Patrick Senecal – 5150 Haus des Wahnsinns

Nach einem Sturz mit dem Fahrrad will der Student Yannick im Haus 5150 eigentlich nur um Hilfe bitten. Doch als er Schreie aus dem ersten Stock hört, wird er von dem Sadisten Jacques Beaulieu und dessen Familie gefangen genommen, damit er ihr Geheimnis nicht verrät. Gequält und gefoltert ist Yannick jetzt dem Wahnsinn der ganzen Familie ausgeliefert. Weil er kein »Böser« ist, dürfen sie Yannick nicht einfach so töten, also muss er sich mit dem Vater in einer Partie Schach messen. Der Einsatz: Yannicks Leben. Der erste Zug ist gemacht, doch welche Pläne sein Peiniger wirklich verfolgt, erkennt der Junge im Verlauf seines Martyriums erst nach und nach.

Ohne großes Vorgeplänkel beginnt die Story gleich sehr rasant und man landet mit Yannick in der echt kranken Psycho-Familie Beaulieu. Man erlebt die Gedanken und sich ausdenken Fluchtversuche von Yannick mit und weiß eigentlich vorher schon, das es nicht klappen kann. Man leidet förmlich mit ihm und der sich steigernden Qual was mit ihm noch alles geschehen wird.
Sehr gelungen finde ich die Rückblenden, die unter den Kapiteln zu lesen sind mit dem Titel „Maudes Tagebuch“. Maude ist die Ehefrau des sadistischen Jacques und wird von einem braven Mädchen, das im Kloster lebte, zur Ehefrau eines irren Mannes und zwei eigenartiger Töchter. Unheimlich finde ich vor allem Tochter Anne mit ihren ausdruckslosen großen dunklen Kulleraugen, die keine Gefühle zeigt, die nichts sagt und wie mechanisch ihr Leben lebt und einfach nur glotzt.
Etwas erholen kann man sich beim Lesen der Liebesgeschichte von Maude und Jacques, aber auch das ist nur kurzweilig, denn bald wird er ganz besessen sein davon, das Maude ihm unbedingt einen Jungen gebärt. Doch „leider“ werden es nur zwei Mädchen, Michelle und Anne. Ein Junge stirbt noch vor der Geburt und der behandelnde Arzt hat danach nichts mehr zu lachen. Jacques wird zur Bestie und will der „Hüter der Gerechtigkeit“ sein. Tochter Michelle, die vom Vater oft als „er“ und „der Junge“ bezeichnet wird, eifert ihm nach und hat Spaß an Qual und sadistischen Psycho-Spielchen. Die Einzige, etwas vernünftige Person ist Maude, denn sie erhofft sich durch Yannicks hoffentlich gelingende Flucht, auch eine Erlösung ihres Lebens. Sie will das alles gar nicht mehr, das elendige Leben mit Jacques, die Sachen im Keller und und und …
Einziger Kritikpunkt: An ganz wenigen Stellen zog sich die Story etwas in die Länge, was meinen Lesefluß etwas störte, aber ansonsten mehr ein Psycho-Thriller, statt eines „normalen“ Thrillers und lesenswert.

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Nina MacKay – Plötzlich Banshee

Alana, bezaubernde 20 Jahre jung, hat die bemerkenswerte Fähigkeit, die verbleibende Lebensdauer anderer Menschen auf die Sekunde genau in eine Art digitaler Anzeige über deren Köpfen zu sehen. Und damit ist sie allein. Sie hat den ganzen Tag nichts anderes zu tun, als Menschen vor dem Tod zu retten. In ihrer grenzenlos charmanten, liebenswürdigen, tollpatschigen Persönlichkeit rettet sie mehreren Menschen das Leben. Dann rutscht sie irgendwie in eine Mordermittlung und steckt plötzlich mittendrin.

Die absolut überzeugenden Charaktere sind tiefgründig, authentisch und wahnsinnig symphatisch. Alana mag ich sehr, sie kann man nur ins Herz schließen. Sie ist verdammt tollpatschig, geht aber so humorvoll damit um, dass einen die Tränen in die Augen schießen – natürlich vor Lachen. Der kriminalistische Hintergrund hält die Spannung weit oben und ist sehr gelungen. Ein bisschen Fantasy steckt ebenfalls mit drin, auch das wurde gut miteinander verflochten. Bis zum Ende habe ich mitgefiebert, konnte es kaum aus der Hand legen.

