Bryan Smith – Rock n Roll Zombies aus der Besserungsanstalt

rock-and-roll-zombies_1Unbeschreibliches geht in der Musikalischen Umerziehungsanstalt Southern Illinois (MUSI) vor. Die lesbisch-dominant veranlagte Direktorin treibt in ihrem Büro nach Feierabend gerne perverse Spielchen mit diversen Mädchen, von denen bereits drei ihren abnormen Praktiken zum Opfer fielen und vom Hausmeister unter die Erde gebracht werden mussten. Dummerweise ist Nummer Vier bereits die zweite Schülerin der Besserungsanstalt, die ums Leben gekommen ist und die Gefahr steigt, dass ihr Treiben ans Tageslicht kommt. Doch zunächst hat Miss Huffington andere Sorgen, denn als der Hausmeister die tote Anna gerade begrabe will, schlägt unweit der MUSI ein Komet ein und lässt die verscharrten Opfer als Zombies wiederauferstehen. Keine guten Voraussetzungen für die Rettungsaktion, zu der sich Steve und Wayne entschlossen haben, denn Waynes Freundin Melissa wurde von ihren Eltern in eben jene Besserungsanstalt geschickt, um aus ihr ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft zu machen.

Bei einem derartigen Titel kann man gar nicht anders, als eine aberwitzige, skurrile Horror-Story jenseits des Mainstreams zu erwarten. Aber was sollen Rock-and-Roll-Zombies überhaupt sein? Tanzende Untote oder wiederauferstandene Mitglieder einer Band, die von ihren außer Kontrolle geratenen Fans niedergetrampelt wurden? Die Bilder, die einem bei dem Wort Besserungsanstalt durch den Kopf schießen, sind da schon eindeutiger und in Verbindung mit dem Klappentext kann man sich vorstellen, was einen erwartet: Sexploitation in Reinkultur. Letzteres trifft sogar bis zu einem gewissen Grad zu, doch ansonsten präsentiert Bryan Smith eine vergleichsweise harmlose und geradlinig erzählte Horror-Story, die bestenfalls als Hommage an das Zombie-Kino der 80er und 90er Jahre zu verstehen ist. Als Beispiele seien hier Kultstreifen wie „Re-Animator“, „Return of the Living Dead“ und „Dellamorte Dellamore“ genannt. Der Autor hätte seine Sache nicht gut gemacht, wenn die Bedrohung ausschließlich von den Zombies ausgegangen wäre. Glücklicherweise kommt jedoch Lehr- und Erziehungspersonal mit äußerst fragwürdiger Qualifikation und eine Handvoll brutaler Wachmänner hinzu. Kurze Kapitel mit entsprechenden Zitaten aus den Lieblings-Rocksongs des Autors (daher der Titel) machen den schmalen Band zu einer äußerst kurzweiligen Lektüre, die man bequem am Stück goutieren kann. Allerdings sollte man ein Faible für die wandelnden Leichen mitbringen. Neu erfunden hat Smith den Zombieroman indes zwar nicht, aber immerhin bietet er eine schöne Alternative zu den üblichen Endzeitszenarien, die derzeit die Büchertische zu diesem Genre dominieren. In den Buchhandel werden die „Rock-and-Roll-Zombies aus der Besserungsanstalt“ aufgrund ihrer Zugehörigkeit zum Label „Festa extrem“ zwar nicht gelangen, obwohl einige Titel aus den regulären Reihen PSYCHOTHRILLER oder HORROR TB deutlich brutaler und blutiger sind, der Zombie-Fan kann hier aber dennoch bedenkenlos zugreifen. Nur allzu hohe Ansprüche an Charakterentwicklung und Handlungsverlauf sollte er dabei nicht stellen.

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