Festa Extreme Horror Anthology

Eine Sammlung von extremen Kurzgeschichten… wenn ich ehrlich bin möchte ich zu diesem Buch keine Rezension abgeben… da ich kein wirklicher Freund von Kurzgeschichten bin… da ich in diese nicht wirklich abtauchen kann… dass wir uns nicht falsch verstehen das Buch ist nicht schlecht… vor allem für Freunde des Horrors… aber ich tue mir einfach schwer auf eine solche Vielzahl von Geschichten einzugehen, da mir einige sehr gut andere überhaupt nicht gefallen haben… in diesem Sinne dieses mal keine Rezension sondern eher ein Tipp… Freunde der etwas anderen Unterhaltung dürfen aber gerne zugreifen… in diesem Sinne viel Spass beim lesen… und beim nächsten mal dürft ihr euch auch wieder auf eine Rezension freuen…

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Christoph Marzi – Lycidas

In „Lycidas“ entführt uns Christoph Marzi in die fantastische Welt von London. Emily Laing wächst in einem Waisenhaus auf und bis zu dem Tag, an dem eine Ratte sie anspricht und sie so in eine abenteuerliche Geschichte hineinzieht. Nach der Flucht aus dem Waisenhaus wird sie von Mortimer Wittgenstein, einem mürrischen Alchemisten, aufgenommen und erfährt nach und nach von der Uralten Metropole, dem London unter dem normalen London. Sie lernt Gestalten wie Tunnelstreicher, Rabenmenschen, Werwölfe und andere kennen. Schließlich erfährt sie, dass sie eine Trickster ist, eine Halbelfe mit besonderen Talenten. Dieses Wissen lässt sie jedoch zum Spielball der Mächte werden, den nicht nur das Haus Manderley, aus dem Emily stammt, kämpft um die Vormacht. Auch der geheimnisvolle Lycidas, das Haus Mushroom und der Nyx wollen Emily für ihre Zwecke nutzen bzw. aus dem Weg räumen. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Aurora, Wittgenstein und einem Elf, macht sich Emily auf ihre Schwester aus den Fängen der Bösen zu retten……
Atemberaubend, wie der Autor Mythen und Überlieferungen aus allen möglichen Kulturkreisen aufgreift und zusammenrührt. Luzifer selbst und Adams erste Frau Lilith geben sich ein Stelldichein, ebenso wie Dante, John Milton, John Dee, Anubis, Rabbi Löw und der Golem, Admiral Nelson und die Tauben vom Trafalgar Square, der Rattenfänger von Hameln, und auch Anspielungen auf „Oliver Twist“, „Dorian Grey“ und „Schneewittchen“ bleiben nicht aus – und alles hängt irgendwie miteinander zusammen. Also zunächst einmal eine grandiose Mythenrevue.
Die Wahl von Emilys Mentor Wittgenstein als Ich-Erzähler ist ziemlich unglücklich, da dieser einen großen Teil von Emilys Abenteuern gar nicht selber miterlebt. Dass er trotzdem immer bis ins Innerste hinein weiß, was Emily erlebt und empfindet wirkt, gelinde gesagt merkwürdig. Dass über ein umfängliches Wissen über die Intrige, in die Emily verwickelt ist, verfügt, aber immer nur dann damit herausrückt, wenn es dem Autor gerade dramaturgisch in den Kram passt, ist schon eher ärgerlich. Überhaupt weist der Autor eine gewisse Neigung dazu auf, immer wenn er sich in einen erzählerischen Engpass hineingeschrieben hat, irgendjemanden auftauchen zu lassen, der bereits gewonnene Erkenntnisstände mit neuen Informationen wieder verwirrt. Das verkompliziert das Ganze zusätzlich. Wohlgemerkt: es gibt eine große Linie, einen roten Faden, aber es fällt manchmal schwer, diesem zu folgen.
Trotz allem kann ich diesem wunderbaren Meisterwerk von Christoph Marzi einfach nicht weniger als 5 Sterne geben… dies hat einen einfachen Grund Die Geschichte um die Uralte Metropole war das allererste Buch dass ich mir vor Jahren selbst gekauft habe… ich verbinde viele wunderschöne Erinnerungen mit dieser Buchreihe… ich habe geweint wie ein Schlosshund… denn immer wieder wurde ich an den Weihnachtsabend erinnert als ich von meiner letztes Jahr verstorbenen Mama den den meiner Meinung nach schönsten Teil der Reihe „Lycidas“ geschenkt bekommen habe… und aus diesem Grund werde ich zu diesem Buch keine direkte Bewertung abgeben… ich habe ehrlich gesagt in einer Tour heulen müssen als ich das Buch gelesen habe… aufgrund der berührenden Geschichte und eben dass ich die Geschichte mit dem wohl traurigsten Erlebnis meines Lebens immer wieder in Verbindung setze… Nichtsdestotrotz ein wunderschönes Märchen wie ich finde, dass jeder einmal gelesen haben sollte…