So viele Lacher wie in diesem Buch hatte ich wirklich schon lange nicht mehr. Alana ist ein wirklich toller Hauptcharakter und man hätte ihn gar nicht besser treffen können. Sie hat soviel Biss, Humor aber auch den drang zur Tollpatschigkeit. Ich glaube sie lässt wirklich nichts aus. Mit ihrer Identität kann sie aber eigentlich so gar nichts Anfangen, deswegen versucht Alana eher ein Schutzengel für die Menschen die in Gefahr schweben zu sein. Dies hat natürlich so einige Folgen. Ich liebe ihre Art, sie ist taff, hat vor nichts Angst… Als sie allerdings den Detektiven Dylan kennen lernt wird alles etwas anders. Alana weiß das sie zu sich und zu dem was sie ist stehen muss.

 

Jack Ketchum – Wahnsinn

Lydia und Arthur wachsen in der gleichen Stadt auf, besuchen dieselbe Schule ohne aneinander Interesse zu finden. Jahre später treffen sie sich, lernen sich besser kennen und lieben. Das Glück wird gekrönt mit der Geburt ihres Sohnes Robert. Doch der Junge beginnt sich zu verändern, zieht sich zurück und reagiert empfindlich auf Berührungen. Und er ist nicht der Einzige, der die Charakterzüge ändert. Arthur zeigt sein zweites Gesicht, die Gewalt kann er nicht mehr kontrollieren. Lydia hat Angst um ihren Sohn und sich selbst.

Jack Ketchum ist einer der beliebtesten Autoren der Horrorliteratur. Sein Einstieg mit Beutezeit verhalf ihm zu einem hervorragendem Ruf. Das es nicht immer um Metzelei, Kannibalismus und Schlachtereien gehen muss, zeigt er in dem Roman Wahnsinn.

Diesmal rechnet er mit einem anderen, noch schwerwiegenderem Thema ab: Dem Kindesmissbrauch und häuslicher Gewalt. Mit Wahnsinn zeigt er eine ganz andere Seite von sich selbst. Am Anfang des Buches wird der Leser mit verschiedenen Geschichten und Erlebnissen konfrontiert. Hier muss man sich sehr konzentrieren, um den Faden nicht zu verlieren. Doch wenn man einmal im Lesefluss ist, kann man sich nicht stoppen. Der Schreibstil, wie immer eine klare Linie. Er verzichtet diesmal stark auf Einzelheiten von sadistischen Handlungen, geht aber ausführlicher und detaillierter auf die Charaktere ein. Er schildert Empfindungen, Gedanken und den inneren Kampf des Sohnes sehr gut. Dieses Hin- und Hergerissen Sein zwischen Vater und Mutter ist für den kleinen Jungen ein wahrer Kampf. Ein Ketchum wäre aber kein Ketchum, wenn auch nicht hier Gewalt eine Rolle spielt. Es sind allerdings nur vereinzelte Passagen, die wirklich erschrecken und mich schaudern ließen. Doch manchmal braucht man klare Worte, um zum Nachdenken angeregt und wachgerüttelt zu werden. Ich war fasziniert von Lydia, eine sehr starke Frau mit einer mutigen und selbstbewussten Persönlichkeit, die keine Scheu zeigt, in den Widerstand zu gehen und für das zu kämpfen, was ihr wichtig ist. Ich wünschte mir, es würden mehr Frauen, die sich in so einer Situation befinden, den Mut haben, um aufzustehen und zu sagen: „Nein! Du tust uns nicht mehr weh!“ Wie schon gesagt, manchmal muss man vielleicht etwas härter mit einem Thema konfrontiert werden, um aufzuwachen.

Fazit: Wahnsinn war eines der schlechtesten Bücher die ich bisher gelesen habe… ich musste ständig mit mir kämpfen das Buch nicht unbeendet wegzulegen. Ich bin von dem Autor definitiv besseres gewohnt.

