Edward Lee – Incubus

Wer an Bücher für Erwachsene denkt, der stolpert früher oder später auf jeden Fall über einen Namen: Edward Lee. Ein Mann, dessen Bücher vor Perversion und Ekelszenen nur so strotzen. Bis ins kleinste Detail beschreibt er Vorgänge, welche sich normale Menschen nicht in ihren kühnsten Träumen ausmalen würden. Doch dass er auch ganz anders kann, zeigt er mit seinem Werk Incubus. Wer hier nämlich die überzogenen Eskapaden von Lee erwartet wird enttäuscht, doch kann dieses Werk vielleicht mit ganz anderen Ansätzen überzeugen…

Ein verrückter Mörder bringt eine harmlose Frau um. Die Polizei ist ratlos und vermutet irgendeinen religiösen Fanatiker hinter der blutigen Tat. Veronica, die Freundin vom ermittelnden Polizisten Jack, trennt sich fast zeitgleich von ihm und wird von einem mysteriösen Typen zu einer merkwürdigen Veranstaltung eingeladen. Schnell wird klar, dass hier irgendetwas nicht stimmt und bald schon kommt es zu einem neuen Mord. Jack muss nicht nur den Mörder fangen, sondern bangt auch um seine verflossene Liebe. Der Wettlauf beginnt und jeder kann das nächste Opfer des Incubus werden!

Es gibt zwei Stellen im Buch, wo man als Leser stutzig wird, ins Impressum sieht und dann versteht. 1991 ist eben doch schon eine Weile her und der im Buch vorkommende Computerkram lässt das erkennen. Was an diesem Roman auch auffällt, ist eine gewisse Trägheit. Lee hat in dem Buch, ganz im Gegensatz zu seinen sonstigen Werken, eine Menge Zeit damit verbracht, diese hinter sich zu bringen, ohne die Geschichte vorwärts zu bringen.

Auffällig an dem Roman ist die relativ hohe Zahl von liebenswerten Charakteren. Normalerweise wimmelt es in Lees Büchern von perversen, kranken Schweinen. Hier wimmelt es geradezu von sympathischen, interessanten Charakteren, denen man nur Gutes wünscht oder die man gern eingehender erforscht hätte … mhm, genau so ist das gemeint.

Nachdem ich bereits einige Bücher von Lee gelesen habe, war ich regelrecht baff darüber, wie gut er Geschichten erzählen kann. Auch seine anderen Werke haben einen gefesselt, aber meistens aus dem Grund, dass man sehen bzw. lesen wollte was er noch für kranke, perverse und abartige Ideen auf Lager hat. Dass er bei Incubus fast komplett auf Sex und Perversionen verzichtet, und es ihm dennoch gelingt einen mit der Geschichten rund um einen fanatischen Kult zu fesseln, zeigt das er eben doch mehr kann als simple Aneinanderreihungen von Ekelszenen.

Die Charaktere sind glaubhaft und liebenswert gezeichnet, ohne dabei alles zu verraten, schafft es Lee, dass man mitfiebert und die Welt in sich immer glaubhaft bleibt. Ganz anders als seine Erzählung über Engel, oder perverse Besucher aus dem All, geht es hier nur um einen Mörder und einen Cop. Natürlich schwingt auch ein wenig Mystik mit, dies hält sich allerdings sehr in Grenzen. Gut 440 Seiten füllt er mit seiner Story und keine einzige wirkt überflüssig oder unnötig. Jede Szene kann als Puzzleteil angesehen werden, was das große Ganze klarer erscheinen lässt und dabei hilft das Rätsel um die Morde zu lüften.

Einigen wir uns darauf: der in diesem Fall eher schwächeren Handlung stehen auffällig viel starke Charaktere gegenüber. Der dezente Gore-Faktor wird von der Epik der höllischen Momente wettgemacht. Die äußere Trägheit der Geschichte steht im Gegensatz zur inneren Spannung, von denen die Protagonisten getrieben werden. Incubus ist ein schizophrenes Buch. Lee hat bedeutend stärkere Romane als diesen verfasst, keine Frage. Aber, und das zeichnet ihn aus, selbst einer seiner schwächeren Romane würde vielen anderen Autoren als toller Roman gut zu Gesicht stehen. Und das kann man nicht von vielen Autoren behaupten.

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Jeremy Robinson , Jonathan Maberry The best of SNAFU

Der Helikopter lag eine halbe Meile vor dem tosenden Sturm, der die Wüste so aussehen ließ, als würde sie in den Weltraum gesaugt. Eine sich windende Wolke aus Staub, Sand, Schmutz und Schnee schoss in den Himmel und bedeckte eine Region, die sich über weite Strecken erstreckte und den größten Teil des so genannten „Great Gobi B Strictly Protected Area“ umfasste. Sechs Leichen schlüpften aus dem rotgeflügelten Fahrzeug und machten einen schnellen Marsch auf den heulenden Schneesturm.