Ava Willis – Locken im Kopf

Zoé, die sich selbst für beziehungsunfähig hält, beendet nach einem Streit mit ihrem Freund Tom kurzerhand die Beziehung, da ihr klargeworden ist, dass sie ihn eigentlich nie liebte. Wenig später lässt sie sich von ihrer Freundin Mona zu einem Ausflug in die Partyszene überreden, um endlich wieder mal tanzen zu gehen und Spaß zu haben. Dabei macht sie in ihrem Lieblingsclub Bekanntschaft mit dem neuen Barkeeper Tom 2.0, der ihr jedoch beim Versuch Gratisgetränke zu ergattern eine heftige Abfuhr erteilt. Nachdem sie sich allerdings einige Male zufällig über den Weg laufen, freundet sie sich mit ihm an und ehe sie sich versieht, nimmt das Chaos seinen Lauf. Ex-Freund Tom 1.0 will nicht einsehen, dass Schluss ist, Nur-Freund Luis kommt ihr gefährlich nahe und Neu-Freund Tom 2.0 flirtet immer wieder heftig mit ihr, ist jedoch bereits vergeben.
Zoe, hat in ihrem bisherigen Liebesleben nicht gerade ein glückliches Händchen bewiesen und findet sich selbst „beziehungsunfähig“. Nach einem heftigem Streit mit ihrem Exfreund Tom beendet sie die Beziehung und stellt ernüchternd fest, dass Sie ihn nie wirklich geliebt hat… Als sie sich von ihrer Freundin Mona auf eine Partytour überreden lässt lernt sie in Ihrem Lieblingsclub den Barkeeper kennen… der ganz zufällig ebenfalls Tom heisst, ihr allerdings beim Versuch Gratisgetränke abzustauben die kalte Schulter zeigt. Doch das Schicksal kann man nicht umgehen und laufen sich die beiden immer wieder zufällig über den Weg, worauf Sie sich langsam anfreunden… Der Beginn eines wunderbarem Chaos der Gefühle in dem Zoes Exfreund Tom der „erste“ nicht einsehen will dass Zoe endgültig Schluss gemacht hat und Zoe gleichzeitig „Neutom“ immer wieder heftig flirtend gefährlich nahe kommt… bis sie herausfindet… dass dieser bereits in festen Händen ist…

