Edward Lee – Monstersperma

Der 8. Extrem Band vom Festa Verlag überrascht mit wenig Brutalität, dafür umso mehr mit bizarren, perversen Sexualpraktiken. Also wer mit dem Thema Sex, Erniedrigung und Ekel nicht umgehen kann, sollte die Finger von diesem Buch lassen bzw. die Extreme Reihe nicht für sich in Betracht ziehen.

Schon auf den ersten Seiten wird der Leser damit konfrontiert, was dieses Buch ausmachen wird! Eine Woche lang müssen die 3 Mädchen jeden Tag zwei Bewährungsproben überstehen, um nicht rausgeschmissen zu werden. Meiner Meinung nach steigern sich diese Bewährungsproben tagtäglich ins unermesslich Ekelige. Wer beim Lesen gerne isst, sollte dies bei dem Buch unbedingt lassen!!

Nachdem in der Extrem Reihe schon sämtliche Themen behandelt wurden, gibt Edward Lee auch diesmal wieder ein anderes vor. Jedoch erfährt der Leser erst ziemlich zum Ende, dass es um etwas Okkultes geht. Vorher geht es hauptsächlich, um die Bewährungsproben und wie die Mädchen mit diesen umgehen bzw. dran zerbrechen.

Wie alle Extrem Bücher lesen sie sich sehr schnell, und wenn man das Thema „schlucken“ kann, P.S. ein sehr bedeutungsvolles Wort im Buch, liest man es an einem Tag. Ich bin jedes Mal gespannt auf den neuen Band, freue mich dann aber auch, wenn es gelesen im Schrank steht und ich mich nicht 2 Tage mit diesen prekären Themen auseinandersetzen muss!

Das Ende, gerade bei den Edward Lee Büchern greift immer in das Sci-Fi-Genre über, was vielleicht für reine Horrorfans, wie mich nicht immer das gelungenste ist, aber nach 1-2 Büchern gewöhnt man sich dran.

  

Fazit

Alle mit erdenklichen sexuellen Perversionen wurden auf 202 Seiten dargestellt. Edward Lee hat wieder alles gegeben. Der Hintergrund dieser Geschichte, das Okkulte fand ich spannend, jedoch war es diesmal eindeutig zu viel Sex und Erniedrigung und zu wenig Brutalität in der Story enthalten.

Weiterhin bleibe ich ein riesen Fan dieser Bücher und freue mich auf den 9. Band.

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R. L. Stine – Aliens unter uns!

Eine Maschine, mit der man Körper tauschen kann! Der tollpatschige Will kann es kaum fassen. Aber tatsächlich, es funktioniert. Für ein Wochenende schlüpft er in Chads Körper und wird zum coolste Typ der ganzen Schule! Doch warum findet Will auf einmal Schleimpilzwürmer lecker, während er an Chips fast erstickt? Langsam wird ihm klar, dass hier etwas oberfaul sein muss. Und dann kommt ihm ein schrecklicher Verdacht …

 
Will ist so tollpatschig. Ständig stolpert er über alles und ist alles andere als beliebt. Ganz anders als Chad. Er ist beliebt,kann alles und weiß alles. Doch dann bekommt Will ein unglaubliches Angebot. Er darf für einen Tag in Chads Körper schlüpfen. Chads Vater ist Erfinder und tatsächlich-die Körpertauschmaschine funktioniert. Will wird zu Chad und Chad wird zu Will. Das ist ja der Oberhammer, denkt sich Will. Doch Chad denkt an eine Wiederholung. Für ein ganzes Wochenende darf Will Chad sein. Doch bei Chad zu Hause angelangt, stimmt etwas nicht. Das Haus ist komisch gebaut,zum Abendbrot gibt es Schleimpilzwürmer, an Chips erstickt er fast, und zum Schlafen gehen muss sich Will=Chad, an die Decke hängen. Ihm kommt ein schrecklicher Verdacht. Chad und seine Familie sind Aliens! Na das kann ja heiter werden. Denn die Aliens sind überhaupt nicht menschenfreundlich. Kommt Will da wieder raus?

Das Buch ist wirklich so spannend das man es in einem Stück lesen muss, weil man unbedingt wissen muss wie es weiter geht. Da hat R.L. Stine wirklich ein spannendes Buch geschrieben. Ich empfehle es weiter!