Die Region wurde 1991 als internationales Biosphärenreservat ausgewiesen, aber in der Praxis bedeutete das nur wenig. Die Mongolei hatte der Einteilung des selten genutzten Landes im Austausch für Entwicklungshilfe zugestimmt. Der Ort erstreckte sich über 3000 Quadratkilometer und war eine Kombination aus eintöniger Wüstensteppe und niedrigen, zerklüfteten, trockenen Bergen.

Das paramilitärische Team kam an der Spitze des Sturms an und wurde von den blendenden Whiteout-Bedingungen verschluckt. Sand- und Eispartikel, die durch tosende Winde auf 100 Meilen pro Stunde geschleudert wurden, brachen in dichten, fast massiven Platten über die Landschaft und erschütterten ihre Körper. Unbeirrt drängten die Soldaten weiter. Die Radiohörer und Lautsprecher in ihren Helmen, die unter den Hauben verborgen waren, blockierten externe Audiodaten, wenn sie nicht eingeschaltet waren. Ohne diesen Block hätten sie sich wegen des mechanischen, schrillen Wetters des stürmischen Wetters nicht hören können.

Wenn die Böen des Sturms sich regelmäßig lösten, konnten sie sich in ihren Ganzkörperanzügen in weißer Umgebung sehen und über den fleckigen, mit Gras bewachsenen Boden stapfen. Die Anzüge sahen aus wie die Bastardkinder von Umwelt-Schutzanzügen und Yetis. Mit Vollgesichtsmasken und engen, pelzbesetzten Kapuzen könnten sie leicht mit kleinen Eisbären verwechselt werden, denen ihre Schnauzen fehlen – Eisbären mit kunststoffbeschichteten automatischen Waffen. Das Kunstfell an der Außenseite der Anzüge wies Sand und Schnee zurück. Jedes Mitglied des Teams trug auch ein taktisches Klettergeschirr, das Brust und Becken bedeckte, das zum Abseilen oder Klettern verwendet werden konnte, wurde aber häufiger zum Befestigen von Ausrüstung am Körper verwendet. Unter den äußeren Anzügen trugen sie Gel-beheizte Ganzkörper-Neoprenanzüge, um eine angenehme innere Körpertemperatur aufrechtzuerhalten.

Außerhalb der Umgebung würde das Quecksilber bei -40 Grad Fahrenheit schweben, ohne den Windschauer. Scrubbing-Filter könnten Außenluft liefern, wenn ihre unabhängigen Tanks leer sind, aber sie gehen davon aus, dass sie weniger als zwanzig Minuten auf dem Boden sind.

Das Land war kahl und felsig und ragte aus grasbewachsenen Gräsern – bis es unerwartet nicht war. Der harte Boden wich tückischen Sanddünen, und dann verschmolz er nahtlos wieder mit krümeligem Gestein und blassgrünen Pflanzen.

„Charmant. Wie New Hampshire im Frühling“, sagte einer von ihnen und unterbrach die Stille ihrer internen Kommunikation.

„Nee“, sagte der kräftige Mann an der Spitze. „Frühling ist Schlammzeit. Es wäre so, aber wir wären auch im Schlamm verkrustet.“

Der Geringste der Gruppe stöhnte und sagte: „Golf alpha romeo.“ Es war eine Abkürzung für „hol dir ein Zimmer.“ Es war üblich, dass der Mann und die Frau sich auf dem Feld zankten, aber die anderen Teammitglieder wussten alle, wie sie sich wirklich fühlten.

»Halten Sie sich hier auf«, sagte der schlanke Mann in der Hintertür. Er hockte sich hin, und die anderen hielten ohne Protest auf ihrem Marsch inne und fielen in ähnliche Hocke. Sie alle hatten speziell entwickelte, kunststoffbeschichtete FN SCAR-Gewehre, die dem Sand von extremen Sandstürmen standhalten konnten. Sogar die Mündungen der Waffen waren mit einer dünnen Plastikschicht bedeckt, die beim Öffnen des Feuers weggerissen würde, sollte es dazu kommen. Aber sie haben erwartet, dass es nicht geht. Diese Mission wäre ein Kinderspiel im Vergleich zu dem, was sie normalerweise hatten….

The Best of SNAFU – Herausgegeben von Geoff Brown & Amanda J. Spedding

Situation Normal, All Fucked Up!

