Simone Trojahn – Kellerspiele

Wirklich harte Kost, die uns Simone Trojahn hier auftischt! Kellerspiele war mein erstes Buch von der Autorin und ich war echt positiv überrascht!

….Als die beiden Brüder nacheinander den Keller betraten, drückte Laura sich so fest gegen die Wand,als wollte sie darin verschwinden,die Arme um den Körper geschlungen,die Beine angezogen.Karl erreichte sie zuerst. Er hielt die Eisenstange in der Hand,die sie nur zu gut kannte,da es kaum eine Stelle an ihr gab,die nicht schon Bekanntschaft damit gemacht hatte….

Karl ist entsetzt und verzweifelt, als sein Bruder anfängt, den Keller umzubauen, um dort eine Frau gefangen zu halten.Hilflos muss er schon bald darauf die Qualen der entführten Laura mit ansehen.Die psychische Abhängigkeit von seinem älteren Bruder ist zu stark, um irgend etwas dagegen zu unternehmen. Noch schlimmer wird seine Verzweiflung und innere Zerrissenheit, als ihm allmählich bewusst wird, dass Mitleid bei weitem nicht die einzige Emotion ist, die das Leid des gepeinigten Mädchens bei ihm auslöst…

Bevor man “Kellerspiele” liest, sollte man Folgendes beachten: Dieses Buch enthält explizite Darstellungen physischer, psychischer und sexueller Gewalt, die für sensible Menschen und Personen unter 18 Jahren nicht geeignet sind! Nicht zum ersten mal habe ich eine solche Information gelesen bevor ich mir ein Buch gekauft habe… allerdings war dies das erste mal dass diese Information wirklich auch zugetroffen hat. Ich bin normalerweise nicht leicht zu schokieren… ich liebe Horror- und Fantasy sowohl im Film- als auch im Buchbereich und habe wirklich schon einiges gesehen und auch gelesen. Ich mag den Festa-Verlag und auch dessen Festa-Extrem-Reihe und wer sich hier etwas auskennt der weiss wovon ich rede dass man dadurch doch so einiges gewohnt ist. Das dachte ich zumindest, bis ich Kellerspiele gelesen habe…

Zunächst mal handelt es sich meiner Meinung keineswegs um das Genre „Psychothriller“. Um dem gerecht zu werden, bedarf es mehr als Folter und Qual – bis ins letzte Detail beschrieben. Dazu gehören gut durchdachte Entwicklungen, überraschende Wendungen, gerne auch mal (dosierte) Schockmomente, kurz: Spannung. All das fehlt dem Buch total. Eine Story ausschließlich auf der Schilderung der Folterung einer jungen Frau aufzubauen ist einfallslos und langweilig. Auch die reichhaltig eingebauten Ekelmomente helfen da nicht weiter.

Das Problem, das ich mit dem Buch hatte, war nicht die detailliert beschriebene Brutalität, sodass man auf jeder Seite wusste, dass sie wieder halbtot geschlagen wird – sondern um eine andere Problematik: Es geht allein um die aktuellen Beschreibungen der Personen, die sich ständig wiederholen: Okay, wir wissen er ist Säufer, ja er prügelt gerne und er ist Sadist. Ja, sie wird jeden Tag übelst zusammengeschlagen und leidet. Allerdings hat man das bereits hunderte male gelesen, jedoch in wesentlich höherer Qualität.

Ich glaube, die Einordnung des Buches ist falsch, unter Psychothriller erwartete ich personelle und zwischenmenschliche Veränderungen, interessante Wendungen, einen Nervenkrieg (den kann es aber bei einer so hilflosen Person wie Laura nicht geben) und einen „Aha-Effekt“, wenn es um die Aufklärung der Motive geht. Das alles fehlt in dem Buch. Selbst die Veränderung des Bruders des Sadisten bleibt so flach, dass man sie einfach nicht nachvollziehen kann und man auch herzlich unbewegt bleibt, als Karl um seinen Hund trauert und zum ersten Mal so etwas wie Mitgefühl zeigt. Am Ende schafft es die Autorin, dass man durch ein aufwühlendes Buch eigentlich gelangweilt blättert, denn man stumpft ab und mehrfach dazu geneigt ist das Buch unvollendet abzubrechen.