Richard Laymon – Die Jagd

Laymon_RDie_Jagd_82242.jpg„Die Jagd“ von Richard Laymon. So wirklich begeistert bin ich von diesem Buch ehrlich gesagt nicht, da ich wie zum Beispiel wesentlich bessere wie zum Beispiel „Der Keller“ oder „Das Spiel“ lesen durfte…
Eine Bande von Psychopathen die nachts in ein Haus eindringt, die Bewohner abschlachtet, und zwei Teenager die es schaffen zu flüchten und von nun an einer Hetzjagd ausgesetzt sind.
Das hört sich sehr spannend an und ist es teilweise auch wirklich.
Was mich jedoch stört ist, daß es stellenweise zu langatmig geschrieben ist. Für meinen Geschmack sind einige Passagen dabei, die man entweder weg lassen oder in ein paar Sätzen abhandeln hätte können, anstatt ihnen gleich ein ganzes Kapitel zu widmen, während andere interessante Passagen dann wirklich nur in ein paar Zeilen abgehandelt werden. Auch die Dialoge sind teilweise sinnlos und völlig überflüssig.

Was mich etwas gestört hat, ist die Tatsache, daß hier was den Ami betrifft mal wieder ganz tief in die Klischeekiste gegriffen wird. Waffen, und der Gebrauch davon werden für meinen Geschmack etwas zu sehr verherrlicht. Ein ganzes Kapitel (wenn auch eher kurz) über Waffen und Schießübungen in der Wüste, das hätte man sich meiner Meinung nach sparen können bzw. eine paar Sätze hätten auch gereicht.
Die Charaktere sind gut beschrieben und eine Sympathie für z.B. Jody war schnell vorhanden. Die Tatsache, daß in diesem Buch u.a. auch aus der Sicht einer der Täter geschrieben wird, finde ich zwar eigentlich recht gut, aber auch hier war es zeitweise etwas zu viel des Guten.
Das Ende ließ sich auf eine gewisse Art und Weise schon vorhersehen und war für mich keine allzu große Überraschung. Hier hat es mir aber auch an einer Stelle etwas an Logik gefehlt.

 

 

 

Tomas Finn – Dark Wood

Sechs Mitarbeiter einer angeschlagenen Hamburger Werbeagentur haben die Möglichkeit, im Rahmen der neuartigen Reality-Show SURVIVAL eine Finanzspritze für ihr Unternehmen zu gewinnen. Dazu müssen sie einen anspruchsvollen Outdoor-Parcours in der Wildnis Norwegens bewältigen. Ziemlich schnell wird klar, dass sich die Teammitglieder nicht gerade grün sind, was von den Machern der Show gefördert wird. Außerdem lauert in den norwegischen Wäldern ein altes und grausames Geheimnis.

Spannend, gruslig und nervenaufreibend – ein Thriller, mit dem man sich die Nacht um die Ohren schlagen kann. Es handelt sich zwar bei dem Buch um einen Horror-Thriller, wobei das Horror-Element nicht überwiegt und auch nicht platt daherkommt, sondern vielmehr gar nicht so abwegig ist.91lnz9imicl

Außerdem lebt das Buch nicht vom Grusel alleine, schon die Beziehungen zwischen den sechs Teammitgliedern untereinander ist spannend genug, um das Buch zu füllen. Um die vorgegebene Aufgabe zu bewältigen, ist es notwendig, dass sie als Team auftreten, gleichzeitig bietet aber die Aussicht auf ein zusätzliches individuelles Preisgeld den Anreiz, dass sich die einzelnen Teilnehmer besonders um die Publikumsgunst bemühen müssen. Und da es der Produktionsfirma natürlich um die Einschaltquoten geht, versuchen sie permanent, die Mitglieder gegeneinander auszuspielen.

Die Persönlichkeiten der Gruppenmitglieder bieten einigen Zündstoff: Bernd ist ein Alphamännchen, der der Meinung ist, alles im Griff zu haben. Schwäche lehnt er ab, daher macht er aus seiner Verachtung gegenüber dem dicklichen und unsportlichen Systemadministrator Sören keinen Hehl. Aber auch mit Katja, die entschlossen und emanzipiert auftritt, hat er seine Probleme, da sie sich ihm nicht unterordnet. Dagmar, die graue Maus der Agentur wird dagegen von ihren Kollegen kaum wahrgenommen. Gunnar, Buchhalter und rechte Hand des Chefs, erscheint immer korrekt und versucht, aufkommende Konflikte frühmöglichst im Keim zu ersticken. Und Lars, der attraktive Mittzwanziger, hält sich, wie Bernd, für unwiderstehlich – kein Wunder, dass die beiden auch privat manches unternehmen.
Unter dem Wettbewerbsdruck zeigt jedoch der eine oder andere Teilnehmer sein wahres Gesicht bzw. was wirklich in ihm steckt.