Höllische Mutationen drehen durch. Soldaten reisen durch die Zeit und kämpfen mit futuristischen Waffen gegen Außerirdische. Ein Sondereinsatz gegen Riesenwürmer. Der Horror der Zombie-Apokalypse … Du hast keine Chance. Also kämpfe!

Eine Auswahl der besten Storys aus der SNAFU-Reihe. U. a. erzählen die Bestsellerautoren Jonathan Maberry und Jeremy Robinson über Joe Ledger und das Chess Team mit Jack Sigler.

Das Cover gefällt mir sehr gut, spiegelt auch die Geschichten mitunter wieder.

Die Farbwahl find ich auch toll, passt schön zum Military Horror. Wir haben hier insgesamt 8 Geschichten und jede hat auf ihre Art etwas an sich. Wer Festa kennt, weiß es sind nicht einfach nur irgendwelche Kurzgeschichten. Einige haben mir sehr gut gefallen und einige fand ich eher so naja. Der Schreibstil der einzelnen Autoren ist wirklich gut. Sie versuchen Spannung aufzubauen was ihnen meistenteils auch gelingt.

Eine Geschichte erinnerte mich irgendwie an The Walking Dead aber die gehört hier auch mit zu meinen liebsten. Wir werden hier entführt in Höhlen, im Dschungel aber auch in andere Zeiten. Die bildliche Darstellung ist den Autoren auch gelungen, manchmal gruselte es mich schon, besonders die Geschichte Ungeziefer, danach hat es mich überall gekrabbelt. Die Protagonisten sind alle sehr gut dargestellt und ich hab ihnen alles abgenommen. Ich finde auch alle sympathisch. Ein schönes Kurzgeschichten – Buch, das bei mir die Lust auf mehr geweckt hat. Hier kann man auch sehr gut mal eine Geschichte zwischendurch lesen und wird dabei gut unterhalten. Eine gute Mischung aus Horror, Science Fiction und Fantasy. Ich gebe 4 von 5 Sternen, weil eben nicht alle Geschichten von mir 5 Sterne erhalten haben.

Zum Schluss bedanke ich mich beim Festa Verlag ganz speziell und persönlich direkt bei Inge für den tollen persönlichen Support (ich habe noch keinen Verlag erlebt der sich so persönlich, stets zuvorkommend um seine Leser, Blogger und Fans kümmert) und die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und hoffe bald wieder bei solch einer schönen Aktion mitmachen zu dürfen.

Bryan Smiths – Freakshow

Als die Zirkuswagen mit den Freaks durch Pleasant Hills rollen, verändert das die ruhige kleine Stadt für immer.
Denn wenn der Vorhang sich hebt, zeigt man nicht die üblichen Tricks. Die Hauptattraktionen sind die Folterungen – und die Stars der Show sind die ahnungslosen Besucher selbst.
Fans von Extreme Horror a la Edward Lee werden ihren Spaß an den kranken Spielchen der Freaks haben.“ (Quelle: Amazon)
Erster Satz des Buches
„Seltsame Signale in der Nacht.“
Infos zum Buch
Seitenzahl: 336  Seiten
Verlag: Festa Verlag
ISBN: 978-3-86552-588-8
Preis: 13,99 € (Taschenbuch) / 4,99 € (E-Book)
Infos zum Autor
„Bryan Smith lebt in Murfreesboro, Tennesee/USA. Er schreibt mit einer explosiven Kraft. In Rekordzeit hat er sich an die Seite von Richard Laymon, Edward Lee und Jack Ketchum gekämpft, in die Riege der Kultautoren brutaler Thriller..“ (Quelle: Amazon)