Es beginnt ein charmant witziges Wechselbad der Gefühle das mir ehrlich gesagt immer wieder unbeabsichtigterweise ein dämliches Grinsen auf die Lippen gezaubert hat während ich in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs war… Ich war überrascht dass mir das Buch so gefallen hat da es sonst eigentlich überhaupt nicht mein Stil ist… Ich war von Zoes frech-frischer Art einfach in den Bann gezogen und habe das Buch dann auch ziemlich schnell verschlungen… Ich muss gestehen dass ich mit gemischten Gefühlen an das Buch herangetreten bin… eigentlich entspricht „Locken im Kopf“ überhaupt nicht meinem Lesegeschmack da ich eher im Bereich Horror/Fantasy unterwegs bin… da ich aber „Locken im Kopf“ direkt von der wunderbaren Ava zur Verfügung gestellt bekommen habe (ein ganz grosses Dankeschön an dieser Stelle nochmal an dich) lies ich mich auf dieses kleine Abenteuer ein… und muss sagen dass ich positiv überrascht bin… ich habe mich des öfteren dabei beobachtet wie ich mich dämlich grinsend in der Scheibe des Busses wiederfand und für einen Augenblick dachte… „Junge reiss dich mal zusammen… du fällst hier noch auf“…

Als abschliessendes Fazit möchte ich sagen… ich kann Locken im Kopf jedem entfehlen der auf Liebesgeschichten steht und einfach mal etwas locker-leichtes mit garantiertem Wohlfühlfaktor lesen möchte… und ja… das sage ich als Mann… Ava hat es geschafft mich in ein Genre zu entführen bei dem ich früher nur dachte „neeeeeeeee das ist doch nichts für Jungs…“ (ok ich bin immer noch der Meinung dass es eher ein Mädchending ist) frech Grins 😉 aber der Ausflug war kurzweilig und ich habe ihn definitiv nicht bereut… Ich gebe Frau Willis 4 von 5 Sternen weil „Locken im Kopf“ es, obwohl es eigentlich nicht mein normaler Buchgeschmack ist, geschafft hat mich durchgehend zu unterhalten und schmunzeln zu lassen… Ich werde die Autorin definitiv im Auge behalten und freue mich, mich wieder von Ihr vom coolen, grossen Jungen… in einen heimlich kichernden, die Augen verdrehenden Irren 😉 verwandeln zu lassen… in diesem Sinne… lasst euch mal auf was neues ein und lest dieses Buch… der Frühling kann definitiv kommen…

Arne Beitmann – Familientreffen

Ich habe mich für die Leserunde auf loveleybooks.de beworben war allerdings zu spät dran woraufhin mich der Autor persönlich angeschrieben hat um mir ein kostenloses Rezensionsexemplar seines Romans „Familientreffen“ zur Verfügung gestellt. Ein ganz großes Dankeschön hierfür erstmal.

Ich möchte an dieser Stelle ergänzend auch auf den persönlichen Support von Arne eingehen… Ich habe es selten erlebt, dass sich ein Autor so um den Support seiner Leser kümmert… ich habe mich für das Buch beworben und war eigentlich zu spät für die Leserunde dran… und trotzdem hat mich der Autor dann in einer persönlichen Nachricht gefragt ob ich sein Buch lesen möchte… und von vielen Autoren hört man dann eigentlich nichts mehr… hier jedoch habe ich zum ersten mal auch ein direktes Feedback auf meine Rezension bekommen was mich äusserst beeindruckt hat… Hut ab Arne… ein Autor zum anfassen… das ist glaube ich etwas wovon jeder Leser schwärmt und ich kann es jetzt auch bestätigen… jetzt aber erst mal zum wichtigsten… der Geschichte…

»Tja, Familie kann man sich halt nicht aussuchen. Geschweige denn umtauschen, wenn sie einem nicht gefällt.«

Anna, 21 Jahre jung, studiert Jura in München und ist genervt von ihrem Freund. An sich müsste sie endlich eine Entscheidung treffen, aber sie drückt sich davor und reist stattdessen über das Wochenende zu ihrer Familie nach Mecklenburg-Vorpommern. Das Elternhaus, in dem sie eine glückliche Kindheit verbracht hatte, liegt idyllisch direkt am See, weit abgelegen vom nächsten Dorf und der Zivilisation. Wo, wenn nicht dort, würde sie sonst die nötige Ruhe finden, um sich über ihre Gefühle klar zu werden? Doch statt Ruhe erwartet Anna der blanke Terror. Sie ist nicht der einzige Besuch, der vorbeigekommen ist, und längst nicht alle Gäste haben friedvolle Absichten. Schon bald muss Anna eine ganz andere, viel wichtigere Entscheidung treffen. Ob sie will oder nicht.