Richard Laymon – Das Spiel

In dem kleinen Ort Donnerville, USA passiert eigentlich nicht viel, zumindest nicht in der Leihbücherei, wo die junge Jane Kerry arbeitet. Sie ist also umso überraschter, als sie dort eines Tages einen Umschlag mit 50 Dollar und einer Einladung zu einem Spiel findet. Der geheimnisvolle Unbekannte, der den Brief hinterlegt hat, nennt sich selbst „Master of Games“. Schnell findet Jane in der Bücherei einen zweiten Umschlag, diesmal enthält er 100 Dollar und weitere Instruktionen. Das Spiel geht weiter und die junge Frau ist fasziniert davon, nicht nur wegen der Belohnung, die bei jedem Fund verdoppelt wird. Allerdings steigen auch die Einsätze, die ihr abverlangt werden, denn die Orte, wo die Umschläge versteckt sind, werden für Jane immer gefährlicher. Und was hat es eigentlich mit Englischprofessor Brace Paxton auf sich, den sie gleich nach dem Auffinden des ersten Umschlags kennen lernt? Vielleicht weiß er ja mehr über das Spiel, als er zugeben will …

Bitte anschnallen und gut festhalten! Wie alle Bücher von Richard Laymon gleicht auch „Das Spiel“ einer rasanten Achterbahnfahrt in einem atemberaubenden Höllentempo. Von der ersten Seite an wird der Leser mitgerissen vom Strudel der Ereignisse, Zeit zum Luftholen bleibt kaum. Der Autor verzichtet auf langwierige Beschreibungen, die Sprache ist einfach und die kurzen Sätze verfolgen einzig und allein das Ziel, die Story zu entwickeln. Diese beschränkt sich auf den ersten 320 Seiten des Romans auf Janes Jagd nach den Geldumschlägen, bevor es dann richtig zur Sache geht und ein blutiger Albtraum beginnt.

Der Heyne-Verlag hat nun offenbar Richard Laymon für seine Hardcore-Reihe entdeckt und dort ist er bestens aufgehoben. In seinen Romanen wimmelt es von Monstern, Vampiren, Kannibalen, Psychopathen und sadistischen Triebverbrechern aller Art; ein Mix aus Sex und Gewalt. Es sind insofern schmutzige Bücher ohne großen literarischen Anspruch, aber sie sind auch phantasievoll und die durch das wahnwitzige Tempo entsehende Spannung hat durchaus ihren Reiz. Freunde der harten Horrorliteratur kommen hier voll auf ihre Kosten; für zart besaitete Gemüter gilt jedoch: Hände weg!

Richard Laymon – Vampirjäger

Eines Nachts steht Deine Jugendliebe vor der Tür, die Du seit zehn Jahren nicht mehr gesehen hast – natürlich leicht bekleidet – und bittet Dich, ihr bei der Ermordung eines Vampirs behilflich zu sein, der sich immer wieder an ihr vergeht. Was tun in solch einer Situation? Sam, der Ich-Erzähler, macht das einzig naheliegende und schaut sich die Sache erst mal an. Versteckt im Kleiderschrank seiner Angebeteten namens Cat beobachtet er, wie tatsächlich ein Eindringling über die junge Frau herfällt und macht diesem dann mit Hammer und Pflock den Garaus. Doch damit fangen die Probleme erst an, denn so eine Leiche will entsorgt werden. Hierzu begeben sich Cat und Sam mit dem Vampir Elliot im Kofferraum auf einen Roadtrip nach Death Valley.

Untypisch für Laymon stehen in diesem Roman nicht Blut und Gewalt im Vordergrund, sondern die Blödeleien der beiden Hauptakteure die sich in bester Buddy-Manier durch das Abenteuer schlagen. Den immer wieder eingestreuten Eruptionen von Gewalt wird dadurch die Schärfe genommen und der Roman ist somit auch für den nicht ganz so abgebrühten Horrorfan verträglich. Natürlich bleiben Logik und Realismus dabei weitestgehend auf der Strecke, aber wer dies sucht ist bei Laymon eh an der falschen Adresse. Fans von Splatter- und Slasher-Filmen der 80er können aber bedenkenlos zugreifen. Ebenfalls kein Geheimnis ist Laymons Vorliebe für leicht bekleidete Damen. Etwas irreführend ist der deutsche Titel Vampirjäger. Der Originaltitel ,Bite` trifft die Sache schon eher, denn das Beißen ist in diesem Roman kein Privileg des vermeintlichen Vampirs.