Ich habe das Buch förmlich verschlungen. Die Story hat mich wirklich von der ersten Seite an gepackt und nicht mehr losgelassen. Lange Zeit hat mich kein Roman derart in seinen Bann gezogen sodass ich sogar in Versuchung geführt wurde das Buch in der Arbeit zu lesen… Mein erster Roman von Thomas Finn wird definitiv nicht mein letzter gewesen sein.

Dan Wells – Du bist noch nicht tot

61kW9rZAJ6L„Manchmal gehe ich abends zum Metzger und kaufe mir den größten Braten, der angeboten wird. Ich trage das Stück nach Hause, lege den Raum mit Plastik aus und zerteile das Fleisch mit dem Küchenmesser. Ich hacke, haue, schneide und säble, bis nur noch Fetzen übrig sind, und grunze dabei. Dann rolle ich die Plastikfolie mit Fleisch und Blut und allem anderen zusammen, werfe das Zeug weg, und alles ist sauber und friedlich. Denn ich bin jetzt brav. Ein guter Junge. Versprochen.“

John Wayne Cleaver ist zurück! Nachdem er die Dämonin Niemand in seiner Heimatstadt vernichtet hat, arbeitet er nun gemeinsam mit einer Spezialtruppe des FBI daran, im ganzen Land weitere Dämonen aufzuspüren und zu töten. Und auch wenn John lieber alleine jagen würde, muss er doch zugeben, dass sie im Team erfolgreicher sind, als er allein. Wen stört es da schon, dass John immer mal wieder davon fantasiert, wie er seine Teammitglieder am besten töten könnte? Doch dann scheinen die Dämonen Wind von dem Jagdtrupp zu kriegen, der hinter ihnen her ist, und drehen das Blatt um…

Man könnte meinen, dass nach drei Bänden der Thriller/Fantasymischung die Luft etwas raus ist, aber weit gefehlt! Der neueste Band rund um den psychopathisch veranlagten Teenager John Cleaver ist spannend wie eh und je und bietet neben einem packenden Katz-und-Maus Spiel mit einem perfiden Dämonen diesmal auch jede Menge Einblicke in die Hintergründe und Entstehung der Dämonen. So las es sich nicht wie ein Aufguss der bisherigen drei Teile, sondern bot eine spannende Erweiterung von Johns Geschichte.

Nach den dramatischen Ereignissen aus dem letzten Band arbeitet John nun mit dem FBI zusammen. Sein Team besteht dabei nicht nur aus FBI Agenten, sondern auch aus seiner Schulfreundin Brooke, die im dritten Band von der Dämonin Niemand besessen war. Darunter hat sie psychisch stark gelitten, denn nun schieben sich immer wieder Erinnerungen von Niemand in ihren Kopf, was John und Co. jedoch ungemein hilft bei der Suche nach weiteren Dämonen, da Niemand sie fast alle kennt.

In den bisherigen Bänden haben wir ja bereits feststellen können, dass die Dämonen in unterschiedlichster Form auftreten können, und so war ich auch hier wieder gespannt, mit was uns Dan Wells überraschen würde. Und ich muss sagen, mir hat’s echt gefallen! Die Jagd nach den Dämonen war wirklich spannend und es war auch interessant zu sehen, wie sich der eigenbrötlerische John in ein Team einfügt. Und auch wenn er ein Stück weit erwachsener geworden ist, ist John immer noch unverkennbar er selbst, mit seinen Fantasien von Blut und Mord. Trotzdem ist er mir wieder sehr sympathisch gewesen (klingt merkwürdig bei einem Psychopathen :-p).

Allen Fans von John Cleaver kann ich den vierten Teil nur ans Herz legen, denn es geht gewohnt gut weiter. Neulinge sollten aber unbedingt mit Teil 1 beginnen. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Teil, der im Oktober erscheint. Die Jagd ist nämlich noch nicht abgeschlossen…