Ich möchte mich nicht negativ über diesen Roman äußern denn ich respektiere die Leistung des Autoren so etwas überhaupt erst zu Stande zu bringen was ich persönlich nicht hätte leisten können. Und ich möchte auch niemanden davon abhalten dieses Buch zu kaufen und zu lesen. Es mag sicherlich Leute geben die mit diesem Roman mehr anfangen können. Wenn dies der Fall sein sollte dann dürfen Sie gerne die Autorin weiter unterstützen und deren Bücher lesen. Es ist wichtig dass es eine Vielfalt von Büchern, Geschichten und auch Meinungen gibt um die Vielfalt auf dem Buchmarkt zu gestalten und zu

Das erschreckende an „Kellerspiele“ ist, dass es sehr realitätsnah gehalten ist. Es geht weder um Zombies, noch irgendwelche anderen Kreaturen, sondern um das schlimmste Monster, das tatsächlich existiert: Der Mensch.
Dazu baut „Kellerspiele“ auf einer alltäglichen Ausgangssituation auf, die eigentlich jeder nachvollziehen kann: Ein Teenager Mädchen joggt morgens vor der Schule durch den Wald und verschwindet spurlos.

Ich fand das Buch spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Simone Trojahn baut eine extrem beklemmende Atmosphäre auf und man kann ihr einfach nicht entrinnen.
Auf alle drei Charaktere wird intensiv eingegangen und man kann sich ein klares Bild davon machen, was in ihren Köpfen vor sich geht.

Jane Harper – The Dry

Aaron Falk, Polizist der Steuerfahndung aus Melbourne kommt zur Beerdigung von Luke, Karen und Billy Hadler nach 5 Jahren zurück nach Kiewarra. Aufgrund eines Briefes von Gary in dem er schrieb „Luke hat gelogen, du hast gelogen, komm zur Trauerfeier“. Auf der Trauerfeier erkennt erkennt sich Falk auf einem Foto wieder das Ihn im Teenageralter zusammen mit einem Mädchen zeigt. Zwei Monate später ist das Mädchen jedoch tot. Luke hat seine gesamte Familie erschossen und sich selbst, nur das Baby hat überlebt… Um näheres herauszufinden spricht Falk mit Sullivan, der Person die Luke zuletzt lebend gesehen hat… auf die Frage ob Sullivan am Verhalten von Luke etwas aufgefallen ist verneint dieser zwar aber anhand des seltsamen Blickes den Sullivans Großmutter ihnen in diesem Moment zuwirft merkt Luke dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt…

Die Dürre im Ort ist allgegenwärtiges Thema, selbst auf den Bildern der Kinder in der Schule. In Rückblenden erfährt man dass die Stadt nicht gut auf Falk zu sprechen ist wegen Ellie damals… Und Falk beginnt langsam zu zweifeln dass die Geschichte mit Luke damals wirklich so geschehen ist wie er sie zu hören bekommen hat… Er beginnt sich umzuhören… spricht mit verschiedenen Leuten über die Zeit damals… Die gesamte Stadt reagiert abweisend und Distanziert auf Falks Ermittlungen sie meinen er solle wieder verschwinden… Falks Ermittlungen werden bedrängt und die Leute sagen er solle verschwinden da sie alle wüssten was damals zwischen ihm und Ellie geschehen sei… Falk bekommt das Gefühl… dass diese Stadt ein größeres Geheimnis hat als er zunächst angenommen hat…

