Anna Pfeffer – Für dich solls tausend Tode Regnen

An diesem Jugendbuch ist wirklich alles perfekt. Angefangen vom wunderschönen Cover, das so toll gestaltet ist, sodass es sofort ins Auge sticht. Der Titel tut natürlich ein Übriges und um das Ganze perfekt zu machen. Aber keineswegs auf die traurige Art, denn es geht vielmehr um die außergewöhnliche Leidenschaft der Hauptfigur Emi. Die 15-Jährige liebt es, sich außergewöhnliche Todesarten für ihre Mitmenschen auszudenken, vornehmlich natürlich für jene, die sie nerven und da gibt es mittlerweile leider mehr als genug.

Emi ist grundsätzlich pessimistisch und gewinnt dem Leben nicht unbedingt die positiven Seiten ab. So ganz anders als ihr älterer Bruder Oliver, der überall sehr beliebt ist, schnell Freundschaften schließt und ein offener und lebensfroher Junge ist. Somit hat er auch kein Problem damit, daß er mit Schwester Emi und dem Vater von Heidelberg nach Hamburg umgezogen ist. Emi hingegen rebelliert innerlich immer noch gegen den Umzug. Die neue Schule, die Lehrer, die Mitschüler – alles ödet sie an oder nervt sie unermesslich Einzig ihre in Heidelberg zurückgebliebene Freundin Charlie, mit der noch Kontakt hält, ist ein Lichtblick in ihrem für sie tristen Dasein. Doch auch Charlie hat nicht mehr so viel Zeit für sie, denn sie ist verliebt. Dann gibt es da noch Mara, die neue Freundin ihres Vaters, die so bemüht ist und einfach nur nett sein will. Nervig nett!

Schlimmer kann es doch da wohl nicht mehr kommen, denkt sich Emi. Von wegen! In der Schule eckt sie mit dem coolen Erik aneinander, dem Schwarm vieler Mädchen und dem Alphatier mit dem es sich keiner verscherzen will. Doch das ist Emi herzlich egal und so bleiben weitere Dispute nicht aus bis es so richtig zischen den Beiden kracht und dieses Mal sogar wortwörtlich bei einem Chemieexperiment in der Schule. Vom Rektor gibt es nach Absprache mit dem von dieser Idee begeisterten Vater dann Strafdienst für Emi und Erik und zwar für 8 Wochen samstags gemeinsam Graffiti von den Wänden schrubben. Kein Wunder also, daß Emi mit dem Ausdenken von Todesarten für Erik gar nicht mehr nachkommt, bis sie merkt, daß der vielleicht gar nicht so schlimm ist wie sie dachte….

Dieses Buch ist ein wahres Highlight. Der schwarze und freche Humor, die zynische Art von Emi, die einem sofort ans Herz wächst und der flotte Schreibstil mit seinen treffsicheren Dialogen fesseln sofort. Emi ist absolut kein typischer Teenager und wir erleben ihre Sicht auf ihr Leben und ihre Umwelt messerscharf und bissig. Eine Pointe jagt die andere und das immer sehr zielsicher. Ich bin so begeistert von den genialen und faszinierenden Ideen des Romans, dass ich die Autorin definitiv im Auge behalten werde. Das Buch ist ein wunderbares Jugendbuch, da es trotz aller Unterhaltung und allem Humor einige bedeutende Themen wie Zukunft, Vorurteile, Vertrauen, Familie, Freundschaft und erste Liebe anspricht. Dies wird so gekonnt und warmherzig in eine mehr als witzige Geschichte eingebettet, dass man hätte stundenlang weiterlesen können.


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