Tim Miller – Familienmassaker

Eddie Mason hat ein besonderes Hobby, zusammen mit seinen Kindern Brandi und Jeffrey unternimmt er Ausflüge, die für andere tödlich enden.
Als eine der grausam verstümmelten Leichen von der Polizei gefunden wird, fällt ihm im Fernsehen Julie Castillo auf, eine der ermittelnden Beamten und Eddie weiß sofort, er muß sie haben.
Nach ein paar Recherchen legt er sich bei ihr zu Hause auf die Lauer51VBqZrO51L, doch nicht Julie taucht auf, sondern ihre Freundin Sarah, also wird sie eingesackt und ihre Freundin benachrichtigt.
Julie soll sich mit ihm allein außerhalb der Stadt treffen, sagt aber ihrem Kollegen Ben bescheid, damit er das Ganze überwacht, dummerweise wird der entdeckt und zusammen mit Julie von Eddie und seinen Kindern auf eine verlassene Farm verschleppt, wo Sarah schon wartet, dort beginnt für die Drei die Hölle auf Erden …

WIe immer eine kleine Vorwarnung, für Leute mit empfindlichem Magen ist dieses Buch nicht wirklich geeignet, wie schon „Willkommen in Hell, Texas“.
Tim Miller geht auch hier wieder sehr blutig und brutal zur Sache, mir persönlich gefiel es aber besser als Vorgänger.
Allzuviel Handlung sollte man allerdings nicht erwarten, aber manchmal braucht man ja genau das.
Ich jedenfalls warte sehnsüchtig auf Nachschub 🙂

Chevy Stevens Those Girls – Was dich nicht tötet

Es gibt nur noch euch drei. Ihr habt schon das Schlimmste erlebt, was man sich vorstellen kann. Doch es ist noch längst nicht vorbei…
Die Schwestern Jess, Courtney und Dani sind 14, 16 und 17 und leben auf einer rauen Farm in Kanada. Als ein Streit mit ihrem gewalttätigen Vater aus dem Ruder läuft, müssen sie fliehen. Doch ihr Pick-up bleibt in einem abgelegenen Dorf liegen, und bald finden sie sich in einem noch furchtbareren Albtraum wieder – wird er jemals enden?
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Die drei Schwestern Jess, Courtney und Dani leben ganz alleine mit ihrem Vater auf einer Ranch in Kanada. Nach dem die Mutter der drei verstorben ist, kümmert sich die älteste Dani um die zwei jüngeren Schwestern. Der Vater ist oft wochenlang auf Montage und wenn er dann mal nach Hause kommt, hat er fast das ganze verdiente Geld in der Dorfmitte versoffen. Voller Angst erwarten die Mädchen ihn dann auf dem Hof, denn sie wissen, dass es für sie wieder eine schwierige Zeit wird. Der Vater ist unberechenbar brutal und die Mädchen versuchen, damit er nicht „ausrastet“, alles zu seiner Zufriedenheit zu machen. Aber es gelingt ihnen nie und letztendlich lässt er seine Aggressionen an ihnen aus. Teilweise so brutal, dass die Mädchen um ihr Leben fürchten. Als der Vater eines Abends Courtney fast umbringt, sieht die 14jährige Jess nur noch einen Ausweg und packt das Gewehr ihres verhassten Vaters. Nun bleibt diesen drei Mädchen nichts anderes übrig, als zu fliehen. Sie besteigen den Pick-up und machen sich mit nur wenig Geld auf die Fahrt. In der Nähe von Cash Creek bleibt ihr Wagen jedoch stehen und sie sind auf die Hilfe zweier junger Männer angewiesen, die versprechen, den Wagen zu reparieren. Ja und dann beginnt der eigentliche Alptraum wie man es sich schlimmer nicht vorstellen kann.

Dies ist der erste Roman, den ich von Chevy Stevens gelesen habe. Genau wie beim ersten Buch, war ich sofort von der Story begeistert und gefesselt. Diese Grausamkeit, mit der die drei Mädchen von ihrem Vater behandelt werden, war für mich unbegreiflich und grausam. Chevy Stevens hat einen unheimlich tollen Schreibstil, der einen mitten in das Geschehnis hineinzieht und nicht mehr loslässt. Als die Mädchen dann fliehen konnten, war ich gespannt, wie die Geschichte weitergeht und ob die Mädchen zu dritt irgendwie klar kommen. Was ihnen aber dann passiert, war noch viel schrecklicher und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Er ist also wirklich nichts für schwache Nerven. Chevy Stevens schreibt knallhart und sehr bildlich, so dass man sich diese schrecklichen Dinge wirklich richtig vorstellen konnte. Teilweise musste ich das Buch ablegen, um wieder in die Wirklichkeit zurückzukommen. Einfach ein Thriller, wie ich in mir vorstelle.