Falk teilt Rico mit dass er vermutet Ellie Deacon sei von Ihrem Vater missbraucht worden… Rico verhört Deacon und dieser verstrickt sich in widersprüchliche Aussagen was Rico misstrauisch macht… In der Bar erfährt Falk das Witham Spielsüchtig ist… jetzt zählt Falks eins und eins zusammen und kommt hinter das schreckliche Geheimnis dass diese Stadt und deren Einwohner verbirgt…. Ich habe selten dieses Jahr ein Buch gelesen dass mich so in seinen Bann gezogen hat, dass ich es innerhalb von 2-3 Tagen durchbekomme… ich bin sehr gespannt wie es ausgeht… und wer für Ellies Tod verantwortlich ist… und ob es wirklich Selbstmord war…

Jane Harper schafft es den Leser oder mich zumindest persönlich mehr als 300 Seiten lang im Dunkeln darüber zu halten was genau passiert ist. Ich muss zugeben zu Beginn habe ich mich sehr schwer getan in das Buch zu kommen und ins Geschehen einzutauchen und erst aber der Mitte des Buches hat es mich gepackt, dann aber nicht mehr losgelassen. The Dry war mein erster Roman der Autorin und ich beende es mit gespaltenen Gefühlen… die erste Hälfte des Buches hat mich absolut kalt gelassen… ich empfand es sogar als äusserst zäh wenn nicht sogar etwas langweilig… erst aber der Hälfte der Geschichte hat es mich erfasst und dann aber auch nicht mehr losgelassen da ich unbedingt hinter das seltsame Geheimnis kommen wollte und habe das halbe Buch in einer Nacht weggelesen… im Nachhinein… hat es sich gelohnt wie ich finde…

Shane McKenzie – Geil auf Sex und Tod

Gary ist ein Loser, er verliert seinen Job im Comicladen und wird ausgerechnet durch einen der Jungs ersetzt, die sich immer über ihn lustig machen, seine Mutter hat einen neuen Freund, der ihn nicht ausstehen kann und als der ihr einen Heiratsantrag macht, wird Gary von Ihm nahegelegt, doch endlich auszuziehen, alles in allem ist die Lage also ziemlich bescheiden. Gary ist ein von Grund auf unsymphatischer Zeitgenosse, für sein Alter absolut unreif und tut einem im Grunde eigentlich nur leid.

Er flieht in den Wald, zu seinem magischen Baum, nichts ahnend, das dort vor vielen Jahren sogenannte Freßlinge vergraben wurden, dunkle Wesen, die sich von Sex und Gewalt ernähren. Während er also frustriert an sich herumspielt, „befreit“ er so das erste Wesen, das entfernte Ähnlichkeit mit einem kleinen Mädchen hat, er nennt es Mary Jane und diese offenbahrt ihm, das sie ihm, ihrem Meister, dazu verhelfen kann, jedes Mädchen flachzulegen, das er haben will, Gary, der noch Jungfrau ist, muß das natürlich sofort ausprobieren. Am Anfang gibt es ein paar kleinere Probleme, denn Mary Jane darf nicht zu viel von der „Sexenergie“ fressen, sonst fällt sie um und schläft ein, was dazu führt, das die von ihr gefügig gemachten Frauen zu sich kommen und Gary als Vergewaltiger bezichtigen, aber Übung macht bekanntlich den Meister und somit hat Gary schnell den Dreh raus und beginnt seine neugewonnene Macht sichtlich zu geniessen.

Als Gary nach Hause zurückkehrt, um sich ein paar Sachen zu holen, trifft er auf Chester, den Freund seiner Mutter, zum ersten Mal wehrt er sich gegen ihn, es kommt zu einem Handgemenge und er flieht zurück in den Wald.Unter seinem Baum tropft diesmal Blut auf die Erde, was Mary Janes Bruder erweckt. Anders als seine Schwester ernährt er sich von Gewalt, er ist verdammt hungrig und für Gary die perfekte Chance, sich an allen zu rächen, die ihn verspottet haben. Von diesem Moment bricht im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle auf Erden los…