Fazit

Wieso wollte ich dieses Buch lesen? Jaja, ich und die Bücher aus dem Festa Verlag. Es war liebe auf das erste Lesen und das wird es wohl auch bleiben, weswegen euch noch einige Rezensionen zu Büchern aus diesem Verlag erwarten werden. „Die Freakshow“ hat mich vor allen Dingen deswegen fasziniert, da ich vor einiger Zeit die Serie „American Horrorstory“ gesehen habe, bei der es auch eine Staffel gibt, bei der es um eine Freakshow geht – was ich sehr spannend fand. Dementsprechend gespannt war ich, wie Bryan Smith an das Thema herangeht, denn auch auf ihn als Autor war ich sehr gespannt.
Cover: Grandios! Gruselig, blutig, schauderhaft – einfach perfekt für diese Geschichte und definitiv eines der Bücher, was ich beim lesen im Bett vor dem Schlafen „aufs Gesicht“ gelegt habe, da ich nicht von diesem Monster angestarrt werden wollte. 😀
Story + Charaktere: Ich muss gestehen, dass ich mit einer gewissen Erwartung an das Buch herangegangen bin – als diese schon direkt zu Beginn des Buches nicht erfüllt wurden und sich die Geschichte in eine komplett andere Richtung entwickelte, tat ich mir anfangs doch etwas schwer, mich in das Geschehen einzufinden. Dennoch fand ich diese Entwicklung irgendwie interessant – aber auch verwirrend. Nicht nur, dass die Geschichte in eine ganz andere Richtung geht, als erwartet, zu Beginn widmen wir uns auch gleich vier Handlungssträngen auf einmal. Dabei begleiten wir die Protagonisten Heather/Craig, Mike und Braddock/Sheila, wobei sich Heathers und Craigs Wege bald trennen und beide wieder als einzelne Personen auftreten. Diese Handlungsstränge könnten, theoretisch, auch völlig unabhängige Geschichten darstellen, was es mir zu Beginn etwas erschwerte.
An sich sind mehrere Handlungsstränge ja kein Problem, denn erfahrungsgemäß kreuzen sich diese auch irgendwann im Buch, die Frage ist nur: WANN. Diesbezüglich war ich wohl in diesem Buch ein wenig ungeduldig, vor allem, weil sich mir am Anfang nicht so recht erschließen wollte, wo das Ganze letztendlich hinführen würde. Nach und nach lichtete sich das Dunkel jedoch und ich wurde immer tiefer und tiefer in den Bann dieser absolut fantastischen Geschichte gezogen.
Die anfängliche Skepsis war völlig unbegründet, denn Smith erschafft nicht nur eine völlig neue Dimension der gruseligen Zirkus-Vorstellung (oder die der umherziehenden Schausteller), sondern flechtet die vielen Handlungsstränge so geschickt zu einer Geschichte, dass das Ganze am Ende nicht nur schlüssig, sondern nahezu genial erscheint.
Auch wenn ich zu Beginn Schwierigkeiten hatte, mit den Protagonisten mitzufühlen und ihre Handlungen nachzuvollziehen, so legte sich das nach einiger Zeit und ich konnte wie gewohnt mitfiebern und auf einen positiven Ausgang hoffen.
Schreibstil: Bryan Smith bedient sich eines sehr angenehmen, gut lesbaren Schreibstils, der ein flüssiges Lesen ermöglicht. Das hineinversetzen in verschiedene Situationen fällt leicht und die bildhafte Sprache bewirkt, dass man auch ohne viel Fantasie alles genau vor Augen hat.
Gesamt: Ein gruseliges, grausames und – wenn man ein wenig Fantasie besitzt – sogar mögliches Szenario in der Zukunft (oder gar der Gegenwart?), gepaart mit grausamen Freaks, fiesen Quälereien, ein bisschen Gemetzel und faszinierenden Charakteren – was will man eigentlich mehr?

Walter Moers – Die 13 einhalb Leben des Kapitän Blaubär

Er ist blau, hat Fell von Kopf bis Fuß, spricht plattdeutsch und er ist ein Bär! Die wohl zur Zeit bekannteste Figur im deutschen Fernsehen – Kapitän Blaubär.
Und nun kehrt der blaue Bär auch noch in unsere Bibliotheken ein.
Walter Moers bekannt vor allem durch die Erschaffung des kleinen Arschlochs nimmt sich des bewegten Lebens des Blaubären an und lässt diesen erstmals im Buch zu Wort kommen.
Nun wird sich sicherlich jeder fragen, warum heißt das Buch ‚Die 13½ Leben’, warum nicht die dreizehn oder vierzehn Leben des Blaubären, woher kommt das einhalb?
Nun, das ist leicht erklärt, normalerweise hat ein Buntbär 27 Leben, so wie die Katze neun hat. Allerdings beschließt der Blaubär nur die Hälfte seines Lebens preis zugeben, denn das macht einen Blaubären interessant und vor allem – geheimnisvoll!
Die Handlung beginnt irgendwo in den Gewässern vor dem, inzwischen untergegangenen Kontinent Zamonien. Hier treibt die Schale einer Walnuss und in dieser liegt – der Blaubär! Noch ein winzig kleiner Babybär befindet er sich schon in höchster Not, er treibt auf den gefährlichen Malmstrom zu, einen riesigen Wasserstrudel, der alles verschlingt, was in seine Fänge gerät.
Doch schon zu Beginn seines bewegten Lebens ist der Kapitän ein wahrer Glücksbär, denn just in diesem Moment kommt ein Schiff der Zwergpiraten des Weges. Jedes andere Schiff hätte den Bären nicht mehr retten können, hätte ihn gar übersehen in seiner Walnussschale aber nicht die Zwergpiraten, diese sind so winzig, dass sie noch nie ein anderes Schiff entern konnten, ganz einfach weil niemand sie bemerkt!
Und nur diesen tüchtigen kleinen Gesellen gelingt es, den Fängen des Malmstroms zu entkommen. Sie nehmen den kleinen Blaubär bei sich auf und lehren ihn alles, was sie über die Seefahrt wissen, doch dann ist es soweit, der Blaubär ist inzwischen soweit gewachsen, dass er keinen Platz mehr hat auf dem Schiff der kleinen Leute und so setzen sie ihn auf einem Floß in der Nähe Zamoniens aus…
Was nun beginnt, kann man nur als genial bezeichnen! Wer die Fernsehsendung kennt, der wird überrascht sein, zwar ist es derselbe Blaubär, jedoch wurde das Kindersendungshafte von Moers verbannt, wodurch der Blaubär auch für große Kinder zur Unterhaltungsfigur avanciert!
Das Seemannsgarn das hier gesponnen wird ist, mehr als 700 Seiten Unterhaltung pur. Das Buch stellt keinerlei Anspruch an den Leser, man liest einfach nur und wird dabei unterhalten, nachdenken ist bei diesem Buch nicht erforderlich. Dazu würde man auch gar nicht kommen, ist man doch beständig damit beschäftigt, sich die Lachtränen aus den Augen zu wischen. Moers feuert eine Kanonade nach der anderen an Witzen, Gags und Kalauern ab, ohne dass dadurch Langeweile aufkommt.
Ich kann dieses Buch nur wärmsten empfehlen, es ist die perfekte Unterhaltung.