Abschließend soll auch die qualitativ hochwertige Aufmachung des Taschenbuchs vom Festa Verlag nicht unerwähnt bleiben. Macht alles in allem vier dicke Sterne für kurzweilige Unterhaltung.

Richard Laymon – Das Loch

Wenn man sich die Rückseite des Covers, bzw. die Beschreiung hier bei amazon durchliest erwartet man im Grunde folgendes: ein paar Leute sind in der Wüste aus unterschiedlichen Gründen unterwegs und machen landen in einem Kaff namens Pits. Dort angekommen werden sie wahrscheinlich noch ganz gut behandelt. Und dann offenbart sich ihr Geheimnis. Zitat: „[…] aber manche Gäste auf der Durchreise wahrhaftig zum Fressen gern haben.“ Man vermutet, man hat es mit totalen Psychopathen zu tun, die ihre Gäste abschlachten und fressen.


Doch dieser Roman verläuft etwas anders: In der gut ersten Hälfte des Buches laufen parallel zwei Handlungen. Erstens: die junge Pamela wird aus ihrer Wohnung herraus entführt, nachdem ihr Mann ermordet wurde. Der Entführer – ein offenbar geistesgestörter – will mit ihr ein Leben zusammen verbringen. In der Wüste angekommen versucht sie zu fliehen, wird von ihrem Peiniger aber wieder überwältigt, welcher sie nun erschießen möchte. In allerletzter Sekunde kommt ein mysteriöser Busfahrer (ein Einwohner von Pits) vorbei, der sie rettet, in dem er dem Typen eine Kugel in die Stirn jagt. Zusammen fahren sie nach Pits. Während dessen tankt ein junger Student – Norman sein Name – sein Auto vol und will bezahlen. In der Zwischenzeit steigt ein fremder Typ ins Auto, welchen er auch nicht mehr los wird. Einige Zeit unterwegs, fischen die beiden noch eine junge Tremperin auf. Anschließend folgt eine Sexorgie nach der anderen. Unterwegs töten die 2 „Anhalter“ noch den einen oder anderen Mitmenschen und auch Norman tötet – wenn auch unfreiwillig – 2 Menschen. Zu dritt fährt dieses ungleiche Trio durch die Wüste und landen ebenfalls in Pits.
Nun ist schon etwas mehr als die Hälfte von dem Roman gelesen. Der restliche Teil, präsentiert sich etwas anders, als vermutet. Alle Durchreisende werden sich nicht an ihrem Ende auf der Speisekarte wiedersehen, sondern eher Menschen, die gewalttätig sind.

Richard Laymon hat seine Werke nicht auf deutsch geschrieben, für solche Sachen gibt es ja auch Übersetzer. Ich habe schon in so manchem Buch den einen oder anderen Fehler – meistens Rechtschreibfehler, hervorgerufen durch einen Tippfehler vermute ich einfach mal – entdeckt. Pro Buch könnte man sagen, dass es vielleicht 2 oder 3 Fehler waren. Bei diesem Werk war es etwas anders. Hier sind es 2 – 3 Fehler pro Seite. Allerdings nicht nur Rechtschreib- sondern auch sehr viele Grammatikfehler. Es wurden sogar die Protagonisten mit dem falschen Namen betitelt. Duke (der Tramper, der sich die Freiheit nahm, sich einfach ins Auto zu setzen, während Norman (der Besitzer) gerade bezahlen ist) hieß in einem Satz plötzlich Norman. So viele Fehler wie in diesem Buch habe ich in meinem Leben noch nie gesehen. Dies ist aber dem Übersetzer, nicht dem Autor, zu verdanken.

Alles in allem ein guter Roman. Auch wieder typisch Laymon: Blut, Gewalt und eine ordentliche Portion Sex. Das einzige was mich störte am Inhalt war, das sich die Charakterzüge und die Einstellung dem Leben gegenüber bei Norman drastisch ändern. Aus psychologischer Sicht nicht nachvollziehbar.