Das Buch ist rasend schnell vorbei, noch ehe man sich an alles gewöhnt hat. Zwar ist das Buch nicht umsonst in der Festa-Extrem-Reihe erschienen da der Grad der Gewalt das Niveau das man sonst auf dem normalen Buchmarkt bei weitem übersteigt, trotzdem fand ich dass es sich in Grenzen hält und unter den bisher erschienenen und von mir gelesenen Festa-Extrem-Bänden das „sanfteste“ war. Nichtsdestotrotz eine spannende und vor allem fesselnde Geschichte. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und hatte es in zwei Tagen durch.Gary ist ein von Grund auf unsymphatischer Zeitgenosse, für sein Alter absolut unreif und tut einem im Grunde eigentlich nur leid.

Karen Chance – Untot mit Biss

Cassie, die als Vierjährige ihre Eltern verloren hat, wurde von einem Vampir großgezogen. Da sie schon zwei mal aus seinem Herrschaftsbereich geflüchtet ist, hat Tony noch eine Rechnung mit ihr offen. Cassie findet erst einmal Schutz im Hauptquartier von MAGIE (Metaphysische Allianz für Größere Interspezies-Erneuerung). Sie möchte gerne mehr über das Schicksal ihrer Eltern erfahren, die auf Tony’s Befehl ihr Leben verloren haben.
Schnell wird das ganze recht verwirrend. Der Leser wird mit immer mehr magischen Geschöpfen und „Dingen, die sich nachts herumtreiben“ konfrontiert. Anfangs fällt es schwer, sich in der Welt dieser vielfältigen überirdischen Kreaturen zurecht zu finden. Neben Vampiren und Magiern trifft man auf Golems, Geister und Gepräge, ja sogar Elfen, Wer-Geschöpfe und Satyrn spielen eine, wenn auch teilweise untergeordnete Rolle. Um die Übersicht zu behalten, ist es von Vorteil, wenn man bereits ein paar Vorkenntnise über diese Spezies hat. Außerdem hat die Autorin einige historische Gestalten kurzerhand in Untote verwandelt und in die Geschichte eingebaut, wie zum Beispiel Rasputin, Raffael, Christopher Marlowe. Zusammen mit Cassie erlebt man im Lauf der Story so einige Überraschungen, die nicht gerade angenehmer Natur sind, und sie muss ihre Meinung des öfteren neu überdenken. Sie geht mir ihrer Situation erstaunlich gelassen um, und ihre Schilderungen sind mir einer guten Portion schwarzem Humor gewürzt. In der Vorstellung der Autorin ist vom Auftakt zu einer romantischen Romanserie die Rede. Cassie hat zwar, mit verschiedenen Vampiren, ein paar erotische Erlebnisse, die auch sehr ansprechend und gekonnt geschildert sind, aber von Romantik ist da keine Spur.
Mir persönlich kommt der Roman reichlich überfrachtet vor. Auch wenn die Geschichte sehr aktionsreich ist, wirkt sich das recht ermüdend aus. Der Umstand, dass Cassie zwischendurch immer wieder in dem einen oder anderen fremden Körper landet und auch noch dabei durch die Zeit reist, macht das ganze nicht gerade übersichtlicher. Durch die vielen eingestreuten Rückblenden liest sich das Buch recht anstrengend. Ich denke, da wäre weniger manchmal mehr gewesen.