Edward Lee – Mister Torso

Da es sich um Kurzgeschichten handelt, werde ich euch alles, außer den Inhalt erzählen. Diese neun Herzaussetzer, Kopfschüttler, Kinnladenöffner und würgereizauslösenden Kurzgeschichten sollt ihr euch doch bitte selbst zu Genüge tun. Ich hatte mit diesem Werk wieder diese Momente, die mir in den letzten Monaten wirklich gefehlt haben. Einerseits will man dieses Buch am liebsten in die Ecke schmeißen und fragt sich, WIE kommt Mister Lee auf solche Ideen, andererseits kann man es einfach nicht aus der Hand legen.

Mich hat meist jeden Abend vor dem Schlafengehen eine Geschichte begleitet. Mein Partner lebt immer in ständiger Angst und Aussagen wie „wer weiß, was du nachts träumst, wenn du vorm Schlafen SOWAS liest“, zaubern mir immer wieder ein Lächeln auf die Lippen.

Wie vom FESTA Verlag immer schön auf der Verlagsseite angegeben, wird dieses Buch beherrscht von Brutalität, Sex und Obszönitäten. Gerade das Thema Sex in diesem Genre war für mich anfangs etwas befremdlich. Mittlerweile ist Sex á la Edward Lee nicht mehr aus meiner Horrorbuchwelt wegzudenken.

Als Person, die sich sehr dran versucht immer hochdeutsch zu sprechen, ist Lee mit seinen Hinterwäldlern immer wieder ein Highlight. Hier traf mich diese ganz besondere Ausdrucksweise gleich in der ersten Geschichte an. Zwischenzeitlich fühle ich mich wie eine Analphabetin, aber auch dieser Fakt sollte euch nicht abschrecken, er gehört einfach dazu und ist in dieser Kurzgeschichtensammlung lediglich Inhalt der ersten Geschichte.

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Kritikpunkt möchte ich es nicht nennen, eher Geschmackssache. Bei 3 Geschichten konnte Herr Lee mich nicht ganz überzeugen, aufgrund von eingebrachten Elementen, die von mir aus gerne weggelassen oder anders umgesetzt werden können. Meine detaillierte Bewertung zu jeder einzelnen Geschichte könnt ihr in meinem Fazit nachlesen.

Mein Fazit
Wie nicht anders zu erwarten, kann ich auch den 17. Extrem Band als Lesegenuss bezeichnen. Lee’s Ideen und deren literarische Umsetzung sind einfach einzigartig und bleiben Gott sei Dank oder doch eher leider länger im Gedächtnis.
Wer Gewalt, Ekel, Blut und blanken Extreme Horror sucht, findet ihn hier!

Dan Wells – Ich will dich nicht töten

Nachdem der 16-jährige Soziopath John Cleaver in den ersten beiden Teilen schon zwei Dämonen getötet hat, erwartet er die Ankunft eines weiteren Dämons, der sich selbst „Niemand“ nennt. Der lässt nicht lange auf sich warten und taucht als der „Handlanger“ in der Stadt auf, ein Serienkiller, der seinen Opfern die Hände und die Zunge abschneidet und sie auf zwei Stäbe gespiesst zurücklässt. Zeitgleich begehen immer wieder Mädchen Selbstmord, scheinbar ganz ohne Grund.

9783492273855_1437817218000_xxlJohn kämpft weiterhin mit seinem Drang zu töten und bricht immer wieder seine Regeln. Trotzdem schafft er es zum ersten mal eine Beziehung mit einem anderen Menschen einzugehen – ausgerechnet mit der hübschen und beliebten Marci. Obwohl sie bald seine Faszination vom Tod erkennt, bleibt sie bei ihm und hilft ihm bei seiner Suche nach dem Handlanger.

„Ich will dich nicht töten“ ist mindestens genau so fesselnd wie die ersten beiden Teile. Es ist spannend Johns Entwicklung zu verfolgen und es fällt einem beängstigend leicht, sich in seine Lage zu versetzen, trotz seiner sozialen Störungen. Ich habe das Buch in zwei Tagen gelesen und spreche eine unbedingte Kaufempfehlung aus. Schade dass dies der letzte Teil von John Cleaver sein soll. Da bin ich ja mal gespannt, was Dan Wells als nächstes einfällt.