In dem Buch haben wir eine Familie die von einer Clique junger Leute in ihre Gewalt gebracht wird. Sie sind gefangen im eigenen Haus abseits von der Zivilisation und müssen schreckliches über sich ergehen lassen, was in roher Gewalt und auch im Tod endet. Nur die Tochter nimmt Rache auf bestialische Weise.

Steven der Anführer der Entführer ist für mich abseits aller Realität. Er kennt nur die pure Brutalität und dafür wird er anscheinend auch noch von seinen Begleitern angehimmelt. Er ist ein Anführer was er sagt hat zu geschehen und da duldet er auch keine Widerrede. Aber zu letztendlich muss auch er einsehen dass immer jemand besser ist und einen demütigen kann.

Anna die Tochter der Familie ist eine begabte junge Frau die wie ihr Vater Jura studiert, aber auf der anderen Seite stehen will als er, was aus einer Art Rivalität herrührt. Sie überrascht im Verlaufe der Geschichte, da sie sich vom Mauerblümchen zum eiskalten Killer entwickelt.

Julia, die Mutter der Familie, ist die welche die Familie zusammenhält. Das sie jetzt auch noch schwanger ist und durch den Überfall der jungen Clique das Kind verliert, nimmt ihr jeden Lebensmut, was sie dazu veranlasst ihr eigenes Leben zu opfern um das ihrer Tochter zu retten.

Auch die anderen Charaktere die im Buch auftreten sind sehr gut beschrieben und passen sich wunderbar in die Geschichte ein. Ich hatte dank der ausführlichen Beschreibungen immer ein passendes Bild der Personen vor Augen. Die Handlungsorte sind sehr gut gewählt und auch sehr ausführlich beschrieben. Ich fühlte mich fast wohl im Haus der Familie und auf dem umliegenden Grundstück.

Der Autor war mir bisher völlig unbekannt, was sich allerdings hiermit definitiv geändert hat und ich werde Herr Breitmann definitiv im Auge behalten. Ich persönlich mag Geschichten in denen es etwas realitätsnaher und ruppiger zur Sache geht und genau dies trifft auf „Familientreffen“ zu. Auf jeden Fall wird dieses Buch Lesern gefallen der sich gerne im Bereich Horror/Thriller bewegen und mit drastischeren Gewaltbeschreibungen sowohl psychischer als auch physicher Natur keine Probleme haben… Ich glaube dass der Autor auch gut ins Festa-Verlags-Programm passen würde… vielleicht eine Überlegung für eine gemeinsame Kooperation… aber das ist nur meine Meinung… Was mir wirklich sehr gefallen hat war die Verwandlung der Tochter vom eher zurückhaltenden jungen Ding zur „Amazone“ die um Ihr Überleben und das Ihrer Familie kämpft… Immer wieder gingen mir Paralellen zum Film „Eden Lake“ oder auch „Funny Games“ durch den Kopf was durchaus nicht als negativ anzusehen ist. Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt und ich habe es in nur 3 Tagen förmlich verschlungen man wollte einfach wissen wie die Geschichte weitergeht… Mich persönlich hat das Verhalten von Vater und Sohn einfach nur enttäuscht… ich weiss nicht wie ich in solch einer Situation gehandelt hätte aber definitiv nicht so passiv wie das Familienoberhaupt… das genaue Gegenteil spiegelt sich im Verhalten der Mutter und der Tochter wieder… und nach einer tragischen Wendung übernimmt die Tochter die Rolle welche eigentlich der Vater hätte übernehmen sollen… was mir dann wirklich auch die ein oder andere Gänsehaut beschert hat weil ich das zum einen von Anna niemals erwartet hätte und zum anderen weil sie wirklich beinhart ist…

Federico Axat – Mysterium

Ted ist gerade im Begriff sich umzubringen, als Justin Lynch sich an seiner Tür meldet der ziemlich viel von Ihm und seiner Familie zu wissen scheint… Er erzählt Ted dass seine Organisation Selbstmörder rekrutiert um „echte“ Mörder ihrer gerechten Strafe zuzuführen.

