R. L. Stine – Nacht der Verwandlung

Robert Lawrence Stine wurde 1943 in Columbus, Ohio (USA) geboren. Nach seinem Studium arbeitete er als Lehrer und war zehn Jahre lang der Herausgeber der Zeitschrift „Bananas“, die sich vor allem an Jugendliche richtete. Neben seinen Büchern verfasst er Skripte für eine Kinderfernsehserie namens „Eureeka’s Castle“. Der Autor hat bereits mehr als 100 Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht, die ihre Leser durch eine besondere Mischung aus Humor und Spannung in ihren Bann ziehen. Später widmete sich der Autor einem weiteren Genre, dem Thriller, 1995 verfasste er seine erste Horrorgeschichte für Erwachsene. Heute lebt er mit seiner Frau Jane und seinem Sohn Matthew in New York.

R.L. Stine, der Erfinder der Reihe “ Schattenwelt “, hat nahezu einhundert gespenstische Geschichten für Kinder und Jugendliche geschrieben. Die Reihe “ Schattenwelt “ spielt, wie auch die “ Fear – Street “ – Bände, in dem amerikanischen Städtchen Shadyside. Im Mittelpunkt stehen unheimliche Ereignisse, die die Bewohner der Fear Street erleben. Wenn R. L. Stine nicht gerade schreibt, spielt er gern Flipper an seinem eigenen Flipperautomaten oder erforscht New York City zusammen mit seiner Frau Jane und seinem Sohn Matt.

Seit Andrew diese seltsamen Bissspuren am Hals hat, ist er nicht mehr derselbe: Knoblauch findet er widerlich, und Särge ziehen ihn magisch an. Aber das schlimmste ist, dass ihm plötzlich Vampirzähne wachsen!! Dabei möchte er auf keinen Fall ein Blutsauger werden! Doch die Nacht der Verwandlung rückt unerbittlich näher…

In dem Buch „Die Nacht der Verwandlung“ geht es um Andrew, der eine ältere Schwester hat, die ihm furchtbar auf den Keks geht und sein bester Freund ist ein Vampirfan. Andrew selber steht auf alles, was gruselig ist und vor allem auf Fledermäuse.

Andrew wacht auf und findet ein seltsames Buch ohne Aufschrift unter seinem Bett. Er denkt T.J., sein Freund, hätte ihm das Buch unters Bett gelegt, aber wie hat er bloß diesen Kälteeffekt hinbekommen?

Nach einigen merkwürdigen Geschehnisse, z.b. kann Andrew plötzlich nicht mehr Knoblauch ab oder der Bus kann erst über eine Brücke fahren, als Andrew aussteigt, weiß er, dass er ein Vampir wird.

Das Buch zeigt ihm auch, was er ist, nämlich ein: Vampir in Ausbildung.

Der Vampir, der ihn gebissen hat, lässt auch nicht auf sich warten und will Andrew ausbilden, was nicht so leicht ist, denn Andrew weigert sich doch ziemlich. T.J. hingegen ist neidisch auf Andrew: Wäre er doch selber gerne ein Vampir.

Aber Andrew ist klar: Nein, ich will nicht! Und so muss der Vampir, der 600 Jahre schon auf dem Buckel hat, vernichtet werden mit einem Holzpflock, damit Andrew wieder ein Junge wird.

In diesen Buch geht es um einen Jungen, sein Name ist Andrew. Andrew ist begeistert von Fledermäusen und Co.. Aber als er Bissspuren am Hals hat, ist er sich da nicht mehr so sicher. Einmal ist er fast, an einem Knoblauchbrot erstickt. Ihm wachsen auch schon Vampirzähne und wenn das nicht schon genug wäre, kommt ihn nachts ein Vampir besuchen. Der will das Andrew Tiere jagt und sich von ihrem Blut ernährt. Andrew will kein Vampir werden! Doch irgendwann wird er ein Vampir und das dauert nicht mehr lange…..

Ich bin eigentlich aus dem Alter raus, das ich Gänsehaut, Schattenwelt oder ähnliche Bücher lese von R.L.Stine. Aber die Bücher sind klasse! Seine Bücherreihen „Gänsehaut“, „Fearstreet“ und „Schattenwelt“ sind in Amerika sehr beliebt. Auch die Fernseher-Produktion von „Gänsehaut“. Die Geschichten sind einfach gut zu lesen und gut ausgedacht. Vorallem, daß sich die Dinge immer im Fear-Gebiet abspielt: In der Straße; dem Wald, dem See oder Friedhof. Das Gebiet der Fearstreet ist unheimlich und gefährlich. Und gibt immer wieder Stoff für interessante Geschichten.

