Hiobs Spiel – Traumtänzer

9783942396554_1439134407000_xxl„Hiobs Spiel: Traumtänzer“ ist auf jeden Fall ein Buch, das einem im Gedächtnis bleibt. Vielleicht entfallen einem mit der Zeit ein paar Details, aber ansonsten ist es unvergesslich. Nicht zuletzt ist das der Gestaltung des Buches geschuldet, es ist ein Gesamtkunstwerk.
Und natürlich ist da die Handlung. Im Grunde geht es um etwas ganz einfaches: Um ein Spiel.

er spielt gegen wen? Was gewinnt man, wenn man gewinnt?
In einer Dimension, in der die menschlichen Gedanken, Ideen, Gefühle, Kreativität, Leid etc. zusammenfließen, Wiedenfließ genannt, herrscht eine Entität, die Gott und Teufel in einer Person ist. Sie beeinflusst nicht nur das Schicksal der eigenen Welt, sondern auch das Schicksal der unseren. Um eine Art Ausgleich zu schaffen, wurde vor Jahrtausenden das Spiel erfunden. Ein menschlicher Magier kann gegen das Wiedenfließ antreten und, indem er gegen verschiedene üble Gegebenheiten und Gestalten kämpft, bis zu 78 Punkte sammeln. Hat er all diese Punkte beisammen, wird er zum Herrscher des Wiedenfließes und kann die Geschicke aller Welten lenken. Natürlich hat noch nie jemand die volle Punktzahl erreicht, der Weltrekord liegt bei mageren 17 Punkten, aber für einen jungen Berliner Magier namens Hiob Montag ist das noch lange kein Grund, sich nicht in das Abenteuer seines Lebens zu stürzen.

Hiob Montag ist eine der interessantesten Buchfiguren, die mir je untergekommen sind. Er ist arrogant bis größenwahnsinnig, manchmal mehr wahnsinnig als groß, er geht über Leichen, wenn es einen Punkt zu machen gibt und blickt nur selten zurück. Er will die Welt verändern, verändert sich aber dabei selbst immer mehr und das nicht zum Guten.

In diesem zweiten Band der Reihe kämpft Hiob gegen eine wildgewordene Hundemeute, gegen Weihnachtsdämonen, gegen die Angst zu ertrinken und auch schon mal gegen sich selbst.
Ihn zu begleiten auf seiner Jagd nach den Punkten, die die Welt verändern könnten, ist ein Lesehighlight sondergleichen. Im ersten Band – ebenfalls genial und unbedingt zu empfehlen – gibt es reichlich Ekelszenen, hier dagegen sind sie weniger geworden. Dieser Band geht mehr in die Tiefe.

Eine besondere Erwähnung verdient der Schreibstil des Buches. Wahnsinn! Was Tobias Meißner da aus der deutschen Sprache herausholt, ist schlicht atemberaubend. Die Kraft, die hinter jedem einzelnen Satz steckt, ist fast greifbar. Wen der Ideenreichtum von „Hiobs Spiel: Traumtänzer“ noch nicht umgehauen hat, den erwischt spätestens auf den ersten zehn Seiten die Wortgewalt.

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