Jeremy Robinson – Nemesis

Als Mitarbeiter der Abteilung für Paranormale Aktivitäten des Heimatschutzministeriums hat Sonderermittler Jon Hudson nicht wirklich viel zu tun. Und auch dieses Mal geht er davon aus, dass die Bigfoot-Sichtungen in den Wäldern von Maine nichts weiter als heiße Luft sind. Umso erstaunter ist er, als er gemeinsam mit dem örtlichen Sheriff, Ashley Collins, im Wald auf eine geheime Militärbasis stößt. Plötzlich werden sie von schwerbewaffneten, kampferprobten Soldaten gejagt. Währenddessen erreicht ein verbotenes Experiment seinen schrecklichen Höhepunkt und wenig später ist in den Wäldern von Maine der Teufel los. Hudson und Collins sehen sich von einer monströsen Kreatur verfolgt, die auf diesem Planeten einzigartig ist. Binnen weniger Sekunden katapultiert sie sich an die Spitze der Nahrungskette und tötet alles, was sich ihr in den Weg stellt. Zu allem Überfluss bekommen es der Sonderermittler und seine neue Partnerin auch noch mit dem wahnsinnigen General Lance Gordon und seinem skrupellosen Bodyguard Endo zu tun. Das Monster Nemesis, benannt der nach der griechischen Göttin der Zerstörung, wächst derweil immer weiter und bewegt sich unaufhaltsam in Richtung Portland und Boston …

MEINUNG:

Echte Monster-Thriller sind rar gesät und richtig gute regelrechte Mangelware. Umso schöner ist es daher, dass nun endlich Jeremy Robinsons „Project: Nemesis“ hierzulande in deutscher Übersetzung erhältlich ist. Unter dem einfachen und prägnanten Titel „Nemesis“ hat der Festa Verlag diese Perle der phantastischen Literatur in sein Programm aufgenommen.
In der Tradition des Kaijū Eiga, des sogenannten japanischen Riesenmonster-Films, erzählt der Autor seine Story vom amerikanischen Godzilla. Dabei begnügt er sich jedoch nicht damit ein Riesenvieh von den Ausmaßen eines Hochhauses durch eine Großstadt trampeln zu lassen und sich Gefechte mit dem Militär zu liefern. Vielmehr bastelt Robinson auch eine schlüssige, wenngleich sehr abgefahrene Hintergrundgeschichte, die dem Monster, trotz seiner Gefährlichkeit, einige Sympathiepunkte einbringt.
Im Gegensatz zu den meisten Monsterfilmen gibt es auch einen echten Protagonisten, ohne den eine sogenannte Kaijū Novel vermutlich gar nicht funktionieren würde. Dass Jon Hudson die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt, bringt den Leser nur umso dichter ans Geschehen und darüber hinaus gibt es mit General Lance Gordon sogar einen richtigen Bösewicht, denn das Monster kann man wie ein Tier für seine Taten natürlich nicht zur Rechenschaft ziehen. Allerdings spricht es für den Autor, dass die Herkunft des Monsters weit komplizierter ist, als der übliche Mutations-Plot.
Die Charaktere sind sehr sympathisch gezeichnet und dennoch glaubhaft. Angefangen vom spleenigen Jon Hudson, der seinen Pick-Up-Truck Betty nennt, seine Geheimratsecken unter einer Mütze verbirgt und obendrein der einzige Sonderermittler für Paranormales in den Vereinigten Staaten ist. Ihm zur Seite steht Ashley Collins, das weibliche Äquivalent zu einem Hans-Dampf-in-allen-Gassen; eine toughe Frauenfigur, die selbst Ripley alt aussehen lässt. Schließlich sind da noch der Pilot Woodstock, der Computer-Freak und Vorzeige-Nerd Watson und die kühle Koordinatorin Cooper. Lance Gordon zeigt dagegen in seiner absoluten Bösartigkeit wenig Profil, im Gegensatz zu dem Japaner Endo, der zumindest einige moralische Prinzipien vertritt.
So wie im ersten GODZILLA-Film aus dem Jahr 1954, so muss auch Nemesis bei seinem ersten Auftritt (noch) nicht gegen andere Riesenviecher antreten und darf sich damit begnügen, Städte platt zu machen und allerlei Militär-Gerät zu verschrotten. Dass Nemesis erst im Lauf des Romans zu seiner endgültigen Größe heranwächst ist ein weiterer kleiner Geniestreich des Autors. Letztendlich stören nur kleine Mängel bei der Übersetzung und/oder im Lektorat und die etwas konstruiert wirkende Love-Story des Protagonisten, die aber immerhin nicht allzu kitschig daherkommt. Dank des minimalistischen und humorvollen Schreibstils von Robinson ist „Nemesis“ ein Buch, das man nur ungern zur Seite legt. Oftmals hadere ich mit Büchern, die mehr als 500 Seiten haben, in diesem Fall hätte ich sie mir gewünscht.
Wer sich über das relativ offene Ende ärgern sollte, der darf beruhigt sein, denn in den USA liegen bereits zwei Fortsetzungen zu diesem einzigartigen und originellen Roman vor. So besteht die nicht unbegründete Hoffnung, dass diese demnächst auch in deutscher Sprache erscheinen werden.