Die Geschichte selbe ist etwas für Gruselfans, sie ist sehr spannend und aufregend zu lesen. Als ich angefangen habe das Buch zu lesen, konnte ich es gar nicht mehr aus der Hand legen. Es ist fesselnd geschrieben und gut zu lesen. Nach dem Ende kommt ein Ende, wie es für die Bücher von R.L. Stine üblich ist: Es gibt nämlich keins…

Der Schreibstil des Autoren R.L.Stine ist für mich persönlich klasse, es ist fesselnd geschrieben und er passt sich seiner Zielgruppe sehr gut an.  Auch hier werden keine Zombies, Dämonen oder sehr viel Blut erwähnt. Es ist wirklich für Kinder und Jugendliche geschrieben, aber auch für Erwachsende.

Ich kann das das Buch wirklich nur empfehlen. Super schönes Buch.

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R. L. Stine – Vollmond an Halloween

Ein Werwolf wird sich bei Vollmond um Mitternacht zeigen! Das behauptet der verrückte Biolehrer Mr Moon auf seiner schauerlichen Halloween – Party. Nur Tristan und seine Freunde sind eingeladen. Alle Fenster und Türen sind verriegelt, es gibt keinen Fluchtweg. Und dann schlägt die Uhr zwölf.

Was mich anfangs etwas abschreckte war die Tatsache dass es sich um ein Kinderbuch handelte. Aufmerksam wurde ich auf R. L. Stine durch die Gänsehautverfilmung mit Jack Black und musste mich deswegen einfach mal an die Bücher wagen…

stinevollmond

Ich bin positiv überrascht… zwar hat man es dem Altersvorschlag entsprechend mit „sanftem“ Horror zu tun sprich ohne Gewalt und Blut… dennoch hat mich da Buch wirklich gefesselt sodass ich es in einem Zug durchgelesen habe. Das Buch war durchweg spannend und das Ende lies einen wirklich ein bisschen Atemlos zurück weil sich alles unvorhersehbar wendete…
Gruselfans kann ich das auf jeden Fall empfehlen… dadurch dass der Autor völlig ohne Blut und Gewalt gruselige Spannung aufbaut dürfen auch jüngere Leser bedenkenlos zugreifen… Lockere Kost zwischen meiner sonst eher üblichen Festa-Kost… und definitiv nicht mein letztes Buch von Mister Stine 🙂

Terry Pratchett – Total Verhext

Die Zauberer der Scheibenwelt wissen genau, wann sie zu sterben haben. Dies gilt auch für Hexen und für gute Feen. Als die Stunde ihres Todes naht, hat Desiderata Hohlig – die gute Fee – vorgesorgt. Die Aufgabe, die zu erledigen ist, ist in mehr oder weniger fähigen Händen, und auch ihr Zauberstab ging an die Hexe Magrat Knobloch, zusammen mit einem Brief: Esmeralda „Oma“ Wetterwachs und Nanny Ogg sollen auf gar keinen Fall mit ihr zusammen nach Gennua reisen, wo verhindert werden muss, dass ein Stubenmädchen den Prinz heiratet!total verhext
Unschwer zu erraten, was Oma und Nanny davon halten… Zumal es ihnen doch etwas merkwürdig vorkommt – soll nicht normalerweise die gute Fee, welche Magrat jetzt ist, dafür sorgen, dass das Stubenmädchen den Prinzen heiraten?
Als sich die drei Hexen Gennua nähern, stellen sie jedoch fest, dass die Geschichten hier nicht einfach geschehen, sondern gemacht werden um zu geschehen! Natürlich gibt es auch in dieser Geschichte eine „böse Fee“ – sie gehört einfach dazu – welche Spiegelmagie einsetzt, um Geschichten zu weben, die noch größere Macht verleihen. Und leider kennt die nüchtern-realistisch eingestellte Esmeralda Wetterwachs die Person, welche sich nun Lilith nennt und das Schicksal der Menschen zugunsten wahnwitziger Geschichten verdreht…
In diesem Roman widmet sich Pratchett ganz der Macht der Geschichten und welche Wirkung sie haben. Auf der Scheibenwelt herrscht natürlich der narrative Imperativ – siehe z.B. „Die gelehrten der Scheibenwelt“ – die Geschichten HABEN zu geschehen und genau genommen auch gar keine Wahl. Wenn dann noch hexerische Feenmagie ins Spiel kommt und diese Magie nutzt, hat man so etwas wie ein Perpetuum Mobile – Geschichten, die Magie erzeugen, die Geschichten erzeugt…
Jeder wird die Geschichten, aus denen Teilepisoden entlehnt sind, wiedererkennen, auch wenn sie bisweilen auf ungewöhnliche Weise in Frage gestellt werden. Was ist das denn für ein Wolf, der sich in fremde Betten schleicht und redet? Aber nicht nur die Geschichten an sich werden persifliert. Bemerkenswert ist ebenfalls Nanny Oggs außerordentliche Kenntnis des Ausländischen, sowie das Geschick Oma Wetterwachs‘, sich auch diesmal wieder um Zauberei zu drücken. In jedem Fall hat das Werk wieder viele geniale Szenen – wie auch die Nebenauftritte des gewissen Herrn, der nur in großen Buchstaben redet! Ich für meine Person kann dieses Buch auch NEUEINSTEIGERN nur empfehlen.