R. L. Stine – Das Biest kommt in der Nacht

Nach dem Tod ihrer Eltern muss die 12-jährige Heidi zu ihrem Onkel Dr. Jekyll und dessen Tochter Marianna nach Vermont ziehen. Die Verwandten wohnen in einem großen, alten Haus außerhalb einer kleinen Stadt. Ihr Onkel empfängt sie freundlich, obwohl er die meiste Zeit in seinem Labor verbringt, das sie nicht betreten soll. Nur ihre Kusine verhält sich abweisend.
Nachts hat Heidi einen schrecklichen Albtraum, in dem sie von einem unheimlichen Wesen in die Schulter gebissen wird. Als sie schweißgebadet erwacht, hört sie von draußen unheimliche Schreie und Stöhnen.Von einem Jungen aus der Stadt erfährt sie, dass der Ort nachts von einem Biest heimgesucht wird. Die Menschen vermuten, dass dies alles etwas mit den geheimen Experimenten ihres Onkels zu tun hat. Und wirklich: In der Nacht entdeckt Heidi im Labor ein unheimliches Wesen. Als sie es in die Stadt verfolgt, wird sie selbst Zeugin der Zerstörungen, die es anrichtet.
Voller Hass stürmen die Städter das Haus ihres Onkels, um das Biest zu töten. Auf der Flucht vor der Meute erfährt Heidi, dass es ihre Kusine Marianna ist, die vor fünf Jahren auf einer Europareise von einer Kreatur gebissen wurde und sich seitdem jede Nacht in eine Bestie verwandelt. Schon lange forscht ihr Vater nach einem Gegenmittel. Obwohl die Flucht durch einen unterirdischen Gang gelingt, ist Heidi nicht außer Gefahr, denn ihr Traum war kein Traum – ihre Kusine hat sie in jener Nacht tatsächlich gebissen …

Wie ich mittlerweilen von R. L. Stine gewohnt bin ist auch „Das Biest kommt in der Nacht“ überraschend gruselig und nicht nur für junge Leser geeignet… was ich toll finde an seinen Büchern ist dass Sie nicht allzu lang sind und man sie zwischendurch ratz fatz in der Mittagspause weglesen kann… ich werde auf jeden Fall noch weitere Bände der Reihe lesen und freue mich auf witzig gruselige und spannende Lektüre…

R. L. Stine – Nacht der Verwandlung

Robert Lawrence Stine wurde 1943 in Columbus, Ohio (USA) geboren. Nach seinem Studium arbeitete er als Lehrer und war zehn Jahre lang der Herausgeber der Zeitschrift „Bananas“, die sich vor allem an Jugendliche richtete. Neben seinen Büchern verfasst er Skripte für eine Kinderfernsehserie namens „Eureeka’s Castle“. Der Autor hat bereits mehr als 100 Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht, die ihre Leser durch eine besondere Mischung aus Humor und Spannung in ihren Bann ziehen. Später widmete sich der Autor einem weiteren Genre, dem Thriller, 1995 verfasste er seine erste Horrorgeschichte für Erwachsene. Heute lebt er mit seiner Frau Jane und seinem Sohn Matthew in New York.