Cecilia Ahern – Flawed

In Flawed von Cecila Ahern lernen wir eine Gesellschaft kennen in der ein Komitee namens „Die Gilde“ darüber entscheidet, ob man als moralisch fehlerhaft verurteilt und gebrandmarkt wird und von da an ein Leben mit strengen Auflagen führen muss. Wir begleiten hier die 17jährige Celestine, die klug, beliebt und hübsch ist, einen süßen Freund hat und somit quasi das perfekte Beispiel für jemanden ist, der „Perfekt“ zu sein scheint.

Schnell merkt man als Leser, dass das Vorgehen der Gilde alles andere als fair, ja eigentlich ziemlich willkürlich ist. Und Celestine, die bislang ziemlich naiv wirkte, scheint eine der wenigen zu sein, denen das auffällt. Der Anlass, der die Dinge ins Rollen bringt, stand für mich in keinem Verhältnis zu den Reaktionen. Man kann einfach nicht glauben, dass es in all den Jahren noch keinerlei offenen Protest gab, durch diese vereinfachten Darstellungen verlor das Buch für mich anfangs etwas an Glaubwürdigkeit.
In der zweiten Buchhälfte bricht Celestine aus der abgeschirmten Welt aus, in der sie all die Jahre gelebt hat, und sie und der Leser erfahren mehr über die politischen Vorgänge und gut gehütete Geheimnisse. Die Protagonistin, die sich schon früh als überraschend mutig offenbart hat, macht eine tolle Entwicklung durch und wählt ihre Kämpfe klug und sorgfältig aus. Dass sie immer noch ein Teenager ist, wird in Momenten klar, in denen sie ihren Gefühlen freien Lauf lässt. Das machte sie nahbar und hat mir gut gefallen. Neben all den turbulenten Vorgängen rund um die Gilde, Presse, Vertrauen und Verrat spielt ihre Familie und ihr Freund eine wichtige Rolle und es gab einige berührende Momente. Die Mischung zwischen Celestines Agieren in der Öffentlichkeit und im Privaten, verbunden mit verschiedensten Herausforderungen, ist der Autorin absolut gelungen.

Flawed – Wie perfekt willst du sein“ dürfe vor allem jugendliche Leser Ansprechen, diese werden in eine Welt katapultiert, in der die Perfektion oberste Regel ist und in der jede Andersartigkeit geahndet wird. Dass es hinter dieser glänzenden Fassade ordentlich brodelt, wird schnell klar, spätestens in dem Moment, als die bis dahin perfekte Protagonistin in einem ordentlichen Schlamassel steckt. Eine interessante Figur, deren Mut und Menschlichkeit, deren Ängste und Zweifel und deren Trotz und Kampfeswille in einer nachvollziehbaren Mischung zum Tragen kommen und die nicht nur die Menschen ums sich herum bewegt. Flüssig geschrieben, mit vielen spannenden Szenen, grausamen Momenten, zweifelhaften Handlungen, aber auch mit liebevollen Gesten versehen, versteht es der Roman gut zu unterhalten und trotz seines schrecklichen Verlaufs ein wenig Hoffnung zu geben. Für mich war es der erste Roman von Cecelia Ahern… wird aber definitiv nicht der letzte sein… und obwohl ich normalerweise doch eher im Horror- und Thrillergenre unterwegs bin… hat es das Buch geschafft dass ich in Zukunft wieder des öfteren Fantasy lesen werde.