Kristopher Triana – Body Art Die Göttin

bodyartPornostar Kandi Hart wird älter und die Aufträge werden immer seltener. Deshalb nimmt sie ein Filmangebot an, für das sie sehr viel Geld erhalten soll, doch Dinge tun muss, die über alles hinausgehen, was jemals gefilmt wurde …

Im ersten Teil findet man sich in einer in sich selbst steigernden Mixtur aus Psycho- und Horror-Thriller, in welchem Triana eine perfide Welt aus Obszönität, Perversion und Amoral, wie eine zweite Haut um den Leser legt. Immer wieder bedient er sich dabei auch dem Splatterpunk – doch nicht um zu schocken, sondern darzustellen, nicht um zu reagieren, sondern zu erschaffen! Bis hier hin mag man noch stellenweise von einer Hommage, einer Huldigung an „Das Schweigen der Lämmer“ sprechen können – und doch spürt man in den von Triana geschaffenen Zeilen, doch bisher nicht ausgesprochenen, Abgründen das Entstehen; das Wachsen…

Im zweiten Teil formt sich nun aus der Perversion, die Anomalie.
Man schwimmt auf einem Ozean des Blutes in die Unnatürlichkeit, in jenes, was nicht sein darf! Aus der zuvor geschaffenen amorphen Annahme, diesem kalten, verrotteten Hauch, welcher um den Leser stiebt, entsteht, materialisiert, metamorphosiert sich das Gottlose, das Namenlose – die Götze selbst!

Kristopher Triana macht mit seiner geschmeidigen Erzählung von „Body Art“ nicht viel falsch, aber die Marketingmaterialien, einschließlich des fantastischen Cover, überschatten fast die Geschichte selbst. Wie das Buch ist das Cover nostalgisch, stilvoll, bunt, NSFW und selbstbewusst zu wissen, was es zu erreichen versucht. Jede Cover- oder Poster-Kunst, die ich gesehen habe, ist in den späten 80er / frühen 90er-Jahren für die Cover-Regie und ein dickes Lob an die Blood Bound Books, die so viel Mühe darauf verwendet haben, das Äußere wieder aufleben zu lassen. Ich hatte fast das Gefühl, dass jede Kopie mit einem Synthesizer-Soundtrack von Gruppen wie Com Truise, 80er Stallone, Vangelis oder LA Dreams für ein Hörvergnügen kommen sollte. ns der Festa-Extrem-Reihe rate ich dazu das Buch nicht nach oder vor Monica O Rourkes – Vergifteter Eros zu lesen, da ich persönlich das Gefühl hatte zu viele Paralellen in beiden Werken zu finden obwohl beide Bücher von unterschiedlichen Machern zu unterschiedlichen Zeiten erschienen.

Brian Keene – Leichenfresser

leichenfresserUm es vorweg zu sagen: Das ist mein erstes Buch von Brian Keene und als solches hat es mir durchaus Spaß gemacht. Ich konnte es in etwa 3 Tagen lesen, was für mich eigentlich optimal ist. Setting und Thematik stehen eindeutig in der Tradition von Stephen King. Eine amerikanische Kleinstadt, Sommer, die 80er Jahre, eine Gruppe von Kindern entdeckt ein Monster und erlebt ein Abenteuer. Das kennen wir ja alles so oder so ähnlich aus King-Geschichten wie „Es“ oder „Stand by me“. Auch auf den zweiten Blick sind die Unterschiede nicht all zu groß. Zudem ist das Buch praktisch mit Klischees der amerikanischen Kleinstadt der 50er bis 80er Jahre überladen. Wir haben hier die gut sorgenden und liebenden Eltern, die allein gelassene, ständig betrunkene Mutter, den Kriegsveteran und prügelnden Säufer-Vater etc. Das klingt ja doch nach einer einigermaßen negativen Kritik, oder? Ganz klar NEIN. Das Buch macht Spaß beim Lesen und ist schön kurzweilig. Dass die Protagonisten Kinder sind, heißt keinesfalls, dass das Buch für Kinder geeignet ist. Tatsächlich ist es relativ blutig. Ich würde es keinem Kind/Jugendlichen unter 13 oder 14 Jahren in die Hand geben.