Richard Laymon – Die Familie

Eine Touristengruppe wird bei einem geführten Ausflug in die geheimnisvollen und alten Mordock-Höhlen von einem Stromausfall überrascht und dort in totaler Finsternis eingeschlossen. Über den Höhlen befindet sich das Familienhotel der Mordock’s, in dem Vater und Sohn gemeinsam leben und arbeiten. Sie teilen ein düsteres Geheimnis, das auch nie ans Tageslicht gekommen wäre, wenn dieser Stromausfall nicht passiert wäre. In ihrer Not versuchen die Touristen und ihre Führerin Darcy, einen Weg nach draußen zu finden und ahnen dabei nicht, was in der totalen Finsternis lauert und ihnen nach dem Leben trachtet. Unvorstellbare Grausamkeit ist in den Tiefen der Höhlen eine Normalität geworden, die der menschliche Verstand nicht zu fassen vermag…

Der Autor hält sich nicht mit schnöden Einleitungen auf sondern beginnt seine Story direkt in den Höhlen mit dem Stromausfall. Er gibt dem Leser Zeit, sich an die Höhlen zu gewöhnen, sich an die Protagonisten heranzutasten und erstmal von der ersten Anspannung zu erholen…doch nur scheinbar, denn parallel zu den Dingen die in den Höhlen passieren, erzählt er die Geschichte der Mordock’s, die von Szene zu Szene eigenartiger wird und in einem Schock-Moment endet, der bei mir für ein übles Gefühl gesorgt hat.

Nachdem der Leser nun weiss, was das Geheimnis der Höhlen ist, weiss er auch, was die Gefangenen in den Höhlen erwartet und kann Geräusche, Bewegungen und mehr im Dunkeln ganz anders deuten.

Die Gefahr ist präsent, lauernd und tödlich und man würde die Menschen gerne warnen obwohl man nichts tun kann als zu warten, zu bangen und mitzufiebern. Der Autor hat dafür gesorgt, dass die Story, obwohl sie stellenweise nahezu abartig wurde und auch etwas holprig wirkte, durchgehend spannend und fesselnd war und man als Leser das ein oder andere Mal die Luft anhalten musste um die nächste Seite lesen zu können. Insgesamt kein Buch für Leser mit schwachen Nerven und Mägen. Die Ausdrucksweise ist teilweise sehr direkt, sehr sexuell und die Storys mit Details ausgeschmückt auf die man manchmal gut verzichten könnte. Das muss man hier erwarten und dann auch abkönnen.

Matthew Reilly – Der grosse Zoo von China

Nach 40 Jahren enthüllt die chinesische Regierung ihre unglaubliche Entdeckung.
Die Reptilien-Expertin CJ Cameron wird nach China eingeladen. Sie soll den größten Zoo, der jemals gebaut wurde, begutachten. Und sie darf sie mit eigenen Augen sehen: gewaltige, Feuer speiende Drachen. Es gibt diese Fabelwesen wirklich.
Die Gastgeber versichern, dass sie vollkommen sicher ist und nichts schiefgehen kann …
Wie der Autor bereits erwähnt hat, war „Jurassic Park“ eine große Inspiration, was man auch merkt. Das bedeutet aber nicht, das es ein Abklatsch ist. Ist es nämlich nicht. Es ist was eigenes. Absolut spannend und anschaulich erzählt. Ich konnte das Buch gar nicht weglegen, denn ständig gab es neue Wendungen und Spannungsmomente, die mich zwangen, weiterzulesen. Das erwarte ich von einem guten Actionfilm. Das Buch ist wie ein guter Actionfilm. Was heißen soll, das ich mir die Geschichte prima als Kinofilm vorstellen kann. Das Zeug dazu hat es auf jeden Fall.
Im Mittelpunkt der Geschichte, mal abgesehen von den Drachen, steht CJ, eine amerikanische Tierärztin, die viele Jahre ihres Berufslebens damit verbracht hat, Krokodile und Alligatoren zu erforschen. Was ihr im Verlauf der Geschichte sehr viel hilft. Im Laufe der Erzählung wechselt auch immer mal wieder die Erzähl-Perspektive. So hat man alle wichtigen Figuren gut im Blick. Nur eine Figur verschwindet irgendwie und deren Schicksal bleibt offen… Lest das Buch. Wenn nicht wegen der Menschen, dann wegen der Drachen.