Sein erster Auftragsmord gilt einem Wendel…  als er diesen erledigt klingelt dessen Handy… auf dem Display erscheint der Name Loly so hat Ted seine Frau immer genannt…  Als Ted nach Hause kommt sieht er im Fernsehen einen Bericht über einen Mord und die Opfer haben die gleichen Namen wie seine Frau und seine Töchter… Ted sucht Lynch und dieser beichtet ihm dass Wendel sich nie umbringen wollte sondern dieser ein Mörder war und dass dir Organisation solchen Menschen die mit bösen Taten davon kämen ihrer gerechten Strafe zuführen wollten…

Ted erzählt seiner Psychologin von den Fantasien und seinen Selbstmordgedanken und wird infolge dessen in eine psychatrische Einrichtung eingeliefert. Seine Psychologin Dr. Laura teilt Ted mit dass er seit über einem Jahr hier in Behandlung sei und Ted sich alles nur einbilde… die Organisation und auch den Mord an seiner Frau… Laura besucht mit Ted das Haus in dem angeblich Ted seine Frau ermordet haben soll… Er erfährt es gibt keinen Selbstmordclub… Laura hatte eine Affäre mit Lynch was Ted rausfand ihn Angriff und infolgedessen in Psychologische Begutachtung in die Anstalt kam…

Sein Vater war in der Stadt um Ted zu besuchen… Ted wusste dass sein Vater seine Mutter immer schlug weil sie verwirrt und vergesslich war… er streitet sich mit ihm und beichtet ihm einen Traum in dem er die Leiche seiner Mutter im Kofferraum des Vater gefunden hat und deshalb keine Frauen mehr an sich ran lässt… Teds Vater zeigt Ted infolgedessen ein Foto seines Bruders der sich als Blane herausstellt..

Laura und Ted besuchen das Haus am See und Ted stellt fest dass alles anders aussieht sie möchte dass Ted sich seiner Vergangenheit bewusst wird und endlich aus seinem Verdrängungszustand herauskommt…Ted war während seiner Studienzeit auf einer Party sehr betrunken wobei er in eine Schlägerei geriet und dies war der Auftakt einer Reihe von Ereignissen mit folgeschwerem Ausgang… Laura erfährt dass Ted der Bruder von Edward Blake ist… man findet die Leiche von Proffessor Tyler der eine Affäre mit einer Studentin hatte… und während Ted mit Laura das Haus betritt…ERINNERT ER SICH SCHLAGARTIG AN ALLES… in diesem Moment klingelt Lauras Handy und Markus erzählt Laura dass es auf dem Campus einen Mord gab… Professor Tyler wurde erstochen weil er eine Affäre mit einer Komillitonin hatte die sich als Teds Freundin herausstellt… in dem Moment fügen sich für Laura alle Puzzlestücke zusammen und sie sieht ein dass sie sich in allergrößter Gefahr befindet…