Jetzt aber zu ein paar negativen Punkten (Spoiler Warnung): Die Handlung springt vom Finale einfach zum Epilog, der wohl etwa 20 bis 30 Jahre nach der Haupthandlung spielt. Es bleiben für meine Geschmack zu viele offene Enden, vor Allem, was die Familien der Protagonisten betrifft. Wie reagieren Timmys Eltern, als sie herausfinden, dass es den Ghoul wirklich gab? Was passiert mit Dougs Mutter? Wie wächst Barry auf, nachdem sein Vater gestorben ist? Warum hat er nichts aus seiner Kindheit gelernt? Könnte er eventuell ein besserer Vater werden?

Leider bleiben diese Fragen unbeantwortet. Trotzdem kann ich für Horror-Fans eine Kaufempfehlung aussprechen.

Ulrike Schweikert – Nosferas

nosferasUlrike Schweikert beginnt mit „Die Erben der Nacht – Nosferas“ eine Vampirserie für Jugendliche: in Europa gibt es um 1870 eine Reihe von alten Vampirfamilien, die Nosferas in Rom, die Pyras in Paris oder die Dracas in Wien. Um ein Überleben ihrer Art zu sichern, beschließen die Oberhäupter der Familien, sich zusammen zu tun und ihre Kinder gemeinsam erziehen zu lassen – jedes Jahr in einer anderen Stadt, von einer anderen Familie.
Als erstes ist Rom daran, und alle Vampirjugendlichen werden nach Rom gebracht, begleitet von ihren „Schatten“, unreinen Vampiren, die ihnen dienen. Auch wenn sich die Jugendlichen zuerst nicht leiden können – vor allem die Wiener Vampire fallen durch ihren Hochmut und ihre übertriebene Eleganz auf, wohingegen die Pariser eher verwahrlost scheinen – entstehen doch bald erste Freundschaften in der Schule, untergebracht in der Domus Aurea, dem ehemaligen Palast Neros. Und neben ihren Schulstunden unternehmen die jungen Vampire Ausflüge in das nächtliche Rom, die immer gefährlicher werden: Vampire werden ermordet, Vampirjäger gehen um, irgendwie scheint der Vatikan in die Geschehnisse verwickelt zu sein. Daneben aber zieht noch eine weitere, unheimliche Gestalt durch die Ruinen – weder Vampir noch Mensch…
Vier Jugendliche stehen im Mittelpunkt der Geschichte, Alisa aus Hamburg, Luciano aus Rom, Ivy mit ihrem weißen Schäferhund aus Irland und Franz Leopold aus Wien. Auch wenn sie so verschieden sind, wachsen sie im Lauf der Geschichte immer mehr zusammen.

Die ersten 150 Seiten sind eher zäh, es wird viel geplaudert, viele Personen und Namen tauchen auf, nicht viel passiert. Doch dann zieht das Tempo der Geschichte an, die vielen Fäden verbinden sich miteinander und es wird spannend. Dieser Roman kann für sich selbst stehen, hat eine sinnvolle abgeschlossene Handlung, doch manche Dinge bleiben offen, so dass klar wird, dass die Auflösung bis zu den nächsten Büchern warten muss. Schweikert bringt viel von der Atmosphäre Roms mit hinein, viele historische Details finden Erwähnung (manchmal vielleicht ein wenig zu gewollt) und so befindet man sich während der Lektüre im Rom des 18. Jahrhunderts, als die Überreste des antiken Roms noch weitgehend verborgen unter Schutt und Erde lagen.
Action setzt am Ende ein, dazwischen ein wenig Grusel – alles in allem gut gemacht. Ich würde das Buch eher für 13jährige ansetzen, und hier auf alle Fälle für Vampirliebhaber – denn das muss man sein, sonst ist dieses Buch nichts für einen.
1 Stern Abzug für den langsamen Beginn und die Teile, in denen sehr viel gesprochen bzw. eher langweilig über „schulische Themen“ disktutiert wird. Auf alle Fälle hat mich das Buch neugierig auf eine Fortsetzung gemacht!

