Robert Corvus – Schattenkult

SchattenkultJedes Jahr zur Feier des dreifachen Neumonds lädt das Orakel der Aesol neun Gesandschaften in seinen schwebenden Palast. Diejenige, die das Geschenk überreicht, welches dem Orakel am besten gefällt, darf diesem eine Frage stellen und wird eine absolut wahre Antwort bekommen. Dieses Mal jedoch ist die Stimmung angespannter als sonst, denn unter den Gesandschaften sind auch Vertreter des Schattenkults. Die junge Adäptin Tynay sollte die Nacht eigentlich gar nicht mehr erleben, sondern als Opfer für die Erweckung einer Schattenherrin dienen. Ärgerlicherweise sucht die sich jedoch jemand anderen aus (leider die einzige Person, die in der Lage gewesen wäre, das Geschenk für das Orakel zu erschaffen) und damit bedingt eine ganze Reihe unvorhergesehenen, mörderischer Ereignisse. Die anderen Gesandschaften haben sich gegen den Schattenkult verbündet und bald gibt es die ersten Toten. Tynya sieht sich plötzlich als Anführerin ihrer Gesandschaft und muss sich schnell etwas einfallen lassen, wenn sie nicht nur die Gunst des Orakels, sondern auch ihr eigenes Leben retten will.

Das Buch ist eine Art Spin-Off zu der Trilogie um die Schattenherren des Autors, jedoch ohne an Details der dort erzählten Geschichte anzuknüpfen. Allerdings ist deren Kenntnis durchaus hilfreich, da man sich dadurch schneller in der Welt zurechtfindet. Die Geschichte hat etwas von einem Kammerspiel: Sie ist auf den Ort des Palastes beschränkt und erzählt zeitlich die Ereignisse einer Nacht (jedes Kapitel steht dabei für eine der zwölf Stunden dieser). Trotz all dieser eigentlich viel versprechenden Ansätze will nicht so wirklich Spannung aufkommen. Die Handlung ist nicht komplex genug, die Figuren wirken wie Abziehbilder ohne wirkliche Tiefe oder Faszination. Wirklich schade, denn die Welt an sich birgt durchaus mehr Potenzial, wie die vorherigen Bücher des Autors hierzu gezeigt haben. Leider reicht ein bisschen düstere Magie, finstere Mächte und (um dann vermutlich auf Nummer sicher zu gehen) billige Sexszenen nicht aus, um das Optimale aus einer Geschichte herauszuholen.

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