Jack Ketchum – Scar

Die elfjährige Delia Cross ist ein Fernsehstar und wird von den Eltern gewinnbringend vermarktet. Sie stellt die einzige Einnahmequelle der Familie dar und nur ihr Zwillingsbruder merkt dies kritisch an. Die Eltern sind beide dem Alkohol nicht abgeneigt, Vater Bart hat völlig den Überblick über die Finanzen verloren, erfreut sich an den neuesten Flachbildfernsehern und neuen Autos, während Mutter Pat eine Affäre mit dem Manager ihrer Tochter hat.

Delia würde gerne „normal“ aufwachsen und zur Schule gehen, stattdessen ist sie den ganzen Tag unter Erwachsenen und ihre einzige Gefährtin ist die hochintelligente Australian Cattle Hündin Caity, die ihr treu zur Seite steht. Ohne zu Nörgeln fügt sich Delia vor allem ihrer Mutter zuliebe in ihr Schicksal, tritt in TV-Shows und Werbespots auf, bis es zu einem folgenschweren Unfall kommt und die gezeichnete Delia das Spiel nicht mehr mitspielt…

Von „SCAR“ hatte ich mir aufgrund des gruseligen Covers und als Buch, das im Verlag „Heyne Hardcore“ erscheint, einen Schocker versprochen. Aber auch wenn ich mir von der Handlung mehr Horror erwartet hatte, handelt es sich dennoch um einen sehr lesenswerte Familientragödie, die die menschlichen Abgründe aufzeigt.

Fasziniert war ich vor allem von der innigen Beziehung zwischen Mensch und Tier. Wie sich Caity schützend um Delia kümmert, fast schon menschliche Züge hat und furchtlos ihr eigenes Leben aufs Spiel setzt, um ihre Freundin zu retten, ist wirklich sehr berührend zu lesen.

Zudem setzte sich das Buch kritisch mit der Medienwelt auseinander, in der Kinderstars durch falschen Ehrgeiz und aufgrund von Gewinnmaximierung in Szene gesetzt und hilflos ausgenutzt werden. Dies rächt sich am Ende des Buches, in dem vor allem Mutter Pat – einem Thriller gerecht – brutal ihr Fett wegkriegt.

Offen sein sollte man für Mystery-Elemente, die vor allem in der Charakterrolle der Hündin zum Tragen kommen und sich bis zum Ende der Geschichte durchziehen.

Adam Nevill – Der letzte Tag

Die Independant-Filmemacher Kyle und Dan können mehr schlecht als recht von ihrem Beruf leben, über die Runden kommen sie quasi nur, indem sie verhasste Hochzeits- oder Geburtstagsaufträge annehmen. Plötzlich tritt Maximilian Solomon in ihr Leben und möchte, dass sie einen hochbezahlten Job übernehmen. Der Hintergrund verspricht spannend zu sein und das Geld lockt, so sehen die beiden auch gerne über die seltsamen Drehbedingungen hinweg und nehmen den Job an. Sie ahnen nicht in welche Gefahr sie sich dadurch begeben und alle die dieses Wespennetz aufscheuchen bezahlen dafür mit ihrem Leben.

Als ich das erste Mal von diesem Buch hörte ging mir sofort eine gruselige Geistergeschichte durch den Kopf, welche ich in der Regel sehr gerne lese. Leider hat mich bei diesem Buch dann etwas anderes erwartet.

Zuerst zum Schreibstil. Nevill schreibt sehr beschreibend, teilweise blumig, trifft mit seinen Vergleichen aber für mich nicht ins Schwarze. Seine Beschreibungen hinterließen oft ein großes Fragezeichen in meinem Kopf anstatt ein detailliertes Bild zu entwerfen. Zudem hat er es in meinen Augen nicht geschafft eine emotionale Ebene zu den Charakteren aufzubauen, so dass sich der Leser ständig seines Lesens bewusst ist und nicht mit der Geschichte verschmilzt. Man bleibt eben die ganze Zeit unbeteiligter Beobachter und fühlt sich auch so.

Seine Charaktere, allen voran die beiden Protagonisten Kyle und Dan, baut Nevill sehr sachlich auf. Plötzlich auftretende Gefühls- bzw. Angstausbrüche werden schnell wieder durch nüchterne Denkweisen ersetzt. Man erfährt kaum etwas von der Vorgeschichte aller Beteiligter, ausgenommen es hat etwas mit dem aktuellen Filmprojekt zu tun. Für mein Empfinden ist es daher schwierig Sympathie oder auch Antipathie zu diesen Charakteren aufzubauen, sie sind einem einfach irgendwo egal.