Boris Pfeiffer – Celfie und die Unvollkommenen

celfie.jpgCelfie Madison ist ein besonderes Mädchen. Ihre strahlend blauen Augen erwecken Graffitis zum Leben und genau deshalb ist Sie in Gefahr. Ein lebendig gewordenes Graffiti braucht Glenn Single Despott um die Gedanken der Menschenwelt kontrollieren zu können. Celfie stellt sich dem Kampf gegen Glenn und glücklicherweise ist Sie hierbei nicht allein. Die Unvollkommenen – Ihre lebendig gewordenen Graffitifreunde – kämpfen an Ihrer Seite…

Der Einstieg mit Celfies Flucht aus dem Moonson Tower ist gelungen. Es kommt Spannung auf. Was ist passiert? Die Puzzleteile setzen sich langsam zusammen. Originell ist die Idee der lebendigen Bilder und Celfies bunter Heimat Farbek. Was plant Glenn Despott? Celfie hat es mit einem hinterhältigen Gegner zu tun, der sein wahnsinniges Ziel unbeirrt verfolgt. Die Namen sind häufig so gewählt, dass sie etwas über die Charaktere verraten. Nicht ganz lebensnah und zu hölzern wirken anfangs die Dialoge. Das gibt sich im Laufe der Geschichte. Mit Celfies besonderem Fluchtweg steigen Spannung und Atmosphäre. Ein besonderes Talent verleiht ihr zusätzlich Persönlichkeit. Die Hauptfigur kommt sympathisch rüber. Zu viel Raum nimmt das Thema „Angst“ ein. Die Menschenwelt wird sehr trist dargestellt. Machtgier, Unterdrückung, Armut, das überwiegend Negative wiegt schwer. Der Kontrast zur unbekümmerten Farbek-Welt ist groß. Ist die Erde in einer Phantasiezeit gemeint? Das Übertriebene hätte es nicht gebraucht. Graffitis sind aus unserer Zeit, und es fällt leicht, sich in die Geschichte hineinzuversetzen. Celfie muss ihr Abenteuer nicht alleine bestehen. Ihre Mitstreiter sind besonders und erhöhen den Unterhaltungswert. Der Kampf Gut gegen Böse wird auf originelle Weise dargestellt. Ist Glenn Despott allen einen Schritt voraus? Im letzten Buchdrittel nehmen die Emotionen zu. Bei einem Handlungsort werden die hochgeschnellten Erwartungen etwas enttäuscht. Sehr schräg ist die Auflösung um Glenns Plan. Parallelen zur Realität sind aber auch auf den letzten Meter zu erkennen. Einheitsbrei gegen Vielfalt, Manipulation gegen Kampfgeist um die Freiheit. Wer gewinnt am Ende? Selbst der Showdown hat Ungewöhnliches parat.

Die Zeichnung von Celfie wirkt trist und traurig und passt so gar nicht zur schillernden Hauptfigur. Fluschfummel auf der Buchrückseite ist viel besser gelungen. Der kreative Titel zieht die Aufmerksamkeit aufs Buch. „Celfie und die Unvollkommenen“ ist für Kinder ab 11 Jahren gedacht und eine Ode an die Phantasie. Ich persönlich finde dass die Covergestaltung nicht ganz so toll gelungen ist. Für meinen Geschmack und dem Hintergrund dass es ein Kinderroman sein soll ist es zu düster… schlägt man dann aber das Buch einmal auf erscheint im Inneneinband ein wunderschön gestalteter, farbenfroher Drache den ich persönlich eher auf das Frontcover gesetzt hätte. Alles in allem ein tolles Kinder- und Jugendbuch das ich persönlich auch als Erwachsener nicht aus der Hand legen konnte und es demnächst dem Sohn meiner Freundin vorlesen werde. Ich bedanke mich auf diesem Wege noch beim www.loveleybooks.de Team dass ich an der Leserunde teilnehmen durfte.