Ich habe zu Beginn mit dem Buch wirklich kämpfen müssen… durch die ständigen Sprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart war ich absolut überfordert… nach dem ersten Drittel hatte ich absolut keinen Überblick mehr wer ist Täter wer ist Opfer… und was ist überhaupt tatsächlich passiert… ich war kurz davor das Buch abzubrechen… bin aber sehr froh es nicht getan zu haben denn die Geschichte entwickelte sich zu einem wahren Pageturner den ich nicht mehr aus der Hand legen konnte…  Ab dem Moment in dem Ted in der Psychatrie eingeliefert wird und dank der Begutachtung endlich Schritt für Schritt Licht in die Vergangenheit von Ted kommt konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen… Die Verwirrtheit die sich bei mir bis zur Mitte des Romans aufgebaut hat (ich war einfach total überfordert mit den Zeitsprüngen) wurde aber durch die wahnsinnige Spannung die sich aufgebaut hat entschädigt… bis hin zum Finale dass endlich Erlösung für mich gebracht hat… Ich persönlich kann dieses Buch für mich nur im Mittelfeld einordnen aber nicht aufgrund der Geschichte die ich wirklich superspannend fand… sondern aufgrund des Themas das ich einfach für meinen Geschmack zu sehr verwirrend fand… ich habe irgendwann einfach den Faden verloren was aber auf der anderen Seite auch sein gutes hatte… dadurch dass die Geschichte für mich immer verworrener und undurchsichtlicher wurde (was ist jetzt Realität und was nur Einbildung) baute sich eine Spannung auf die mich das Buch innerhalb von nur drei Tagen förmlich verschlingen lies… Ich werde den Autor auf jeden Fall im Auge behalten und kann dieses Buch nur empfehlen… die Geschichte ist absolut spannend und fesselt einen wirklich bis zur letzten Seite

Marie Lu – Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche

Über Nacht verfärbten sich Adelinas wunderschöne schwarze Haare plötzlich silbern. Seit sie das mysteriöse Blutfieber überlebte, ist die Tochter eines reichen Kaufmanns gezeichnet und von der Gesellschaft verstoßen. Aber die Krankheit hat ihr nicht nur eine strahlende Zukunft genommen, sondern auch übernatürliche Kräfte verliehen. Und Adelina ist nicht die Einzige. Die Gemeinschaft der Dolche wird vom König gejagt und gefürchtet, denn mit ihren unerklärlichen Fähigkeiten sind sie imstande, ihn vom Thron zu stürzen. Doch dazu benötigen sie Adelinas Hilfe …

X-Men trifft auf eine märchenhafte Welt, die an das Venedig der Renaissance erinnert, erzählt Spiegel-Bestsellerautorin Marie Lu die Geschichte von Adelina, einer sehr komplexen Heldin, die zunehmend von der rachgierigen Dunkelheit, die sie in sich trägt, übermannt wird. Ob ihre Liebe zu Prinz Enzo sie retten kann? Nach dem New York Times-Bestseller Legend der grandiose Auftakt zu einer neuen originellen und actionreichen Fantasy-Trilogie der Autorin.

Als ich das Buch bekam hatte ich hohe Erwartungen. Ich war wirklich gespannt und total neugierig. Ich merkte schnell das hier die „Heldin“ nicht wirklich eine Heldin ist und eine Protagonistin ist die mir nicht so ganz klar machte was ich von ihr halten solle. Hasse ich sie, oder liebe ich sie ?