R.L. Stine, der Erfinder der Reihe “ Schattenwelt “, hat nahezu einhundert gespenstische Geschichten für Kinder und Jugendliche geschrieben. Die Reihe “ Schattenwelt “ spielt, wie auch die “ Fear – Street “ – Bände, in dem amerikanischen Städtchen Shadyside. Im Mittelpunkt stehen unheimliche Ereignisse, die die Bewohner der Fear Street erleben. Wenn R. L. Stine nicht gerade schreibt, spielt er gern Flipper an seinem eigenen Flipperautomaten oder erforscht New York City zusammen mit seiner Frau Jane und seinem Sohn Matt.

Seit Andrew diese seltsamen Bissspuren am Hals hat, ist er nicht mehr derselbe: Knoblauch findet er widerlich, und Särge ziehen ihn magisch an. Aber das schlimmste ist, dass ihm plötzlich Vampirzähne wachsen!! Dabei möchte er auf keinen Fall ein Blutsauger werden! Doch die Nacht der Verwandlung rückt unerbittlich näher…

In dem Buch „Die Nacht der Verwandlung“ geht es um Andrew, der eine ältere Schwester hat, die ihm furchtbar auf den Keks geht und sein bester Freund ist ein Vampirfan. Andrew selber steht auf alles, was gruselig ist und vor allem auf Fledermäuse.

Andrew wacht auf und findet ein seltsames Buch ohne Aufschrift unter seinem Bett. Er denkt T.J., sein Freund, hätte ihm das Buch unters Bett gelegt, aber wie hat er bloß diesen Kälteeffekt hinbekommen?

Nach einigen merkwürdigen Geschehnisse, z.b. kann Andrew plötzlich nicht mehr Knoblauch ab oder der Bus kann erst über eine Brücke fahren, als Andrew aussteigt, weiß er, dass er ein Vampir wird.

Das Buch zeigt ihm auch, was er ist, nämlich ein: Vampir in Ausbildung.

Der Vampir, der ihn gebissen hat, lässt auch nicht auf sich warten und will Andrew ausbilden, was nicht so leicht ist, denn Andrew weigert sich doch ziemlich. T.J. hingegen ist neidisch auf Andrew: Wäre er doch selber gerne ein Vampir.

Aber Andrew ist klar: Nein, ich will nicht! Und so muss der Vampir, der 600 Jahre schon auf dem Buckel hat, vernichtet werden mit einem Holzpflock, damit Andrew wieder ein Junge wird.

In diesen Buch geht es um einen Jungen, sein Name ist Andrew. Andrew ist begeistert von Fledermäusen und Co.. Aber als er Bissspuren am Hals hat, ist er sich da nicht mehr so sicher. Einmal ist er fast, an einem Knoblauchbrot erstickt. Ihm wachsen auch schon Vampirzähne und wenn das nicht schon genug wäre, kommt ihn nachts ein Vampir besuchen. Der will das Andrew Tiere jagt und sich von ihrem Blut ernährt. Andrew will kein Vampir werden! Doch irgendwann wird er ein Vampir und das dauert nicht mehr lange…..

Ich bin eigentlich aus dem Alter raus, das ich Gänsehaut, Schattenwelt oder ähnliche Bücher lese von R.L.Stine. Aber die Bücher sind klasse! Seine Bücherreihen „Gänsehaut“, „Fearstreet“ und „Schattenwelt“ sind in Amerika sehr beliebt. Auch die Fernseher-Produktion von „Gänsehaut“. Die Geschichten sind einfach gut zu lesen und gut ausgedacht. Vorallem, daß sich die Dinge immer im Fear-Gebiet abspielt: In der Straße; dem Wald, dem See oder Friedhof. Das Gebiet der Fearstreet ist unheimlich und gefährlich. Und gibt immer wieder Stoff für interessante Geschichten.

Die Geschichte selbe ist etwas für Gruselfans, sie ist sehr spannend und aufregend zu lesen. Als ich angefangen habe das Buch zu lesen, konnte ich es gar nicht mehr aus der Hand legen. Es ist fesselnd geschrieben und gut zu lesen. Nach dem Ende kommt ein Ende, wie es für die Bücher von R.L. Stine üblich ist: Es gibt nämlich keins…

Der Schreibstil des Autoren R.L.Stine ist für mich persönlich klasse, es ist fesselnd geschrieben und er passt sich seiner Zielgruppe sehr gut an.  Auch hier werden keine Zombies, Dämonen oder sehr viel Blut erwähnt. Es ist wirklich für Kinder und Jugendliche geschrieben, aber auch für Erwachsende.

Ich kann das das Buch wirklich nur empfehlen. Super schönes Buch.