Kirsty McKay – Untot in drei Gängen

TEIL I – Lauf Solange Du Noch Kannst
Auf keinen Fall wird sie aus diesem Bus aussteigen. Bobby hasst ihre neuen Mitschüler und der Skiausflug war die totale Vollkatastrophe. Da wartet sie lieber mit Bad Boy Smitty, bis die anderen aus dem Café zurückkommen. Aber die anderen kommen nicht. Die anderen sind tot – Alice hat es genau gesehen und dreht vollkommen durch. Schöne Scheiße! Sie müssen hier weg und zwar schnell. Denn plötzlich kommen die Toten auf sie zu und sie sehen verdammt hungrig aus. Doch draußen ist es einsam und dunkel, der Schneesturm tobt und die Handys funktionieren auch nicht. Und eigentlich weiß man aus jedem guten Horrorfilm, dass man sich niemals in so eine Situation begeben darf …

TEIL II – Pausensnack
Die Lage eskaliert innerhalb von nur einer Woche. Am Montag überlebt ein Mädchen einen Busunfall, muss aber schnell feststellen, dass sie seltsame Gelüste verspürt. Am Dienstag findet eine streng geheime Sitzung mit unerwartetem Ende im Pharmakonzern Xanthro statt. Am Mittwoch berichtet die Presse über ein rätselhaftes Zugunglück. Und am Blutsonntag sind sie bereits überall …

TEIL III – Sie Sind zurück und Hungrig
Na toll! Eine Glatze, eine Narbe und 6 Wochen Koma. Als Bobby erwacht, ist bereits ganz Schottland zombifiziert und zur Sperrzone erklärt worden. Ausgerechnet in einem schottischen Krankenhaus festzusitzen, ist also eher ungünstig. Dass auch Alice und Pete dort untergebracht sind, ist zumindest eine gute Nachricht. Doch wo steckt Smitty? Und wieso hat Bobbys Mutter, die angeblich tot sein soll, verschlüsselte Nachrichten auf dem Handy hinterlassen? Die ungleichen Freunde müssen schnellstens hier weg. De Na toll! Eine Glatze, eine Narbe und 6 Wochen Koma. Als Bobby erwacht, ist bereits ganz Schottland zombifiziert und zur Sperrzone erklärt worden. Ausgerechnet in einem schottischen Krankenhaus festzusitzen, ist also eher ungünstig. Dass auch Alice und Pete dort untergebracht sind, ist zumindest eine gute Nachricht. Doch wo steckt Smitty? Und wieso hat Bobbys Mutter, die angeblich tot sein soll, verschlüsselte Nachrichten auf dem Handy hinterlassen? Die ungleichen Freunde müssen schnellstens hier weg. Denn die Untoten sind lernfähig und hungrig und verdammt gefährlich. Und sie sind nicht die Einzigen, die ihnen hinterher jagen..

Meine Meinung:
Ein atemberaubendes und fesselndes Buch, was von Spannung, Witz und Abenteuer nur so strotzt. Bobby ist ein wahnsinnig sympathisches Mädchen, die es in ihrer Klasse durch ihre Art wohl nicht besonders leicht hat. So geht es auch Smitty, der sich ebenfalls als sympathischer Draufgänger entpuppt. Ganz im Gegensatz zu Pete und Alice, die als Außenseiter und Oberzicke wenig Sympathiepunkte erhalten. Zusammen suchen sie nun nach einem Ausweg aus dem Schlammassel. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn die Toten sind ihnen dicht auf den Fersen.
Der witzige und gleichzeitig fesselnde Schreib- und Erzählstil der Autorin ermöglicht es dem Leser mitten im Geschehen einzusteigen. Er kann förmlich mit Bobby, Smitty und den anderen mitfühlen. Auch ich möchte nicht mitten in der Einöde stecken, kein Dach über dem Kopf haben und dann auch noch von blutrünstigen, verrückten Zombies verfolgt werden. Zudem findet Bobby noch etwas furchtbares heraus.
Mir gefiel jedoch nicht nur die Story, auch das Cover sprach mich von vornherein an. Als dann Teil zwei auf den Markt kam, beschloss auch ich mich dazu, das Buch von meinem Stapel ungelesener Bücher zu holen. Eine sehr gute Entscheidung  Denn es ist ein amüsantes, blutiges und spannendes Buch, welches nicht nur einen Nachmittag füllt. Ich bin jetzt schon gespannt, auf Band zwei, den ich glücklicherweise schon in meinen Händen halte und der nur darauf wartet von mir verschlungen zu werden…