Monica O Rourke – Vergifteter Eros

erosIch lese Horror… vor allem immer wieder gerne die Festa-Extrem-Reihe… und bevor ich meine Meinung über diesen Roman äußere möchte ich mich als allererstes ganz lieb bei Inge Festa bedanken. Ich habe auf deren Website www.festa-verlag.de unter der Sparte Extrem entdeckt dass ein neues Werk von Monica O Rourke erscheinen wird. Da ich von Ihrem Erstlingswerk Quäl das Fleisch absolut hingerissen war wollte ich das Buch unbedingt lesen… und zwar sofort!!! Ehrlich gesagt, wollte ich nicht bis zum regulären Veröffentlichungstermin warten… also war ich (meiner Meinung nach auch etwas unverschämt) 😉 und habe Inge Festa direkt angeschrieben mit der Bitte ob ich das Buch lesen und auch rezensieren dürfte. Und als wäre es das Selbstverständlichste der Welt hat mir Inge persönlich zurückgeschrieben dass Sie mir ein Rezensionsexemplar zukommen lässt. Ja ich habe mich sehr gefreut. Nicht nur dass meine Anfrage schnell und vor allem persönlich zur Kenntnis genommen wurde sondern auch weil ich ohne Schmarotzerhaft wirken zu wollen ein Buch kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen habe, was nicht selbstverständlich ist. In diesem Sinne vielen Dank an den Festa-Verlag und persönlich auch an Inge und Frank. Nun aber zum eigentlichen Sinne dieser Rezension… einem harten, kranken und doch begeisterungsfähigen Buch:

Es geht direkt los wenn die Heldin der Geschichte Gloria, Tierpornos dreht um Geld für Drogen zu kaufen. Nach Tieren geht es mit Dämonen weiter, was ich recht einfallsreich fand. Man merkt, bis Gloria in der Hölle landet, dauert es etwas und wer denkt, es wäre bis dahin schon schlimm gewesen, hat noch gar nichts gesehen. Gloria ist ein ausgewaschener Pornostar, die ihre Drogensucht über ihre Familie stellt. Als beides beginnt sich zu vermischen, Ihr Drogenkonsum und Ihre Filmdrehs mit zwielichtigen Agenturen, merkt Gloria erst viel zu spät dass Sie sich an einem Punkt befindet in dem Sie wortwörtlich die Hölle auf Erden durchlebt. Gloria die jedoch bisher schon ein sehr hartes Leben hatte empfindet die Qualen der Hölle nur als eine weitere Prüfung, die es zu ertragen gilt – und es stellt sich heraus, dass ihre alten „beruflichen“ Fähigkeiten auch im Jenseits nützlich sind…

Etwas wie vergifteter Eros habe ich noch nicht erlebt. Das Autorenduo splattert was das Zeug hält. Eine kranke Idee jagt die nächste und obwohl einen so etwas bei manch anderem Autoren schnell langweilt, schaffen Monica O Rourke und James Wrath White es dank einer interessanten Handlung über eine Frau, welche sprichwörtlich durch die Hölle geht, um dann zum Gegenschlag anzusetzen, uns durchgehend zu unterhalten. Der Schreibstil ist flüssig und ich kann mir vorstellen, dass White und Rourke sich etwas abgewechselt haben, denn hier und da merkt man doch kleine Unterschiede in den einzelnen Kapiteln.

Die Geschichte ist ultrabrutal, pervers und vollkommen krank, aber gut geschrieben und spannend. Ich persönlich habe es jedenfalls schnell durchgelesen, um zu erfahren, wie es endet. Lesen sollten es aber nur Fans des absoluten Extremhorrors. Wer nur King und Koontz im Regal hat, schaut sich besser nach was anderem um. Freunde von Edward Lee sind schon eher an der richtigen Adresse. Das mag jetzt nicht abwertend klingen oder „Unerfahrene“ davon abhalten dieses Buch nicht in die Hände zu nehmen aber ich finde es manchmal schon etwas unfair dem Autor gegenüber wenn Leser, die eigentlich im Bereich Fantasy unterwegs sind sich an ein extremes Werk wagen und dann den Autoren und Leser denen dieses Genre einfach gefällt als krank und pervers hinzustellen. Denkt einfach mal drüber nach… Deutschland… freie Meinungsäußerung und so darf auch jeder Lesen was er mag und es darf jedem Gefallen dem so etwas nun einmal gefällt… nicht jeder der gerne Horrorfilme sieht, Horrorbücher liest denkt in irgendeiner Weise so wie die Protagonisten einer Geschichte… wir sind ganz normale Menschen die einem ganz normalen Beruf nach gehen, ganz normale Familien um sich herum haben und nebenbei ganz normal die Simpsons anschauen um sich vor lachen zu kugeln weil Homer genauso ist wie man selbst eigentlich… aber ich schweife ab… Als erfahrener Horror-Fantasy-Leser der sich immer wieder gerne in das Extrem-Genre entführen lässt um sich atemlos, geschockt aber auch mit dem ein oder anderen Schmunzeln immer wieder auf neues einlässt ohne zu verurteilen sondern einfach nur zu lesen und sich von den Geschichten die Autoren für uns auf Papier bringen gibt es einen Teil in mir, der Poisoning Eros für das, was in seinem schwarzen kleinen Herzen ein hübsches Standard-Moral-Spiel mit viel zusätzlichen Schock-Werten ist, entlassen will. Das heißt, es gibt zwei sehr starke verwandte Punkte zu seinen Gunsten. Das erste ist, dass, sobald Sie die Eröffnungsszene hinter sich haben und Sie sehen, wo die Stücke in diesem Puzzle passen, es offensichtlich wird, dass weder White noch O’Rourke in diesem Fall einen Schock für den Schock machen mussten. Es gibt einen Grund für all das verdorbene, degenerierte, ekelhafte Zeug, das einem in dieser Geschichte zu Beginn noch als völlig Sinnfrei erscheint. Die Tatsache, dass nichts in diesem Buch kostenlos ist, vor allem, dass es in der Tat seinem Ruf gerecht wird, ist ziemlich groß und nicht umsonst erscheint dieser Roman in der Festa-Extrem-Reihe… und dann ist da noch die Schlussszene, über die ich absolut nichts sagen kann, ohne das ganze Spiel preiszugeben. Ich kann und möchte nur soviel dazu sagen dass dieses Buch zu Recht in der Festa-Extrem-Reihe erscheint…

