Patrick Senecal – 7 Tage der Rache

41ARMWT70NL._SX298_BO1,204,203,200_ (1)Zur Story: „Jasmine, die 7jährige Tochter des 38jährigen Arztes Bruno Hamel und seiner Lebensgefährtin Sylvie Jutras, wird bestialisch vergewaltigt und ermordet. Die heile Welt der kleinen Familie gerät vollständig aus den Fugen und Bruno umgibt, er hat seine Tochter gefunden, ab diesem Moment eine extreme Dunkelheit, aus der es kein Entrinnen mehr gibt. Als sich die Polizei nach 4 Tagen bezüglich der Festnahme des Täters und des weiteren Werdegangs bei ihnen meldet, macht sich Bruno das erste Mal überhaupt Gedanken um den Täter, zu sehr war er mit der Trauer beschäftigt. Er schildert ihm wie sich dieser sich während und nach der Festnahme benahm, mit einem Grinsen im Gesicht. Als er ihn dann auch noch bei der Festnahme im TV sieht, beginnt das Unheil Gestalt anzunehmen. 7 Tage bleiben ihm, dann wird der Täter dem Gericht vorgeführt, um sich auf das Kommende vorzubereiten…“

Nachdem man den Buchdeckel aufgeschlagen hat sollte man kurz inne halten und sich, noch bevor man die ersten Zeilen beginnt zu lesen, die folgende Frage stellen. „Was würde ich tun, wenn ich den Vergewaltiger und anschließenden Mörder meiner Tochter in die Finger bekomme?“

Patrick Senecal geht in seinem Roman „7 Tage der Rache“ genau dieser Frage nach und bringt seinen Protagonisten Bruno Hamel – der seine Tochter durch einen solchen Menschen verloren hat – in eben diese Situation, und lässt ihn die in den Raum gestellte Frage beantworten, in dem er die Gedankengänge bestimmt unzähliger Leser in die Tat umsetzt. Denn was bleibt schon, um den Ausgleich von zuvor erlittenem, ich formuliere es salopp „Unrecht“, herzustellen? RACHE!

„7 Tage der Rache“ ist durchweg schonungslos und prescht mit einer unglaublichen Härte und Brutalität voran, und diese bezieht sich nicht nur auf die, die dem vermeintlich „neunen“ Opfer zuteil wird, ausgeführt durch das Ursprüngliche, sondern auch die Härte des Verlustes, des Schmerzes, und der Hilflosigkeit, die wie eine Meter hohe Welle über das eigentliche Opfer, in dem Fall Bruno Hamel, hinwegrollt und eine sich nicht aufhellende schwarze Leere hinterlässt.

Der Leser begleitet die Story von oben auf die Protagonisten herabschauend, wobei er zum einem Bruno Hamel begleitet, und zum anderen die Polizei, die alles ihrer Macht stehende versucht, in ausfindet zu machen.

*Das schöne an dieser Perspektive ist, dass selbst der Leser mehr weiß als die Polizei *

Natürlich legt der Leser selbstredend den Fokus auf den Part den Bruno bekleidet, denn es brennt ihm viel zu sehr unter den Nägeln, wie darunter geschobene heiße Rasierklingen, um zu erfahren, wie weit dieser wirklich geht, und ob sein Plan nicht vor Vollendung doch noch durchkreuzt wird, durch wen und in welcher Form auch immer. Auch wenn die Szenerie gut beschrieben ist, so spielt sie doch eine eher untergeordnete Rolle. Viel zu sehr ist der Leser in die Geschichte vertieft, um andere, eher unwichtige Einflüsse wahrzunehmen.

Natürlich ist dieser Roman nicht nur einfach dahingeschrieben um „nur“ zu unterhalten, vielmehr verbirgt sich eine klare Message dahinter.

*In jedem von uns schlummert ein Monster*

Und genau diese ist es, die Patrick Senecal dem Leser zu vermitteln versucht, dass das Böse eben nicht durch irgendwelche Wesen oder Tiere hervorgerufen wird, sondern das Böse der Mensch an sich ist, es tief im Verborgenen, in den hintersten Schubladen, in den dunkelsten Ecken des Gehirns schlummert, nur darauf wartend, durch den richtigen Trigger in Erscheinung zu treten um den Menschen, von links auf rechts zu krempeln. Das zweite Gesicht, das Gesicht des „wahren“ Monsters ist erwacht, in welcher Form auch immer es zu Tage tritt, wird wohl bei jedem Menschen anders sein.

Mein Fazit: „7 Tage der Rache“ ist ein Roman, der dem Begriff Pageturner vollends gerecht wird. „7 Tage der Rache“ steht für unsagbare Härte und Brutalität, aber für unendlich tiefe Trauer, Hilflosigkeit und Verzweiflung. Kurz um, es ist ein mitreißender Horror-Thriller, der von den grausamen Erlebnissen in der Vergangenheit der Familie Hamel/Jutras, und gerade aus den daraus resultierenden Emotionen seines Hauptprotagonisten Brunos lebt. Dieser Roman ist ein muss für jeden Fan, der es ruhig eine Spur härter mag, und über den einen oder anderen Bluttropfen locker hinwegsieht.“

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