R. L. Stine – Vollmond an Halloween

Ein Werwolf wird sich bei Vollmond um Mitternacht zeigen! Das behauptet der verrückte Biolehrer Mr Moon auf seiner schauerlichen Halloween – Party. Nur Tristan und seine Freunde sind eingeladen. Alle Fenster und Türen sind verriegelt, es gibt keinen Fluchtweg. Und dann schlägt die Uhr zwölf.

Was mich anfangs etwas abschreckte war die Tatsache dass es sich um ein Kinderbuch handelte. Aufmerksam wurde ich auf R. L. Stine durch die Gänsehautverfilmung mit Jack Black und musste mich deswegen einfach mal an die Bücher wagen…

stinevollmond

Ich bin positiv überrascht… zwar hat man es dem Altersvorschlag entsprechend mit „sanftem“ Horror zu tun sprich ohne Gewalt und Blut… dennoch hat mich da Buch wirklich gefesselt sodass ich es in einem Zug durchgelesen habe. Das Buch war durchweg spannend und das Ende lies einen wirklich ein bisschen Atemlos zurück weil sich alles unvorhersehbar wendete…
Gruselfans kann ich das auf jeden Fall empfehlen… dadurch dass der Autor völlig ohne Blut und Gewalt gruselige Spannung aufbaut dürfen auch jüngere Leser bedenkenlos zugreifen… Lockere Kost zwischen meiner sonst eher üblichen Festa-Kost… und definitiv nicht mein letztes Buch von Mister Stine 🙂

Terry Pratchett – Total Verhext

Die Zauberer der Scheibenwelt wissen genau, wann sie zu sterben haben. Dies gilt auch für Hexen und für gute Feen. Als die Stunde ihres Todes naht, hat Desiderata Hohlig – die gute Fee – vorgesorgt. Die Aufgabe, die zu erledigen ist, ist in mehr oder weniger fähigen Händen, und auch ihr Zauberstab ging an die Hexe Magrat Knobloch, zusammen mit einem Brief: Esmeralda „Oma“ Wetterwachs und Nanny Ogg sollen auf gar keinen Fall mit ihr zusammen nach Gennua reisen, wo verhindert werden muss, dass ein Stubenmädchen den Prinz heiratet!total verhext
Unschwer zu erraten, was Oma und Nanny davon halten… Zumal es ihnen doch etwas merkwürdig vorkommt – soll nicht normalerweise die gute Fee, welche Magrat jetzt ist, dafür sorgen, dass das Stubenmädchen den Prinzen heiraten?
Als sich die drei Hexen Gennua nähern, stellen sie jedoch fest, dass die Geschichten hier nicht einfach geschehen, sondern gemacht werden um zu geschehen! Natürlich gibt es auch in dieser Geschichte eine „böse Fee“ – sie gehört einfach dazu – welche Spiegelmagie einsetzt, um Geschichten zu weben, die noch größere Macht verleihen. Und leider kennt die nüchtern-realistisch eingestellte Esmeralda Wetterwachs die Person, welche sich nun Lilith nennt und das Schicksal der Menschen zugunsten wahnwitziger Geschichten verdreht…
In diesem Roman widmet sich Pratchett ganz der Macht der Geschichten und welche Wirkung sie haben. Auf der Scheibenwelt herrscht natürlich der narrative Imperativ – siehe z.B. „Die gelehrten der Scheibenwelt“ – die Geschichten HABEN zu geschehen und genau genommen auch gar keine Wahl. Wenn dann noch hexerische Feenmagie ins Spiel kommt und diese Magie nutzt, hat man so etwas wie ein Perpetuum Mobile – Geschichten, die Magie erzeugen, die Geschichten erzeugt…
Jeder wird die Geschichten, aus denen Teilepisoden entlehnt sind, wiedererkennen, auch wenn sie bisweilen auf ungewöhnliche Weise in Frage gestellt werden. Was ist das denn für ein Wolf, der sich in fremde Betten schleicht und redet? Aber nicht nur die Geschichten an sich werden persifliert. Bemerkenswert ist ebenfalls Nanny Oggs außerordentliche Kenntnis des Ausländischen, sowie das Geschick Oma Wetterwachs‘, sich auch diesmal wieder um Zauberei zu drücken. In jedem Fall hat das Werk wieder viele geniale Szenen – wie auch die Nebenauftritte des gewissen Herrn, der nur in großen Buchstaben redet! Ich für meine Person kann dieses Buch auch NEUEINSTEIGERN nur empfehlen.