Christoph Marzi – Grimm

grimmWer kennt sie nicht, die Märchen der Gebrüder Grimm? Als kleine Kinder haben wir uns vor dem großen bösen Wolf gefürchtet und als Erwachsener denkt man natürlich mit keinem Deut mehr daran, das ist doch sowieso alles erfunden! Oder doch nicht?
Für Vesper Gold bricht eine kleine Welt zusammen, als sie vom Tod ihres Vaters erfährt. Keiner kann ihr genau sagen, was ihm zugestoßen ist und das Unheil nimmt erst richtig seinen Lauf, als sie ihre Mutter aufsuchen will. Auch sie ist tot, getötet von einem pflanzenähnlichen Viech und einem bösen Wolf, der Vesper droht, sie aufzufressen, wenn sie nicht sofort den Schlüssel und den Ring hergeben würde, den ihr der Notar ihres verstorbenen Vaters zukommen lassen hat. Vesper ist völlig verwirrt und kann in ihrer panischen Angst gerade noch vor dem Wolf fliehen. Dann fallen sämtliche Kinder in Europa immer wieder in einen mysteriösen Tiefschlaf und alle Eltern haben den gleichen Traum. Seltsame Dinge gehen in der Welt vor, Wölfe werden gesichtet und Vesper rutscht immer tiefer in das Schlamassel, dass ihr ihre Eltern hinterlassen haben. Hinein in eine Welt, in der Märchenfiguren real und die Gebrüder Grimm soetwas wie Kopfjäger sind.
Wenn ich jetzt noch detailierter auf die Geschichte eingehen würde, dann wäre der ganze Reiz verloren, das Buch zu lesen. Die Geschichte baut sich nämlich rasant auf und nimmt immer neue Wendungen, die sich nur schlecht wiedergeben lassen, ohne etwas zu verraten. Jedenfalls beginnt für Vesper ein abenteuerliches Spiel gegen die Zeit, denn bald schon werden die Kinder für immer schlafen.
Der Gedanke, Märchenfiguren real und sie aus Zorn über die Ungläubigkeit der Menschen aufsässig werden zu lassen finde ich einfach nur klasse. Noch dazu spielt die Geschichte in einer deutschen Stadt, die einige wie ihre Westentasche und mit Sicherheit jeder vom Hören her kennt, was das Ganze viel greifbarer und spannender macht. „Grimm“ ist eigentlich viel mehr eine Mischung aus Abenteuer und Fantasy statt eines Jugendbuches. Zwar ist Vesper eine Hauptfigur in dem Alter und es gibt selbstverständlich auch eine Teenieromanze, aber das ist alles mehr oder weniger Nebensache, denn der Plot selbst ist meines Erachtens nach sehr düster und fast schon hoffnungslos gehalten.
Deshalb hat mich wohl auch das Ende sehr enttäuscht. Es ist eine Mischung aus krampfhaftem Zuendebringen der Geschichte und traurigem Ausgang.
Natürlich kann ich nicht sagen, ob das nicht alles so vom Autor geplant war, aber ich denke, wenn er dem Ende etwas mehr Aufmerksamkeit gewidmet hätte, dann hätte es nicht so kommen müssen, wie es letztendlich gekommen ist.
Eine tolle Idee mit einem unschönen Ende, das mir das Buch ein wenig vermiest hat. Ansonsten aber eine abenteuerliche Geschichte ohne viele Verschnaufpausen. Mal ganz abgesehen von einigen bekannten Persönlichkeiten, egal ob real oder märchenhaft!

