Eine Hölle aus der es kein Entkommen gibt und in der die Qualen niemals enden. Seinen Neuzugang nennt er Dicky. Er ist aus einem ganz bestimmten Grund in der Hölle gelandet, doch bevor Seth ihm verrät was er Besonderes für ihn geplant hat, erzählt er ihm die Geschichten der anderen Opfer.

Schon die ersten 50 Seiten sind unfassbar brutal und blutig. Seth verübt krasse Folterszenen und bestraft so die Menschen, bei denen er denkt, dass sie das Gesetz nicht hart genug bestraft hat. Das erschreckende bei der Folter ist, dass er sie so foltert, dass sie möglichst große Schmerzen haben, aber auch möglichst lange überleben, zur Not versucht er sie ein Stück weit zu heilen. Natürlich geht es nicht nur um Folter, sondern Seth erzählt seinen Opfern auch, warum er andere gefangen genommen hat und wie er dabei vor gegangen ist. Dadurch erfährt man sehr viel Opfer, was super interessant war.

Hier wird detailliert beschrieben, wie ein „Racheengel“ mit Verbrechern abrechnet, indem er sie jahrelang unvorstellbaren Torturen aussetzt. Nichts wird ausgespart und der Protagonist bekommt im Laufe der Geschichte auch keine Gewissensbisse oder fängt an, an sich zu zweifeln. Hier zieht der Hauptakteur seine Bestrafungen kompromisslos und ohne Anflug von Reue konsequent bis zum bitteren Ende durch und wird als sehr intelligenter und konsequent (im wahrsten Sinne des Wortes) handelnder Mensch beschrieben.

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Edward Lee – Shifters

Locke, ein mittelloser Dichter, frisch von seiner Verlobten verlassen, gerät in einen Strudel von Verdächtigungen, nachdem er immer wieder in Verbindung mit bestialischen Morden in seiner Umgebung gebracht wird. Das Böse, scheinbar in Gestalt einer Rothaarigen, bestraft die Sünder der Stadt. Auch Locke erhält ein sündiges, unmoralisches Angebot. Er soll für den mysteriösen Lehte ein privates Gedichtband schreiben und ist der Verlockung erlegen…

Das Buch beginnt wie Kannibalin versus Dracula und geendet hat es in verstörender, unwirklicher, perverser, stark gewalttätiger Darstellung von Szenen, wie man sie sich vielleicht in der Hölle vorstellt. Positiv überrascht hat mich der anspruchsvolle, gehobene Schreibstil, den ich bei einem Buch von Edward Lee wahrlich nicht für möglich gehalten hätte. Vermischt wird dieses aber mit bekannten Obszönitäten die nur schwer verdaulich sind was man mögen muss oder eben nicht…

Poetischer Exorzismus! Verstörender Horror, der einem den Magen umdrehen kann. Eben genau so wie Horror einfach sein muss…

Valerie Loe – Im Zeichen des Lotus

Penelope 22 Jahre alt befindet sich im Irland des Jahres 2016 auf der Flucht… als sie von einem seltsamen Wesen den sogenannten Nimh nieder gerungen wird entfesselt sie bei dem Versuch Kräfte aus Ihren Fingerspitzen welche die Angreifer mit rotem Nebel verbrennen und Penelope gleichzeitig stärken worauf sich seltsame Risse auf Ihrer Haut bilden… Penelope plagen Alpträume von den Monstern… Sie verspürt den Drang zu jagen und hat seltsame Träume über Ihre Ausbildung in einer Kampfarena die sie allerdings nicht zuordnen kann… Penelope grübelt warum niemand sonst ausser ihr anscheinend die Nimh sehen kann und entdeckt dass sie verfolgt wird… ein mysteriöser schwarzer Schatten der ebenfalls nach Blumen duftet… Penelope denkt darüber nach dass sie nicht die einzige Jägerin ist die auf der Suche nach den Nimh ist… Sie bereitet sich erneut auf die Jagd vor…
Was für ein Einstieg… ich habe mich auf die Leserunde beworben… weil mir eigentlich einfach nur das Coverbild des Buches gefallen hat… Der Blick der jungen Frau mit den roten Haaren umgeben von Sternenglanz oder auch Schneeflocken haben mich sofort angesprochen… Ich muss sagen das ist eines der schönsten Buchcover die ich in den letzten Monaten oder sogar Jahren zu sehen bekommen habe und war deswegen auch auf den Inhalt sehr gespannt… Ich muss sagen ich habe etwas vollkommen anderes erwartet das meine ich allerdings im positiven Sinn… Ich dachte es ginge wieder mal um eine Fantasygeschchte die in vergangenen Jahrhunderten in einem Paralelluniversum spielt (was ich an sich nicht schlimm finde)… aber was Autorin Valerie Loe hier abgeliefert hat, hat mich einfach nur umgehauen… von der ersten Seite an habe ich mich in der Story wohlgefühlt und man konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen… Ich habe mich sofort in die Geschichte fallen lassen können und mich dort pudelwohl gefühlt… die Beschreibung der Örtlichkeiten und der Protagonisten fand ich wunderbar… Ich persönlich bin jemand… der sich mit mehreren paralellen Erzählsträngen schwer tut… aber „Im Zeichen des Lotus“ hat mich einfach nur begeistert… nein es hat mich eigentlich sehnsüchtig zurückgelassen weil die Geschichte viel zu schnell vorbei war… Ich habe mich immer wieder an Underworld erinnert gefühlt was definitiv als grosses Lob zu sehen ist was nicht bedeutet dass hier irgendetwas abgekupfert ist… Wer auf düstere Geschichten steht die einen schnell in seinen Bann ziehen ist bei Valerie Loe genau richtig und ich werde mir definitiv die Fortsetzung der Geschichte nicht entgehen lassen… Ich bin selbst überrascht da ich eher im Bereich Horror/Thriller unterwegs bin… aber „Im Zeichen des Lotus“ hat die Spannungskurve angezogen und ich will definitiv mehr davon…