Die Story ist von Anfang an etwas düster und man weiss von Anfang an nicht wer Freund und wer Feind ist. In diesem Buch ist definitiv nichts Schwarz oder Weiss, wir bewegen uns in einer Grau Zone. Der Schreibstil ist aber wirklich sehr flüssig und gut, was mir das lesen des Buches doch sehr leicht gemacht hatte. Die Protagonistin Adelina, ach herrje wo soll ich da anfangen? Mir tut sie wirklich leid auf einer Seite. Sie hat ein hartes leben als gezeichnete und ihr Vater lässt sie das auch täglich spüren. Ihr Charakter ist schwer zu beschreiben. Am Anfang dachte ich noch, mit der „normalen“ Vorstellung einer „Heldin“/ Hauptprotagonistn, das sie es einfach wirklich schwer hat, mit ihren Dämonen zu Kämpfen hat und dann aber als strahlende Heldin hervorgeht. Aber wie die Autorin auch in der Danksagung erwähnte – Sie hat einen Schurken erschaffen. Irgendwie. Ich fühlte wirklich mit ihr, die Wut der viele Zorn, diese ganze Finsternis die sie spürt und durchlebt. Auch durchlebt sie diese Wandlung, ihre Figur macht das durch was viele „Helden“ in Büchern durchmachen (müssen), doch sie ist halt anders. Ich kann es einfach nicht beschreiben. Das Buch und die Geschichte haben mich gepackt und doch auch immer wieder Schockiert und verblüfft. Es war ein ständiges auf und ab meiner Gefühle. Ich habe sie wirklich stellen weise gehasst und dachte mir so „Nein das ist jetzt nicht ihr ernst“. Ich dachte und hoffte das es „besser“ werden würde oder irgendwie „anders“ , das SIE Besser werden würde oder anders, aber das wurde es/sie nicht, nicht wirklich. Was mich aber auch dazu anspornte das Buch immer weiter zu lesen….

Ich fand das Buch super fantastisch! Schon nach ein paar wenigen Seiten nahm die Spannung immer mehr zu und hielt sich bis zur letzten Seite. Ich war gefesselt von den Geschehnissen rund um Adelina und konnte nicht aufhören weiterzulesen. Es gibt keinen einzigen Moment der auch nur annähernd langweilig war und überraschende Wendungen haben mich dauerhaft in Atem gehalten. Die Protagonistin, Adelina, an sich mochte ich nach einiger Zeit auch sehr gerne. Am Anfang brauchte ich zugegebenermaßen meine Zeit um mit ihr warm zu werden und sie auch ein wenig zu „durchschauen“, aber dann fand ich sie richtig klasse! Besonders gefallen hat mir an ihr, dass sie eben alles andere als die typische Protagonistin war und durchaus düstere Seiten hat. Sie ist alles andere als das unscheinbare nette Mädchen von nebenan wie man es aus dutzenden Büchern kennt. Genauso wie all die anderen Charaktere, die ihr ebenfalls besser selbst kennenlernen solltet, war sie etwas besonderes und irgendwie total cool. Das einzige was mich dann aus meiner Begeisterung herausgerissen hat war der Epilog, aber dazu werde ich nicht mehr sagen und diese paar Seiten waren auch nicht so schlecht, dass ich deshalb das Buch abwerten würde. Deshalb kann ich nur eine klare Empfehlung an alle aussprechen, die im Fantasy-Genre unterwegs sind. Der erste Teil von „Young Elites“ hat mich mehr als positiv überrascht und komplett überzeugt und ich kann es kaum abwarten bis im Herbst endlich der zweite Teil erscheinen wird!

Michael Merhi – Candygirl

Bobby war nicht böse. Das Leben war böse. Die Umstände waren böse. Sein Vater, ja der war abgrundtief böse, aber er? Bobby? Niemals! Das zwölfjährige Mädchen Candygirl gerät in die Fänge des Zuhälters ›Schweineschwarte Bob‹, der ihr das Leben zur Hölle macht. Der sadistische Mann setzt alles daran, das zwölfjährige Mädchen sowohl seelisch als auch körperlich zu brechen. Wie ein Stück Vieh wird das junge Mädchen gebrandmarkt und von einem perversen Kunden an den anderen weitergereicht. Und was war mit Bobby? Bobby interessierte es einfach nicht, ob es kleine Mädchen oder Jungs waren, er nahm sie beide gern, schließlich waren es doch Gottes Kinder und der Mann hasste Gott. Abgrundtief!

Die Geschichte besteht aus insgesamt drei Handlungssträngen. Zum einen haben wir die aktuelle Geschichte um Candygirl, in den Fängen von Bob. Dazu erfährt man in ausführlichen Rückblicken in Bobbys Vergangenheit, wieso er ist, wie er ist. Des Weiteren erfährt man noch einiges um Candys Vergangenheit.