Robert McCammon – Swan Song Nach dem Ende der Welt

swanDie Welt kurz vor der Jahrtausendwende. Die Fronten zwischen Russland und Amerika haben sich weiter verhärtet. Europa ist ein enges Netz aus terroristischen Vereinigungen und die Wirtschaft liegt am Boden. Hunderttausende Obdachlose durchqueren die trostlosen Kontinente auf der Suche nach Arbeit und Nahrung. Als es zum apokalyptischen Showdown zwischen den beiden Supermächten Russland und Amerika kommt, wird alles vernichtet. Der nukleare Winter senkt sich über die Welt.
Unter den wenigen Überlebenden befindet sich eine Frau namens Sister Creep, die durch Zufall die Auslöschung Manhattens überlebt hat. Zusammen mit einem Schuhverkäufer namens Artie macht sie sich auf den langen und gefährlichen Weg nach Detroit, um Arties Frau zu finden. Durch Zufall findet sie einen scheinbar magischen Ring, der ihr ihren Verstand und ihre Hoffnung zurück gibt. Doch der Mann ohne Gesicht, das personifizierte Böse, begehrt den Ring und Sister muss fliehen, um ihm zu entkommen.
Der Junge Roland Croninger schließt sich dem kriegstraumatisierten Colones Macklin an, bei dem er endlich seinen schon lange in ihm schlummernden Wahnsinn ausleben kann.
Josh ist ein Wrestler und überlebt ebenfalls nur durch Zufall zusammen mit dem Mädchen Swan und seiner Mutter. Doch Swan ist nicht nur ein Mädchen, sie besitzt die Gabe, dem trostlosen Boden wieder Leben einzuhauchen und der Menschheit so eine neue Zukunft zu schaffen.
Doch überall lauern Gefahren, die nukleare Verseuchung ist nur eine davon. Denn nicht alle Überlebenden sind vertrauenswürdig…

Ich muss wirklich sagen: Der Roman hat mich vom Hocker gehauen und ich habe mir direkt den zweiten Teil hinterherbestellt. Tatsächlich erinnert der Roman sehr an Stephen Kings „The Stand“. Einige Szenen erinnern sehr aneinander, zum Beispiel die Tunnel Szene. Nichts desto trotz ist „Swans Song“ kein Abklatsch, sondern ein eigener, wunderbar gelungener, Roman, der mich einige Nächte gekostet hat.
Die handelnden Personen wirken auf mich sehr echt. Keiner von ihnen ist ohne Fehler, aber trotzdem ist recht klar, wer die „Guten“ und wer die „Bösen“ sind.
Besonders Roland Croniger ist wie aus einem Horrorfilm entsprungen, sein recht plötzlicher Verlust der Realität ist richtig gruselig. Ebenso wie Colonel Macklin mit seinem „Schattensoldaten“ ist ein wunderbares Portrait zerstörter Psyche. Ich hoffe, dass man im nächsten Teil noch mehr von dem Mann ohne Gesicht erfährt.
Auch Swan, Josh und Sister, sowie ihre leider meist recht kurzfristigen Begleiter wirken wie die Menschen, mit denen wir es jeden Tag zu tun haben. Keiner von ihnen entwickelt plötzlich Survival Fähigkeiten oder was auch immer, sondern sie bleiben menschlich und machen Fehler.

McCammon hat es sich mit seinem Szenario nicht leicht gemacht. Ein nuklearer Winter entzieht den Protagonisten nahezu sämtliche Ressourcen. Bei einer Virus-, Zombie- oder göttlichen Apokalypse hat man den Vorteil, dass sämtliche Ressourchen noch reich vorhanden sind, hier müssen die Überlebenden täglich um eine Dose Sardienen kämpfen. Das Wasser ist verseucht und ein Großteil der Vorräte ist vernichtet. Das war mal richtig spannend!

Fazit: Wenn Ihnen eine gute Apokalypse gefällt, greifen Sie unbedingt zu!!! Der Roman ist fantastisch!!!!