Roald Dahl – Hexen Hexen

«Im Märchen haben Hexen immer alberne schwarze Hüte auf, tragen schwarze Umhänge und reiten auf dem Besen. Diese Geschichte ist jedoch kein Märchen. Sie handelt von echten Hexen … echte Hexen tragen ganz normale Kleider und sehen auch wie ganz normale Frauen aus. Sie wohnen in normalen Häusern, und sie üben ganz normale Berufe aus. Deshalb ist es so schwer, sie zu erwischen.» 

Nachdem er seine geliebten Eltern durch ein Unglück verloren hat, muss ein Junge, der von sich selbst erzählt, zurück nach Norwegen, wo seine Großmutter sich um ihn kümmert. Die besten Geschichten, die sie in der langen Mittsommernacht am Kaminfeuer zum Besten gibt, handeln von Hexen. Oh nein, nicht von Märchenhexen, sondern von echten Hexen, und die sind ganz anders als im Märchen. Als ehemalige Hexologin weiß Omilein alles über echte Hexen.

Echte Hexen haben keine Haare, keine Zehen, haben Krallen statt Fingernägeln, große Nasenlöcher und blaue Spucke. Das wirklich unheimliche an Hexen ist, dass sie wie ganz normale Frauen aussehen können. Aber das Schlimmste an Hexen ist, dass sie Kinder abgrundtief hassen, denn schon deren Geruch kommt ihnen wie Hundekot vor. Ihren Lebenssinn sehen die Hexen, die von einer Ober-Großhexe angeführt werden, darin, Kinder aufzulauern und sie zu verzaubern. Die Großmutter erzählt von Kindern, die verschwanden und sogar von Hexen verwandelt wurden. Sie erläutert, woran man eine Hexe erkennt und wie man sich vor ihr schützen kann. So muss man z. B., um vor dem Geruchssinn einer Hexe geschützt zu werden, schmutzig sein, oder man sieht einer verdächtigen Frau in die Augen und die Pupillenfarbe ändert sich regelmäßig.

Der Junge und seine Großmutter ziehen nach England. Es dauert nicht lange, bis eine zwielichtig aussehende Frau auftaucht und ihm eine Schlange schenken will. Er bleibt ihr lieber fern, bis sie verschwindet. Oma ist überzeugt, dass die Frau aus dem lokalen Hexenzirkel stammt. Als seine Oma von einer Lungenentzündung genesen soll, verbringen sie den Kururlaub in einem schönen Strandhotel in Bournemouth, das ja als Seebad einen guten Ruf hat. (Tolkien verbrachte seine letzten Jahre dort.) Der Junge hat eine Vorliebe für die Mäusedressur entwickelt und denkt daran, mal Zirkusdirektor zu werden – im Mäusezirkus. Als sie ihm ausbüxen, versteckt er sich im Festsaal des Hotels, gerade noch rechtzeitig, um nicht von der Königlichen Gesellschaft zur Verhinderung von Kindesmisshandlungen (KGVK) entdeckt zu werden. Die Gesellschaft besteht aus hunderten von Frauen.

Hinter einem Wandschirm versteckt sieht er, dass die Frauen in Wahrheit Hexen sind und die Gesellschaft ihnen nur zur Tarnung für ihre fiesen Machenschaften dient. Kaum haben sie die Türen verbarrikadiert, erscheint die schlimmste von allen: die Hoch- und Großmeisterhexe. Sie erteilt die Erlaubnis, dass die Hexen sich ihrer Perücken, Schuhe und Handschuhe entledigen. Oh Graus, was da alles zum Vorschein kommt! Der Junge muss an sich halten, um nicht aufzuschreien. Nur sein Körperschmutz schützt ihn, denn er verhindert, dass sein Geruch den Hexen schnell in die gewellten Nasenlöcher steigt. Aber wie lange noch? Die Hoch- und Großmeisterhexe verkündet den Plan, alle Kinder Englands mit einem Zaubertrank in Mäuse zu verwandeln, sodass diese dann unwissentlich von ihren Lehrern als Ungeziefer erschlagen würden. Als Demonstrationsobjekt präsentiert die Oberhexe den stets hungrigen Jungen Bruno, den unser Held im Hotel kennengelernt hat. Vor aller Augen verabreicht ihm die Oberhexe das sogenannte „Mäusemutarium“ – er verwandelt sich tatsächlich in eine kleine Maus und versteckt sich. Ein unangenehmer Geruch steigt einer der Hexen in die Nase. Gleich darauf wird unser Held entdeckt. Ihm droht das gleiche Schicksal wie dem armen Bruno …

Ich bin von Hexen Hexen absolut begeistert… ich liebe Grusel und Horror und dieses Buch passt einfach perfekt. Es ist ein Kinderbuch ja… aber es ist ein zeitloser Klassiker wie Rotkäppchen, Hänsel und Gretel sowie der Wolf und die sieben Geislein… Ich habe das Buch verschlungen und genossen und kann nicht wirklich auch nur etwas schlechtes an dem Buch finden. Für alle die mit lesen nichts anfangen können (gibt es so etwas überhaupt) gibt es mittlerweilen auch eine Verfilmung… Alle andere die mal einen entspannten und kuschligen Lesenachmittag erleben wollen dürfen sich gerne auf „Hexen Hexen“ einlassen… Ich habe es einfach geliebt…

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2 Gedanken zu „Roald Dahl – Hexen Hexen

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