Ich fand „Candygirl“ unglaublich spannend! Die Geschichte ist hart und unglaublich brutal. Alle drei Handlungsstränge wimmeln vor Grausamkeiten, Perversionen und ekelerregender Szenen, Blut und Fäkalien. Candygirl ist definitiv nichts für Leser mit schwachen Nerven. Trotz der kritischen Thematik und der extrem hohen Brutalität liest sich das Buch wie ein erstklassiger Thriller!

Dies war mein erstes Buch von Michael Merhi und es wird definitiv nicht mein letztes gewesen sein. Der Autor, von dem ich ich bisher noch nichts zuvor gelesen habe, hat es geschafft, mich bereits nach wenigen Seiten zu fesseln und ich habe das Buch in kürzester Zeit durchgelesen… Eigentlich schon viel zu schnell… Und ich werde definitiv die Augen offen halten und mit Spannung seine weiteren Werke verfolgen… Insgesamt gebe ich dem Buch 4,75 von 5 Sternen… ja ihr habt richtig gelesen… Die Story war einfach Bombe und fesselt einen von der ersten Seite an, das Cover (ihr solltet es euch auf jeden Fall mal genauer anschauen) ist eines der schönsten dieses Jahres… die Träne und die Konturen einer Person unter der Haut springen einem sofort ins Auge…

Max Pechmann – Rauhnacht

Titus Hardt flüchtet kurz vor Weihnachten zu seinem Freund Gregor in das einsame Örtchen Tiefenfall in den Alpen. Seit der Trennung von seiner Muse leidet Titus unter einer Schreibblockade, die sich in der Abgeschiedenheit legen soll. Doch schnell zeigt sich, dass Tiefenfall ein mehr als schreckliches Geheimnis birgt: Alle dreißig Jahre wird der kleine Ort von der Wilden Jagd heimgesucht. Und diesmal wird es besonders schlimm, denn selbst die geheiligten Blockaden können die Bestien nicht aufhalten. Als die Urhexen dann auch noch aus ihrer Verbannung erlöst werden, nimmt das unaussprechliche Grauen seinen Lauf.

Schon nach den ersten paar Seiten schaffte Max Pechmann es, mir eine Gänsehaut zu verursachen, die schnell in Angst umschlug. Mit atemloser Spannung und nacktem Grauen riss er mich förmlich in sein Buch hinein und ließ mich einfach nicht mehr aus dessen Klauen. Durch die Vermischung uralter Bräuche und der Realität, wirkt das Buch unglaublich authentisch und jagte mir einen Schauer nach dem nächsten über den Rücken. Meine Phantasie fuhr Achterbahn, dank der hervorragend Beschreibung des Autors. Der Schnee, die Kälte, die Abgeschiedenheit Tiefenfalls und die merkwürdigen Vorgänge verursachten ein sehr mulmiges Gefühl. Ich konnte mir durchaus vorstellen, wie sich das Unheil langsam aber sicher zusammen braut, wie eine Lawine an Schwung gewinnt und unaufhaltsam näher rauscht. Und aus der Vorstellung wurde schnell Realität, denn Pechmann bauschte die Spannung mehr und mehr auf. Nicht nur das Mystische nahm an Kraft zu, auch die Stimmung der Menschen peitschte sich auf, so dass bald nicht mehr ersichtlich war, wer Freund und wer Feind ist. Ein Vorfall reihte sich an den nächsten und die Riege der ungewöhnlichen Wesen riss einfach nicht ab.

Ich liebe Hexen… schon als Kind habe ich Hänsel und Gretel täglich verschlungen und an diesem Reiz, diesem Zauber hat sich bis heute nichts geändert… ich hoffe auch in Zukunft noch über das ein oder andere Schätzchen wie dieses zu stossen dass mich in seinen Bann zieht und mich einfach nicht mehr los lässt…