Die Geschichte an sich dümpelt ziemlich lange vor sich hin und verliert sich in langweiliger Filmarbeit. Unzählige Male werden Themen wie Beleuchtung, Schnitt, Perspektive etc. diskutiert und so vergeht Seite um Seite. Das bedeutet aber nicht, dass nicht ziemlich schnell spannende, gruselige Dinge passieren. Dies ist der Fall, jedoch gehen diese guten Momente in der Nüchternheit des Buches unter. Etwa nach der Hälfte des Buches wurde das Geschehen besser, spannender, realistischer. Man nahm den Charakteren die Gefühlsregungen ab und ich als Leser atmete erleichtert auf, da ich mir nun doch noch eine spannende zweite Hälfte erhoffte. Nevill schaffte es jedoch nicht den Lichtschimmer aufrecht zu erhalten und verlor sich schon bald wieder in nüchterner Sachlichkeit und Filmarbeit. Das, was den Protagonisten in diesem Buch passiert, müsste in meinen Augen einfach sehr viel drastischere Auswirkungen auf die Charaktere haben und deren Handeln stärker beeinflussen. Angst ist ein sehr starkes Gefühl und gepaart mit dem Überlebenswillen eine immense Antriebsfeder, ob nun zur Flucht oder zum Angriff ist eine andere Sache.

Nevill hat dieses Buch ähnlich den Filmen „Blair Witch Project“ oder „Paranormal Activity“ aufgezogen. Sollte man als Leser diese Filme mögen und sich sowas auch gut niedergeschrieben vorstellen können, so könnte „Der letzte Tag“ ein interessantes Buch darstellen. Ich fand sowohl diese Filme als auch dieses Buch größtenteils langweilig und habe mich durch die fast 600 Seiten hindurchgequält.

Edward Lee & John Pelan – Shifters Radikal Böse

Locke ist Dichter, einer von der Sorte, die aus Überzeugung schreibt und kein Geld dafür nimmt, ein armer Schlucker im Gegensatz zu seinem Freund Lehrling, der Romane verfaßt und damit Geld verdient.
Aber Locke hat noch ein anderes Problem, Clare, die Liebe seines Lebens hat ihn verlassen und nun kann er nix anderes mehr als Rumheulen und schlechte Gedichte schreiben.
Eines Abends in der Kneipe trifft er auf einen Kerl, der sein Schicksal teilt, er tauft ihn kurzerhand Weißhemd, da er seinen Namen nicht kennt.
Als die Bar am nächsten Abend schließt, erschießt sich Weißhemd in Lockes Beisein auf dem Parkplatz, vorher teilt er ihm jedoch noch mit: „Er kommt, Locke.“
Neben seinem Liebeskummer hat Locke nun auch noch die Polizei am Arsch, denn er scheint einiges mit dem Opfer gemeinsam zu haben, dieser war auch Dichter.
Und dann ist da noch dieses seltsame Wort, das auf die Autoscheibe geschrieben wurde, Sciftan.
Als auch noch Lehrling grausam ermordet wird, liegt Lockes Welt endgültig in Scherben und so nimmt er eine Auftragsarbeit von einen Mr. Lethe an, das Ganze soll ihm eine ganze Stange Geld bringen.
Aber warum erscheint ihm Weißhemd immer wieder und warnt ihn vor seinem Auftraggeber?

Ein neues Buch vom Duo Lee – Pelan, ich hab mich gefreut, denn bis jetzt haben mich die beiden immer gut unterhalten.
Bis jetzt…
„Shifters“ konnte mich leider nicht wirklich begeistern, Locke, der dauerheulende, schlechte Gedichte schreibende Poet hat mich schon nach wenigen Seiten genervt.
Den Einstieg fand ich eher langweilig, sonst beginnen die Bücher immer mit einem Kracher und man ist gespannt, was kommt.
In welche Richtung es geht, kristallisierte sich auch spät heraus, zu spät für mich, auch wenn ich sie ganz interessant fand.
Ich hatte einfach etwas anderes erwartet, zumal einen der Klappentext auch etwas in die Irre führt, denn um Cordesmans Ermittlungen geht es nur ganz am Rande.
Für den für mich bisher leider schwächsten Lee gibt es diesmal nur 3 von 5 Sternen…