Ryan C. Thomas – Der Sommer Als Ich Starb

„Der Sommer als ich starb“ von Ryan C. Thomas beginnt harmlos und seicht. Roger und Tooth sind schon lange Freunde. Roger ist nun jedoch auf dem College und beide Freunde merken, dass sich ihre Leben zukünftig verändern werden. Dieser Sommer könnte der letzte sein…  Die beiden Hauptprotagonisten  befinden sich im Wald und schießen auf Bierdosen, als sie den schrecklichen Schrei einer Frau vernehmen. Sie sind hin- und hergerissen, der Schrei war unmissverständlich. Die Frau, die ihn ausgestoßen hat Todesangst. Zum Leidwesen der beiden Freunde entscheiden sich beide tatsächlich dazu, der Frau zu helfen, auch wenn sie sich selbst fürchten vor dem Grund, der diesen Schrei ausgelöst hat… Kurz darauf befinden sie sich in Gefangenschaft und sehen ihrem nahen, schmerzhaften Tod entgegen. Ihr Peiniger lässt ihnen keine Hoffnung und schon bald entwickelt sich ein Crescendo aus Folter, Verstümmelung und Mord…

“Der Sommer, als ich starb” stürzt den Leser zusammen mit zwei Charakteren, die gut geschildert, aber ehrlicherweise auch nicht wirklich besonders sind, in die dunklen Abgründe eines Psychopathen und dessen Vorstellung von Gerechtigkeit. Roger muss mit ansehen, wie sein bester Freund sowie eine Ihnen unbekannte Frau gefoltert werden und wird auch selbst Bestandteil dieser Gewaltorgie. Es scheint keinen Ausweg aus dieser Hölle zu geben und als der Mann schließlich noch eine vierte Person einführt schwindet jegliche Hoffnung.

Thomas hat hier ein wirklich gutes Horrorbuch geschrieben, dass definitiv in die Schublade Splatter und Gore einzuordnen ist. Trotzdem vergisst er inmitten all dieser Gewalt seine Charaktere nicht. Es gibt teilweise etwas unlogische Momente und manche Entwicklungen haben mir persönlich nicht wirklich gefallen, jedoch ist das Ganze dennoch rund und schmackhaft für jemanden, der ab und an gerne mal in diese Abgründe der Menschheit blickt und mit dem Lesen der letzten Seite froh ist, dies nie selbst erleben zu müssen.

Der Schluss des Buches hat mir ausserordentlich gut gefallen. Realistisch und wie ich finde intelligent löst der Autor seine Geschichte auf und lässt den Leser mit Eindrücken zurück, die dann erstmal verarbeitet werden müssen. Generell ist das große Plus dieser Geschichte, dass hier kaum übertrieben wird. So ungern man dies denken möchte: Genau das könnte in diesem Moment wirklich irgendwo passieren. Man stehe den armen Seelen bei, die dort involviert sind. Alles in allem wurde ich hervorragend unterhalten… Wie ich im Internet nachlesen konnte war die Veröffentlichung des Festa-Verlages nicht die Erstauflage… Das Buch ist in dieser Form anscheinend früher schon einmal veröffentlicht worden… Da ich mir hierüber allerdings nicht wirklich sicher bin (im Internet kursieren aber auch unterschiedliche Coverabbildungen) möchte ich mich hierüber nicht aus dem Fenster lehnen…