Kristopher Triana – Body Art Die Göttin

bodyartPornostar Kandi Hart wird älter und die Aufträge werden immer seltener. Deshalb nimmt sie ein Filmangebot an, für das sie sehr viel Geld erhalten soll, doch Dinge tun muss, die über alles hinausgehen, was jemals gefilmt wurde …

Im ersten Teil findet man sich in einer in sich selbst steigernden Mixtur aus Psycho- und Horror-Thriller, in welchem Triana eine perfide Welt aus Obszönität, Perversion und Amoral, wie eine zweite Haut um den Leser legt. Immer wieder bedient er sich dabei auch dem Splatterpunk – doch nicht um zu schocken, sondern darzustellen, nicht um zu reagieren, sondern zu erschaffen! Bis hier hin mag man noch stellenweise von einer Hommage, einer Huldigung an „Das Schweigen der Lämmer“ sprechen können – und doch spürt man in den von Triana geschaffenen Zeilen, doch bisher nicht ausgesprochenen, Abgründen das Entstehen; das Wachsen…

Im zweiten Teil formt sich nun aus der Perversion, die Anomalie.
Man schwimmt auf einem Ozean des Blutes in die Unnatürlichkeit, in jenes, was nicht sein darf! Aus der zuvor geschaffenen amorphen Annahme, diesem kalten, verrotteten Hauch, welcher um den Leser stiebt, entsteht, materialisiert, metamorphosiert sich das Gottlose, das Namenlose – die Götze selbst!

Kristopher Triana macht mit seiner geschmeidigen Erzählung von „Body Art“ nicht viel falsch, aber die Marketingmaterialien, einschließlich des fantastischen Cover, überschatten fast die Geschichte selbst. Wie das Buch ist das Cover nostalgisch, stilvoll, bunt, NSFW und selbstbewusst zu wissen, was es zu erreichen versucht. Jede Cover- oder Poster-Kunst, die ich gesehen habe, ist in den späten 80er / frühen 90er-Jahren für die Cover-Regie und ein dickes Lob an die Blood Bound Books, die so viel Mühe darauf verwendet haben, das Äußere wieder aufleben zu lassen. Ich hatte fast das Gefühl, dass jede Kopie mit einem Synthesizer-Soundtrack von Gruppen wie Com Truise, 80er Stallone, Vangelis oder LA Dreams für ein Hörvergnügen kommen sollte. ns der Festa-Extrem-Reihe rate ich dazu das Buch nicht nach oder vor Monica O Rourkes – Vergifteter Eros zu lesen, da ich persönlich das Gefühl hatte zu viele Paralellen in beiden Werken zu finden obwohl beide Bücher von unterschiedlichen Machern zu unterschiedlichen Zeiten erschienen.

Brian Keene – Leichenfresser

leichenfresserUm es vorweg zu sagen: Das ist mein erstes Buch von Brian Keene und als solches hat es mir durchaus Spaß gemacht. Ich konnte es in etwa 3 Tagen lesen, was für mich eigentlich optimal ist. Setting und Thematik stehen eindeutig in der Tradition von Stephen King. Eine amerikanische Kleinstadt, Sommer, die 80er Jahre, eine Gruppe von Kindern entdeckt ein Monster und erlebt ein Abenteuer. Das kennen wir ja alles so oder so ähnlich aus King-Geschichten wie „Es“ oder „Stand by me“. Auch auf den zweiten Blick sind die Unterschiede nicht all zu groß. Zudem ist das Buch praktisch mit Klischees der amerikanischen Kleinstadt der 50er bis 80er Jahre überladen. Wir haben hier die gut sorgenden und liebenden Eltern, die allein gelassene, ständig betrunkene Mutter, den Kriegsveteran und prügelnden Säufer-Vater etc. Das klingt ja doch nach einer einigermaßen negativen Kritik, oder? Ganz klar NEIN. Das Buch macht Spaß beim Lesen und ist schön kurzweilig. Dass die Protagonisten Kinder sind, heißt keinesfalls, dass das Buch für Kinder geeignet ist. Tatsächlich ist es relativ blutig. Ich würde es keinem Kind/Jugendlichen unter 13 oder 14 Jahren in die Hand geben.

Jetzt aber zu ein paar negativen Punkten (Spoiler Warnung): Die Handlung springt vom Finale einfach zum Epilog, der wohl etwa 20 bis 30 Jahre nach der Haupthandlung spielt. Es bleiben für meine Geschmack zu viele offene Enden, vor Allem, was die Familien der Protagonisten betrifft. Wie reagieren Timmys Eltern, als sie herausfinden, dass es den Ghoul wirklich gab? Was passiert mit Dougs Mutter? Wie wächst Barry auf, nachdem sein Vater gestorben ist? Warum hat er nichts aus seiner Kindheit gelernt? Könnte er eventuell ein besserer Vater werden?

Leider bleiben diese Fragen unbeantwortet. Trotzdem kann ich für Horror-Fans eine Kaufempfehlung aussprechen.