Monica O Rourke – Quäl das Fleisch

quaeldasfleischZoey ist eine junge, übergewichtige Frau, die eines Tages in einer Buchhandlung mit den Worten „Ich kann Ihnen helfen“ von einer schlanken, ebenfalls jungen Frau angesprochen wird. Zoey wäre die ideale Kandidatin für ihr Schlankheits-Programm… Noch am selben Tag „reist“ sie unfreiwillig in das – nennen wir es: Boot-Camp der besonderen Art für Übergewichtige. Was am Anfang schon an Grausamkeit, Ekel, Horror und Schmerzen kaum zu überbieten ist, läuft an einem Punkt dann schließlich komplett aus dem Ruder.

Man nehme einen reichen Schnösel mit zu viel Geld und ebenso viel Langeweile und paare das ganze mit ein paar Leuten, die für (sehr viel) Geld (fast) alles tun. Dann suche man sich ein paar junge, übergewichtige weibliche Opfer und überrede sie zu einer „bombensicheren Diät“ an einem besonderen Ort und et voilá: schon ist das „Abnehmkurs“ voll besetzt.

Der Moment, in dem man sich als Leser noch in Sicherheit weiß, dauert nur ein paar Seiten lang ehe alles Schlag auf Schlag passiert. Das Buch ist nicht allzu umfangreich, nur knapp 160 Seiten, deshalb möchte ich an dieser Stelle gar nicht allzu viel verraten.

Nur so viel:
Ich habe noch NIE so viel Ekel, Schmerz, Horror, Grausamkeit, Demütigung und Resignation zwischen zwei Buchdeckeln erlebt – Sex möchte ich in diesem Zusammenhang gar nicht erwähnen. Man kann das Buch lesen, indem man das was geschieht nicht (allzu nah) an sich heranlässt. Einerseits möchte man das Buch angewidert wegwerfen, andererseits will man wissen, was Zoey aus ihrem nicht selbsterwählten Schicksal macht. Es mag Leute geben, die törnt der kranke Scheiß, der darin beschrieben ist, an – ich zähle mich nicht dazu. Was nicht heißen soll, dass mir das Buch an sich nicht gefallen hat. Die Idee ist absolut genial, die Umsetzung auch sehr gelungen. Und manche Umstände verlangen eben nach extremeren Dingen.

Vielleicht gefällt mir das Buch auch deshalb, weil ich z. T. (wenn auch nicht so extrem) nachvollziehen kann, was Zoey durchmacht.

Wer Angst vor’m Schwarzen Mann hat, dreimal kontrolliert ob die Haustür auch wirklich abgeschlossen ist und kreischend auf die Couch springt, wenn eine Spinne den Weg kreuzt, sollte besser die Finger von dem Buch lassen.
Wem jedoch Edward Lee und Brett McBean ein Begriff sind, der könnte an dem Buch seine Freude haben.

Wüsste ich nicht, dass das Buch von Monica J. O’Rourke geschrieben ist, ich hätte es Wrath James White oder Edward Lee zugeschrieben. Am Ende des Buches erfährt man schließlich, dass Monica J. O’Rourke eine der wenigen weiblichen Autoren ist, die brutalen Hardcore-Horror schreiben. Mich wundert das nicht…

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