Oliver Pötzsch – Die Schwarzen Musketiere und das Schwert der Macht

Lukas und seine drei Freunde wollen nur eines – die zerstörte Burg Lohenstein soweit aufbauen, dass sie darin gut über den kalten Winter kommen können. Doch da taucht der Sterndeuter Senno auf und hat beunruhigende Neuigkeiten für die vier Kampfgenossen: Ihr alter Widersacher, der Inquisitor Waldemar von Schönborn, habe die legendären Reichsinsignien, die für die Krönung eines Deutschen Kaisers unerlässlich sind, in seinen Besitz gebracht. Senno befürchtet nun, dass Waldemar von Schönborn mithilfe von Schwert, Krone und Zepter das Reich erpressen will. Die wertvollen Gegenstände habe der Inquisitor an drei verschiedenen Orten in der alten Kaiserstadt Prag versteckt. Lukas, Giovanni, Jerome und Paulus zögern keine Sekunde und machen sich auf den Weg nach Prag. Doch das Abenteuer, das sie dort erwartet, stellt ihren Mut und ihre Freundschaft auf eine harte Probe …

Da ich den ersten Band nicht gelesen habe, war ich sehr positiv überrascht, wie gut die Ereignisse aus dem ersten Band und die Beschreibung der Figuren eingebunden wurden. Die Sprache ist locker, leicht verständlich und der Zielgruppe angepasst. Unbekannte Begriffe werden im angeschlossenen Lexikon erklärt. Der Autor schafft es bis zum Ende viel Spannung aufzubauen. Gezielt wird auch Grusel eingesetzt, der selbst mich ab und an schaudern ließ.
Die Geschichte um die schwarzen Musketiere hat mir sehr gut gefallen und ich werde definitiv den ersten Band noch nachlesen. Die Figuren waren gut durchdacht. Jeder hat seine Stärken und Schwächen und ist ein wertvolles Mitglied der Gruppe. Lukas ist ein guter Anführer. Er entwickelt im Laufe der Geschichte weiter und sorgt sich sehr um seine Schwester. Man fühlt sehr gut mit ihm mit und rätselt auch, wer der Verräter in den eigenen Reihen ist. Mit Elsa hatte ich so meine Probleme. Man merkt, dass das Zauberbuch Elsa mit der Dauer verändert, was auch Lukas auffällt. Manchmal fand ich Elsas Reaktion auf diese Anschuldigungen einfach zu trotzig und kindisch. Es war auch immer dieselbe. Das hat mich gestört, denn nach dem dritten Mal war diese Diskussion einfach zu viel. Die anderen Figuren trugen sehr viel zur Spannung und zum Witz der Geschichte bei.

Fazit:
Für mich war es ein gelungener zweiter Band, der nicht nur für jüngere Erwachsene geeignet ist. Man kann diesen Band auch unabhängig vom ersten lesen. Der Anfang zieht sich etwas, aber die letzten Zweidrittel sind rasant und spannend. Das Ende ist offen und macht Lust auf die nächsten Abenteuer mit den Musketieren. Verdiente 4 Sterne!